Torjubel stellt sich bei Spielen den SuS Oberaden - hier in Niederaden - oftmals ein. Der Toptorjäger verlässt jetzt aber den Verein. © Palschinski

Jedes Spiel ein Tor – aber SuS Oberaden plant ohne seinen Ausnahme-Bomber

Den Luxus kann sich nicht jeder erlauben! Der SuS Oberaden trennt sich von seinem Ausnahme-Bomber, der in der neuen Spielstruktur keine Rolle mehr spielt.

Läuft es gut und die Inzidenzzahlen nehmen ab sowie die Anzahl der Geimpften zu, dann kann bald auch wieder an Fußball gedacht werden. Zur neuen Saison haben sich einige Vereine einiges vorgenommen – wie der SuS Oberaden. Der hat seinen Kader mit Spielern wie dem Oberliga-erfahrenen Ersan Kusakci oder Jeremy-Jamal Mustapha von der SpVg Erkenschwick aufgestockt. Die Grün-Weißen verbuchen aber auch Abgänge.

Erst jüngst vermeldete der BSV Heeren, dass sein ehemaliger Toptorjäger Martin Herbort nach nur einem Jahr am Römerberg wieder zu den Blau-Gelben zurückkehrt. „Der Martin hat es versucht, konnte sich am Ende aber in unserem Team nicht durchsetzen“, zeigt Oberadens Trainer Birol Dereli durchaus Verständnis für Herborts Entscheidung.

Erkan Baslarli war vom Landesligisten IG Bönen gekommen

Aber ausgerechnet im Angriff verliert der ambitionierte A-Kreisligist aus Bergkamen im Sommer nun einen weiteren Stürmer – und der schmerzt zweifelsohne mehr. Tormaschine Erkan Baslarli, der vom Landesligisten IG Bönen an den Römerberg gekommen war, sucht sich bereits einen neuen Verein. In den sechs ausgetragenen Partien der Corona-Saison hat er sechs Treffer markiert: Jedes Spiel ein Tor – quasi 100 Prozent Effizienz.

Kräftig und torgefährlich: Erkan Baslarli (rechts) verlässt den SuS Oberaden und sucht sich einen neuen Verein.
Kräftig und torgefährlich: Erkan Baslarli (rechts) verlässt den SuS Oberaden und sucht sich einen neuen Verein. © Thorsten Teimann © Thorsten Teimann

„Ich habe Anfragen, aber noch nirgends zugesagt. Ich gebe mir die Zeit“, erklärte der 30-jährige Angreifer, der auch schon für den Werner SC und Eintracht Werne gespielt hat, jetzt in einem Interview. Er habe auch eine Anfrage von einem Verein, als spielender Co-Trainer mitzuwirken. Immerhin sei es auch für ihn nun an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen.

Trainer Birol Dereli hat eine neue Spielstruktur im Kopf

Doch warum geht’s nicht beim SuS Oberaden weiter, der in Zukunft noch hohe Ziele hat? „Erkan Baslarli ist ein feiner Kerl und macht auch seine Tore“, gibt’s von SuS-Trainer Birol Dereli ein dickes Lob. „Auf lange Sicht hin habe ich aber eine andere Spielstruktur im Kopf“, ergänzt der 46-Jährige, dass er mit Torkanone Baslarli nicht mehr plane.

Jeder Gegner wusste, dass der SuS Oberaden mit Baslarli eine Tormaschine im Angriff hatte, die er ausschalten musste. Ohne Zweifel suchten auch selbst die SuS-Mitspieler immer wieder den brandgefährlichen Angreifer, der vor dem gegnerischen Gehäuse nach wie vor eiskalt auftritt. Und der Stürmer selbst fordert auch die Bälle.

Für Birol Dereli war sein Team so aber zu gut auszurechnen, „dabei wollen wir eigentlich viel variabler aufspielen“, wünscht er sich. „Eigens deshalb stelle ich auch die Mannschaft für die neue Saison nach meinen Vorstellungen zusammen.“ Nur Baslarli spielt dabei keine Rolle mehr.

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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Thorsten Teimann