Zuletzt hielt Verdi 2018 eine Groß-Kundgebung auf dem Wall in Dortmund ab. © Oliver Schaper (Archivbild)
Verdi-Warnstreiks

Ganztägige Wall-Sperrung ausgerechnet beim ÖPNV-Streik – Warum muss das sein?

Wegen einer Verdi-Kundgebung wird am Donnerstag der Südwall gesperrt - am gleichen Tag, an dem der ÖPNV in Dortmund wegen des Streiks gesperrt wird. Verdi rechtfertigt die Standort-Wahl.

Für Dortmunds Berufspendler kommt es am Donnerstag (15.10.) ganz dicke: Wegen einer Großkundgebung von Verdi wird von 6 bis 18 Uhr der Südwall gesperrt – und das, obwohl durch den Warnstreik gleichzeitig der öffentliche Nahverkehr komplett lahm gelegt wird.

Kein einziger Bus, keine einzige Stadtbahn, dazu die wichtigste Ringstraße der Innenstadt den ganzen Tag durchtrennt – für Dortmunds Autofahrer bedeutet das voraussichtlich: Stau, Stau, Stau.

„Wir wollen die Stadt nicht lahmlegen“, sagt dazu Michael Kötzing, der Geschäftsführer von Verdi Westfalen. „Aber wir brauchen einfach den Platz.“

Der Südwall hat Tradition für Verdi: Bereits in der Vergangenheit kamen zu großen Tarif-Kundgebungen rund 15.000 Menschen dort zusammen, zuletzt 2018. Dieses Mal erwartet die Gewerkschaft zwar „nur“ 4000 Teilnehmer, doch die brauchen eben auch bedeutend mehr Platz, um den Corona-Abstand zu halten.

Im unmittelbaren City-Bereich biete nur der Wall soviel Fläche, sagt Kötzing, der Friedens- und der Hansaplatz seien zu klein, damit dort Tausende Menschen 1,5 Meter Abstand halten könnten.

Und angesichts der steigenden Corona-Zahlen der letzten Tage sei dieser Abstand wichtiger als je zuvor, sagt Kötzing: „Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass am Tag darauf Hunderte infizierter Kollegen Dortmunds Busse und Bahnen fahren!“

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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