Mareike Müller (vorn) war jetzt beim Training der zweiten Fußballmannschaft des FC Overberge im Einsatz - für eine für Fußballer wohl ungewöhnliche Einheit. © Schürmann
Fitness

Fitnesstrainerin quält Kreisliga-Kicker: „Die zwei Tage danach waren übel“

Statt mit dem Ball zu kicken, schwitzten die Fußballer eines Kreisligisten beim Tae Bo und Tabata. Anfangs war nicht jeder begeistert - denn das Training sollte seine Wirkung nicht verfehlen.

Das war ein Training, das viele Amateurfußballer normalerweise überhaupt nicht mögen. Ein Kreisligist hat jetzt eine komplette Trainingseinheit mit einer Fitnesstrainerin abgehalten. Statt mit dem Ball zu kicken, stand hier Tae Bo, Tabata und Stretching auf dem Plan. Mancher Neuzugang habe da schon stutzig aus der Wäsche geguckt, erzählt ein Akteur.

Normalerweise ist Mareike Müller, Tennisspielerin bei den Damen 30 des TC Kamen-Methler, auf den Tennis-Courts dieser Welt unterwegs. Zuletzt trainierte sie im Urlaub in der Rafa-Nadal-Academy auf Mallorca mit der Filzkugel und traf dort sogar ihr großes Idol Nadal.

Mareike Müller: „Ich bin begeistert, wie die Jungs das hinkriegen“

Nun war die Kamenerin, die auch Fitness- und Personal-Trainerin ist, beim FC Overberge im Einsatz – bei der Reservemannschaft aus der Kreisliga C. Statt auf Tennis-Asche ging es für Müller auf den Kunstrasenplatz. Vor einigen Jahren entstand der Kontakt zum FCO. Seither ist sie hier regelmäßig in der Vorbereitung für ein paar Einheiten im Einsatz.

„Ich mache das öfter mit den Fußballern, damit die auch mal was anderes machen als immer nur Übungen mit Ball“, sagt Müller. Sie weiß, dass Fußballer das nicht unbedingt mögen: „Deshalb bin ich begeistert, wie die Jungs das hinkriegen. Die machen das super.“

Anstrengende Einheit in der Vorbereitung, aber alle haben mitgezogen

Los ging es für die C-Liga-Fußballer noch „gemach“ – mit Tae Bo. Diese Sportart enthält Elemente aus asiatischen Kampfsportarten mit Aerobic. Es ist eine reine Fitnessgymnastik, die zu schneller Musik durchgeführt wird.

Kurze Verschnaufpause für die Reserve-Kicker des FC Overberge beim Fitnesstraining mit Mareike Müller. © Schürmann © Schürmann

Anschließend ging es beim Tabata, einem Hochintensitäts-Intervalltraining, so richtig zur Sache. Mancher Spieler kam dabei an seine Grenzen. „Es war natürlich extrem anstrengend, aber das ganze Team hat mitgezogen. So hat es auch viel Spaß gemacht“, sagt Damian Schacht, der ehemalige Kapitän der FCO-Reserve, für den es nicht die erste Einheit unter Mareike Müller war.

Trainer kündigt Einheit spontan an, damit sich niemand drückt

Beim Tabata werden verschiedene Übungen für 40 Sekunden durchgeführt, anschließend steht eine 20-sekündige Pause an. Das Ganze wiederholt sich pro Übung achtmal. Und für die FCO-Kicker standen gleich fünf solcher Abläufe auf dem Programm.

Damit auch möglichst viele Spieler zum Training mit Mareike Müller erscheinen, sagt Schacht, habe der Coach dieses Training bei seiner Mannschaft erst ziemlich spontan angekündigt. „Das hat er gemacht, nachdem die Abmelde-Frist für das Training abgelaufen ist, damit sich keiner mehr davor drücken konnte“, erklärt der 20-Jährige mit einem Schmunzeln. Denn das Training mit Mareike Müller hat es in sich. Schacht: „Die zwei Tage danach waren übel, das war nicht so schön. Wir hatten alle Muskelkater.“

Damian Schacht meint, einige seiner Mitspieler hätten das Training unterschätzt

Mareike Müller war schon ein paar Mal beim FCO im Einsatz. Für einige Neuzugänge in der zweiten Mannschaft war es aber die Premiere, so der Ex-Kapitän: „Da haben einige schon komisch geguckt. Weil wir ja nur in der Kreisliga C spielen, haben das viele nicht erwartet.“ Einige, so Specht, hätten das Training auch unterschätzt: „Die dachten wohl, das schafft man locker.“

Wenn Mareike Müller noch weitere Einheiten beim FCO abhält, sind die Spieler jetzt zumindest gewarnt. Von ihrem Trainer werden sie davon aber wohl wieder nur spontan erfahren.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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