Die Ludwig-Uhland-Realschule hat einen Weg gefunden, mit dem Homeschooling umzugehen. © Goldstein (A)
Corona und Schule

Homeschooling an Uhlandschule: „Zu Mathe treffen wir uns pünktlich online“

Unterricht im Videochat, Hausaufgaben am Küchentisch und Pause im eigenen Wohnzimmer. Das Homeschooling ist zur neuen Normalität geworden. Eine Lüner Schule berichtet über ihre Erfahrungen.

Das Homeschooling beschäftigt die Lüner Schulen bald seit einem Jahr. An der Ludwig-Uhland-Realschule (LUR) in Lünen-Horstmar ist der Heimunterricht mit Videokonferenzen mittlerweile selbstverständlich. Schulleiter Benjamin Müller erinnert sich: „Der erste Lockdown im März 2020 stellte uns vor das große Problem, dass wir von heute auf morgen nicht mehr mit allen Schülerinnen und Schülern kommunizieren konnten.“ Damals wurden Wochenpläne über die Homepage veröffentlicht, die dann zu Hause bearbeitet werden mussten. „Die Infrastruktur war einfach noch nicht da, um regelmäßig mit allen zu Hause kommunizieren zu können“, so Müller weiter.

Die Schulleitung der Ludwig-Uhland-Realschule mit Benjamin Müller und Konrektorin Katja Pinkerneil-Hilff.
Die Schulleitung der Ludwig-Uhland-Realschule mit Benjamin Müller und Konrektorin Katja Pinkerneil-Hilff. © Ludwig-Uhland-Realschule © Ludwig-Uhland-Realschule

Noch fehlen die Geräte

Inzwischen hat sich vieles verändert. Zwar gibt es immer noch keine digitalen Endgeräte für Schüler oder Lehrer. Die ersten Geräte sollen jedoch nach Aussagen der Stadt Lünen zeitnah kommen. Dennoch werden alle Klassen und Kurse gemäß dem normalen Stundenplan mit Aufgaben online über „Klassenpadlets“ versorgt und zudem zu jeder Stunde in einer Videokonferenz unterrichtet. Benjamin Müller: „Wenn die Klasse 7a in der 3. Stunde Mathe bei mir hat, dann treffen wir uns nun pünktlich online. Das kommt natürlich nicht an normalen Unterricht heran, ist aber unter den gegebenen Umständen eine gute Lösung.“

Erfreulich sei die Tatsache, dass der größte Teil der Schülerinnen und Schüler erreichbar sei. Und auch die nötige telefonische Entschuldigung für das Fehlen im Distanzunterricht wurde von den Eltern angenommen. Konrektorin Katja Pinkerneil-Hilff erläutert, dass zwei Dinge der Schule in der Vorbereitung auf den zweiten Lockdown nach den Erfahrungen des Frühjahrs 2020 besonders wichtig waren: Zum einen soll den Kindern der Schulalltag durch die stündlichen Videokonferenzen auch Zuhause strukturiert werden, zum anderen kann eine enge Begleitung durch die Lehrkräfte erfolgen. „Denn welches Kind steht schon bereitwillig zur ersten Stunde auf, weil es sich lediglich von einem Arbeitsblatt oder einem Wochenplan begrüßt sieht?“ fragt sie. „Und wir merken täglich, wie richtig dieser Weg war, wenn wir unsere Schülerinnen und Schüler persönlich sprechen. Denn das, was uns allen derzeit am meisten fehlt, sind doch genau diese Momente des persönlichen Miteinanders. Das klappt jedoch alles nur, weil wir eine engagierte Schüler- und Elternschaft haben, die unseren Weg mitgehen.“

600 neue Accounts für Schüler

Müller ergänzt: „Zwischenzeitlich sahen wir unseren Weg etwas in Gefahr, als Störungen in Videokonferenzen der Schülerschaft und uns Lehrkräften das Leben und Lernen schwer machten.“ Aber Inzwischen hat die Schule für die täglichen Videokonferenzen vom „Jitsi“ auf „Microsoft Teams“ umgestellt, wofür ein Lehrerteam um den 2. Konrektor Thomas Bröer für alle Schülerinnen und Schüler sowie für das Lehrerkollegium Zugänge generieren musste. „Das waren über 600 Accounts“, berichtet Bröer. Die Arbeit habe sich aber in jedem Fall gelohnt – Störungen gibt es nicht mehr.

Die Schulleitung ist sich einig: „Als Schulgemeinde haben wir hier in kurzer Zeit wirklich einiges bewältigt. Die Coronakrise hat uns nochmals ganz deutlich gezeigt, wie stark wir hier in Horstmar als Team aus Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern zusammenarbeiten!“ „Es ist sehr seltsam, dass momentan kaum Leben in der Schule ist. Wir vermissen unsere Schülerschaft sehr und hoffen, dass wir ganz bald wieder vollere Klassen haben und zu so etwas wie „Normalität“ zurückkehren können“, so das Resümee der Schulleitung.

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