14. Februar

Valentinstag: Was hat es mit dem Tag der Liebe eigentlich auf sich?

Am 14. Februar ist Valentinstag. Gelegenheit für Paare auf der ganzen Welt, sich gegenseitig ihre Liebe zu demonstrieren. Wir gehen den Ursprüngen auf den Grund.
«Am 14. Februar ist Valentinstag» steht auf einem Schild vor einem Blumengeschäft, vor dem Kunden für die Abholung von Sträußen warten. © picture alliance/dpa

Während die Blumenindustrie (in nicht-Lockdown-Zeiten) jubelt, dürfte der 14. Februar den schlimmsten Tag des Jahres für viele Singles markieren. Welche Bedeutung hat der Valentinstag und wieso dürfen wir einmal im Jahr so richtig kitschig sein?

Ist der Valentinstag ein gesetzlicher Feiertag?

Auch wenn es unfair erscheinen mag: Der Valentinstag ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein ganz normaler Werktag in allen Teilen Deutschlands.

Valentinstag weltweit: Wie wird wo gefeiert?

Bis 1969 war der Valentinstag zumindest noch ein kirchlicher Feiertag. Auf Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde er jedoch aus dem sogenannten Allgemeinen Römischen Kalender gestrichen. Wenngleich es sich um einen anglikanischen Kirchenfeiertag handelt, wird der Valentinstag auch in der orthodoxen Kirche gefeiert. Dort wird allerdings sowohl dem römischen Priester als auch dem Bischof von Terni am 6. beziehungsweise 30. Juli gedacht.

Warum überhaupt Valentins-tag?

Wie so oft, liegen die Ursprünge dieses Gedenktages in der Kirchengeschichte. Erinnert wird am 14. Februar nämlich an den heiligen Valentinus, einen römischen Priester. Je nach Quelle wird er auch als Valentin von Rom oder Bischof von Terni bezeichnet. Ob es sich um dieselbe Person handelt, lässt sich indes nicht eindeutig feststellen – auf jeden Fall gab es mehrere Heilige mit demselben Namen.

Gemeinsam ist den Heiligen der Märtyrerstatus und ihre Selbstlosigkeit. So soll der als Bischof tätige Valentin Trauungen entgegen des kaiserlichen Verbots durchgeführt haben und dafür mit seinem Leben bezahlt haben. Auf Anlass von Papst Gelasisus wird dem heiligen Valentinus deshalb seit dem Jahr 469 an dessen Todestag, dem 14. Februar, gedacht.

Warum wird der Valentinstag als „Tag der Liebenden“ gefeiert?

Mit dem Thema Liebe wurde der Valentinstag erstmals im 14. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Als maßgeblich hierfür gilt der englische Dichter Geoffrey Chaucer und dessen Gedicht „Parlament der Vögel“ aus dem Jahre 1382:

„Es geschah am Valentinstag, als jeder Vogel kam, um seinen Partner zu wählen.“

Mit dem Gedicht würdigte Chaucer den Jahrestag der Verlobung zwischen König Richard II. von England und Anne von Böhmen. Ob tatsächlich der heilige Valentin gemeint ist, wird bis heute kontrovers diskutiert. In jedem Fall weist das Gedicht eine eindeutige Assoziation zwischen Valentinstag und romantischer Liebe auf.

Zudem passt es in die Zeit, in der die höfische Liebe an vielen europäischen Adelshäusern blühte. So wurde der 14. Februar erstmals in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Fest der Liebe dokumentiert.

Als allgemeiner Tag, an dem sich auch nicht adelige Paare gegenseitig ihre Liebe bekunden, tritt der Valentinstag dagegen erst ab dem 18. Jahrhundert in Erscheinung. Aus dieser Zeit stammt womöglich auch der Brauch, sich mit Blumen und Grußkarten zu beschenken.

Welche Bräuche gibt es zum Valentinstag?

In seiner modernen anglo-amerikanischen Variante ist der Valentinstag heute vor allem für zwei Bräuche bekannt: Für das Verschenken von Blumen, Süßigkeiten und anderen Aufmerksamkeiten, sowie für das Versenden von Grußkarten (sogenannte „Valentines“) mit romantischen Sprüchen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der zunehmenden Kommerzialisierung des Valentinstages haben sich diese Traditionen heute auf der ganzen Welt verbreitet. Mit konkreten Folgen für viele Wirtschaftsbereiche. Nicht zuletzt die Blumenindustrie profitiert maßgeblich von der Romantisierung des Gedenktages. Um den Valentinstag herum können Blumenläden mit bis zu 500 Prozent mehr Umsatz rechnen.

Auf der ganzen Welt locken Einzelhandelsgeschäfte und Online-Shops zum Valentinstag mit Geschenkideen für Männer und Frauen. Doch auch Singles sollen am Valentinstag nicht leer ausgehen: Im Internet kursieren in diesen Tagen unzählige Tipps für die Partnersuche oder wie man dem ganzen Liebeskitsch fernbleibt. Mit dem „Singles Awareness Day“ gibt es sogar einen eigenen Aktionstag für Alleinstehende, dessen Abkürzung jedoch wenig taktvoll erscheint: SAD

Valentinstag: Zahlen, Fakten und Kuriositäten

  • Rund eine Milliarde Grußkarten werden am Valentinstag verschickt (die höchste Zahl nach Weihnachten). Die meisten Valentinskarten werden dabei überraschenderweise an Lehrer versendet.
  • In Finnland heißt der Valentinstag „Ystävänpäivä“ und statt Liebespaaren steht der Tag im Zeichen guter Freunde.
  • Der britische Schokoladenhersteller Cadbury soll die erste Pralinenschachtel zum Valentinstag im Jahr 1800 verkauft haben.
  • Bis zu 35 Millionen Schokoladenschachteln in Herzform werden am Valentinstag verkauft.
  • Die Online-Partnervermittlung Parship registriert während des 14. Februar zwischen 20 bis 30 Prozent mehr Registrierungen.
  • 73 Prozent der Blumenkäufer am Valentinstag sind Männer. Die meisten Geschenke (ca. 85 Prozent) werden hingegen von Frauen gekauft.
  • Am Valentinstag wird Schokolade im Wert von über einer Milliarde US-Dollar umgesetzt. Außerdem werden allein in den USA rund 190 Millionen Rosen verkauft.
  • Durchschnittlich 220.000 Heiratsanträge werden am Valentinstag gemacht.

RND/pf/do

Der Artikel "Valentinstag: Was hat es mit dem Tag der Liebe eigentlich auf sich?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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