Corona-Mutation

USA: Corona-Varianten in Kalifornien und New York beunruhigen Forscher

In den USA haben Forscher zwei neue Coronavirus-Varianten entdeckt, die besonders ansteckend sein sollen. Die New Yorker Variante könnte sogar die Wirksamkeit der Impfstoffe reduzieren.
Die Aufnahme von Forschern des TU Wien-Spin-off Nanographics zeigt Coronaviren - in den USA sind nun neue Mutationen aufgetaucht. © picture alliance/dpa/Nanographics/apa

Wissenschaftler haben sich besorgt über zwei neue Coronavirus-Varianten gezeigt, die sich aktuell in den USA ausbreiten. Zum einen grassiert in Kalifornien die Mutante B.1.427/B.1.429, die erstmals im Dezember vergangenen Jahres entdeckt wurde. Zum anderen verbreitet sich in New York die Variante B.1.526.

Letztere könnte sogar die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe beeinflussen, befürchten die Forscher. Erstmals festgestellt wurde die Virusvariante in Proben aus dem November. Bis Mitte Februar machte B.1.526 rund ein Viertel aller sequenzierten Proben aus, die in einer Datenbank gelistet sind, berichtete die New York Times (NYT).

Virusvariante weist E484K- und S477N-Mutation auf

„Es ist keine besonders erfreuliche Nachricht“, sagte Michel Nussenzweig, Immunologe an der Rockefeller University, der US-amerikanischen Tageszeitung. „Aber allein das Wissen darüber ist gut, weil wir dann vielleicht etwas dagegen tun können.“

Das California Institute of Technology hat die Mutante B.1.526 genauer untersucht. Eine entsprechende Studie hatte die Universität am Dienstag auf dem Preprint-Server bioRxiv veröffentlicht. Darin beschreiben die Forscher, dass sich die New Yorker Virusvariante durch Mutationen des Spike-Proteins auszeichnet.

So unterscheiden sich die neuen Corona-Varianten

Entdeckt wurde unter anderem die E484K-Mutation, die ebenfalls bei der brasilianischen und südafrikanischen Virusvariante auftritt und es Sars-CoV-2 leichter machen könnte, den Impfstoffen auszuweichen. Außerdem identifizierten die Wissenschaftler die S477N-Mutation, die beeinflussen kann, wie fest sich das Virus an die menschlichen Zellen bindet.

Geimpfte erkranken wenn nur leicht bei Infektion mit Virusvariante

Erwartet wird zudem eine Studie der Columbia University, die weitere Erkenntnisse zu B.1.526 liefern könnte. Nussenzweig ist überzeugt, dass Menschen, die eine Infektion mit Sars-CoV-2 bereits überstanden haben oder geimpft sind, in der Lage sein werden, die Virusvariante abzuwehren. „Daran gibt es keinen Zweifel“, sagte der Immunologe der NYT. Aber „sie könnten ein bisschen krank werden“.

B.1.526 sei letztlich sogar besorgniserregender als die kalifornische Virusvariante B.1.427/B.1.429, so Nussenzweig. Dabei ist auch diese Mutante nicht zu unterschätzen: Sie ist ersten Erkenntnissen nach ansteckender und aggressiver als der Wildtyp von Sars-CoV-2. Womöglich hat sich die Variante auch schon in anderen US-Bundesstaaten und Ländern ausgebreitet.

B.1.427/B.1.429 in jeder vierten Probe nachgewiesen

„Der Teufel ist schon da“, sagte Charles Chiu, Infektiologe an der University of California in San Francisco, gegenüber der Los Angeles Times. „Ich wünschte, es wäre anders. Aber die Wissenschaft ist die Wissenschaft.“ Mindestens zwei wissenschaftliche Studien zur kalifornischen Variante sind bereits abgeschlossen und sollen demnächst veröffentlicht werden.

Die US-Wissenschaftler stießen zufällig auf die neue Variante, als sie Proben auf die zunächst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7. untersuchten. Stattdessen fanden sie in einem Viertel der Proben die neue Variante B.1.427/B.1.429.

RND/lb/saf/dpa

Der Artikel "USA: Corona-Varianten in Kalifornien und New York beunruhigen Forscher" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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