Flurim Ramaj, Trainer von Blau-Rot Billmerich, würde den Meisterschaftsspielplan gerne als Basis für einen Testspielbetrieb nehmen. © Neumann

Kreisliga-Trainer beklagen FLVW-Pläne: „Das hätte mit einer Meisterschaft nichts zu tun“

Der FLVW forciert den Trainingsstart für die Senioren am 5. April. Auch weicht der Verband nicht von seinem Plan ab, die Saison noch unbedingt werten zu wollen. Bei den Trainern in der A2 sorgt das für gemischte Gefühle.

Bald soll wieder Fußball gespielt werden, wenn es nach dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) geht. Der hat einen Starttermin für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs bekannt gegeben. Stichtag ist der 2. Mai – zumindest für die überkreislichen Vereine. Mannschaften in den Kreisligen könnten womöglich noch früher starten, wenn sie denn ab dem 5. April wieder ins Training einsteigen können.

Kinder bis 14 Jahre dürfen bekanntlich seit dem 8. März wieder auf die Plätze und mit maximal 20 Kindern gemeinsam trainieren. Dass das eine gute Sache ist, darüber sind sich die meisten Trainer einig. Den geplanten Re-Start des Spielbetriebs für die Senioren sehen viele aber auch kritisch. Das sagen die Trainer der Kreisliga A2.

Flurim Ramaj, Trainer BR Billmerich: „Dass der Trainingsbetrieb bei Kindern wieder vorangeht, erachte ich als richtig und wichtig. Ähnlich hätte ich es mir vielleicht auch für die Senioren gewünscht. Doch so wie es derzeit aussieht, stehen wir vor einer dritten Welle und die Zahlen steigen täglich. Ich bin kein Experte, aber die Entscheidung, dennoch die Saison irgendwie zu Ende spielen zu wollen, halte ich für nicht richtig. Eine Vorbereitung von vier Wochen halte ich auch für äußerst bedenklich. Für Vereine, die im Mittelfeld stehen, ist es vielleicht nicht so wichtig. Für uns ist dies aber eine wichtige Phase, da wir um den Klassenerhalt kämpfen. Dann sehe ich das vielmehr als Glücksspiel an. Das hätte mit einer Meisterschaft nichts zu tun. Ich würde, sofern es möglich ist, den Trainingsbetrieb ermöglichen und die Saison abbrechen. Wenn es die Situation zulässt, könnte man die angesetzten Begegnungen eventuell ab Mai als Testspiele werten.“

Langschede-Coach Stefan Kortmann hat kein Verständnis dafür, dass der FLVW unbedingt eine Saisonwertung hinbekommen will. © Teimann © Teimann

Stefan Kortmann, Trainer SV Langschede: „Ich finde es absolut top, dass Kinder wieder trainieren dürfen. Die Zahl 20 hat mich jedoch ein wenig überrascht. Den Trainingsbetrieb der Senioren ab 5. April begrüße ich ebenfalls. Allerdings bin ich nicht damit einverstanden, dass man unbedingt die Saison in kürzester Zeit noch durchziehen will. Hier sollte man die Saison annullieren und den Vereinen die Möglichkeit geben, sich vernünftig auf das kommende Spieljahr vorzubereiten. Ich vermute, dass es in der Zeit Mai/Juni 2021 aufgrund einiger Corona-Fälle viele Spielausfälle geben wird.“

Marco Slupek, Trainer SSV Mühlhausen II: „Natürlich freue ich mich, dass es wieder losgehen soll. Auf der anderen Seite halte ich aber nicht allzu viel davon. Es ist mir einfach zu viel Hin und Her mit zu vielen Komplikationen. Dann werden Entscheidungen getroffen und kurz darauf wieder zurückgenommen.“

Birol Dereli, Trainer SuS Oberaden: „Ich bewerte die Öffnungsschritte mit Vorsicht. Trotz allem müssen wir lernen, mit der Pandemie zu leben. Das Virus wird uns noch lange begleiten. Schön ist es trotzdem, dass man langsam und mit guten Konzepten das Geschehen Sport vor allem im Fußballbereich wieder aufnehmen wird. Ich denke, dass das Leben irgendwie weitergehen muss.“

Ihre Autoren
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
Zur Autorenseite
Marcel Schürmann