Coronavirus

Studie: Gemischte Impfung zeigt „stärkere Immunantwort“

Menschen unter 60 Jahren, die bei der Erstimpfung Astrazeneca bekommen haben, erhalten als Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff. Diese Kombination soll laut einer Studie eine höhere Wirkung haben.
Die Abwehrreaktion des Körpers ist laut einer Studie bei der Impfstoffkombination von Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff „geringfügig höher“ als bei einer zweifachen Biontech-Impfung. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Eine kombinierte Impfung mit Astrazeneca als erste und Biontech/Pfizer als zweite Dosis ist nach vorläufigen Erkenntnissen einer neuen Studie „deutlich wirksamer“ gegen das Coronavirus als eine zweifache Astrazeneca-Impfung. Die Abwehrreaktion des Körpers sei bei der Impfstoffkombination von Astrazeneca und Biontech sogar „geringfügig höher“ als bei einer zweifachen Biontech-Impfung, teilte die Immunologie-Professorin Martina Sester an der Universität des Saarlandes am Montag in Saarbrücken mit. Unter ihrer Leitung hat ein Forscherteam in den vergangenen Wochen die Immunreaktion von 250 vollständig geimpften Personen untersucht.

Man sei von „der Eindeutigkeit“ der vorläufigen Ergebnisse überrascht, sagte Sester. Die Analyse habe gezeigt, dass bei einer kombinierten Astra-Biontech-Impfung ebenso wie bei einer zweifachen Biontech-Impfung „etwa zehnmal mehr Antikörper im Blut“ nachgewiesen werden konnten als bei der Gabe von zweimal Astrazeneca. „Bei den neutralisierenden Antikörpern zeigte die kombinierte Impfstrategie sogar leicht bessere Ergebnisse als eine zweifache Biontech-Impfung“, sagte die Professorin für Transplantations- und Infektionsimmunologie.

„Intensiv über eine Kombination von Vektor- und mRNA-Impfstoffen nachdenken“

Noch seien die Ergebnisse der Studie nicht wissenschaftlich veröffentlicht. Da sie aber so klar seien, wolle man sie mit der Öffentlichkeit teilen. „Wir sind der Meinung, dass wenn noch weitere Forscherteams zu ähnlichen Ergebnissen kommen, man intensiv über eine Kombination von Vektor- und mRNA-Impfstoffen nachdenken sollte“, sagte Sester. Bei Menschen mit Vorerkrankungen, deren Immunabwehr geschwächt sei, könnte man überprüfen, ob diese nicht spätestens als dritte Impfung eine kombinierte Version bekommen sollten: „Um eine möglichst breite Immunreaktion des Körpers zu erzeugen“.

Hintergrund der gemischten Impfserie ist eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) nach dem Bekanntwerden von seltenen, aber schweren Komplikationen nach Astrazeneca-Erstimpfungen vor allem bei Jüngeren. Aus Risiko-Nutzen-Abwägungen heraus wird Menschen unter 60 Jahren, die schon eine Astrazeneca-Impfung haben, eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Biontech/Pfizer empfohlen.

dpaurn:newsml:dpa.com:20090101:210607-99-893076/2

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