Schon seit dem 14. Jahrhundert müssen die Menschen das Sacktor passieren, um in die Stadt zu gelangen. © von Braunschweig
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Warburg: 1000 Jahre Geschichte am äußersten Ostrand von NRW

Schmale Gassen, Häuser aus Zeiten, in denen noch mit viel Liebe zum Detail gebaut wurde und ein sensationeller Weitblick – ein Ausflug nach Warburg tut vor allem dem Gemüt gut.

Mönche, Handwerker und Kaufleute haben in Warburg ihre Spuren hinterlassen. Seit 2012 trägt die Stadt stolz ihre Hanse-Vergangenheit im Namen.

Das ist Warburg

Die Stadt am äußersten Ostrand von Nordrhein-Westfalen blickt auf eine fast 1000 Jahre alte Geschichte zurück. Als Ursprung gilt eine schon im Jahr 1020 ziemlich prächtige Burganlage auf dem Wartberg, von der heute allerdings nur noch eine Kapelle übriggeblieben ist.

Das Auf und ab in Warburg schenkt den Besuchern viele Perspektivwechsel, aber fordert auch die Puste heraus. © von Braunschweig © von Braunschweig

Mit knapp 23.000 Einwohnern ist Warburg die größte Stadt in der nach ihr benannten Bördelandschaft.

Die Warburger Börde ist im übrigen Nordrhein-Westfalen nicht nur aus dem Wetterbericht ein bekannter Begriff. Sie gilt auch als eine der größten Zuckerrüben-Produzentinnen des Landes.

Was sollte jeder unbedingt sehen?

Ein Spaziergang durch Warburg ist erst dann komplett, wenn sowohl die Neu- als auch die Altstadt durchquert ist.

Ein guter Ausgangspunkt sind Sacktor und Sackturm, die im 14. Jahrhundert als einer der wichtigsten Eingänge durch die Stadtmauer errichtet wurden.

Was für ein Weitblick. Ziemlich präsent schiebt sich die katholische Pfarrkirche „St. Maria Heimsuchung“ ins Bild. In vielen Restaurants lässt sich von der erhabenen Position aus die Aussicht genießen. © von Braunschweig © von Braunschweig

Sollten zunächst die Kniegelenke geschont werden, empfiehlt sich von hier aus der Abstieg in die Altstadt.

Vom Portal der dortigen katholischen Pfarrkirche „St. Maria Heimsuchung“ eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf das deutlich höher gelegene Gymnasium Marianum und die noch einmal gut hundert Jahre ältere evangelische Kirche „St. Maria im Weinberg“.

Der dortige Gedenkstein samt Totenleuchte erinnert an zwei der bekanntesten Schüler des Gymnasiums. Wilhelm Emanuel von Ketteler und Josef Wirmer spielten eine bedeutende Rolle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Ketteler wurde 1938 hingerichtet. Wirmer war am gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 beteiligt. Zwei Monate später vollstreckten die Nazis gegen ihn das Todesurteil.

Handwerkliche Geschichte

Die Blütezeit der Handwerker in der Stadt lassen unter anderem das Gerberdenkmal vor dem Johannisturm und das sogenannte Eckmännekenhaus weiterleben.

Letzteres ist das ehemalige Zunfthaus der Bäcker und gilt als eines der ältesten Fachwerkhäuser in ganz Westfalen.

Die Fachwerkhäuser in Warburg eint, dass sie alle wunderschön restauriert sind. © von Braunschweig © von Braunschweig

Egal, ob alte oder sogar ältestes – allein das Flair, das die vielen mit Liebe zum Detail gebauten Fachwerkhäusern versprühen, lohnt schon eine Reise in die Hansestadt.

Und dann ist da noch der zentral in der Neustadt gelegene Gebrüder-Warburg-Platz, der an gleich fünf Herren erinnert, die den gleichen Nachnamen und kurioserweise auch den gleichen zweiten Vornamen teilen, nämlich Moritz.

Auf dem Gebrüder-Warburg-Platz laden viele Bänke zum Verweilen ein. © von Braunschweig © von Braunschweig

Aby war Kunsthistoriker, Max ein Bankier und Finanzpolitiker, Paul ist als Gründer des Federal Reserve Board in die Geschichte eingegangen, während Felix und Fritz auch als Bankiers tätig waren.

Wo können Reisende übernachten?

Pensionen und Hotels finden sich sowohl in der Alt- als auch in der Neustadt in ausreichender Anzahl. Auch eine Reihe von Ferienwohnungen wird vermietet. Unter anderem kann man auf diese Weise sogar eines der alten Fachwerkhäuser bewohnen.

Wer neben der Stadt auch die Region kennenlernen möchte, findet in Kassel (ca. 35 Kilometer) und Paderborn (ca. 40 Kilometer) noch einmal ein deutlich größeres Bettenangebot.

Wie kommt man hin?

Vom Bahnhof Warburg (Westfalen) ist das Zentrum gut zu Fuß zu erreichen. Es gibt aber auch eine Busverbindung.

Mit dem Auto kommt man über die A44 (Abfahrt Warburg), die B252 und schließlich die B7 ans Ziel.

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