Abschied von der aufgebahrten Queen – und Royals suchen Nähe zum Volk

Prinz Edward (l-r), Graf von Wessex, und seine Sophie, Gräfin von Wessex, nehmen vor der Zentralbibliothek Beileidsbekundungen entgegen.
Die Königsfamilie hat am Donnerstag Beileidsbekundungen des Volkes entgegengenommen. © picture alliance/dpa/PA Wire
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Kilometerlange Warteschlangen zum Abschiednehmen, ein Geburtstag in Trauer und die royale Familie zum Anfassen: Eine Woche nach dem Tod von Königin Elizabeth II. sind die Menschen in ganz Großbritannien weiter in Trauer.

Durchgehend bis zum nächsten Montagmorgen (19.9), dem Tag des Staatsbegräbnisses, haben die Menschen in Großbritannien Zeit, sich von der Queen zu verabschieden. Einige Schätzungen gehen von bis zu zwei Millionen Besuchern aus, die der Queen ihren Respekt erweisen wollen. Es wird mit Wartezeiten von bis zu 30 Stunden gerechnet. Der BBC überträgt den Livestream seit Mittwochabend durchgehend – ganze 109,5 Stunden lang.

Livestream: In zwei Reihen nehmen Menschen am Sarg Abschied von der Queen

Die Königsfamilie suchte am Donnerstag die Nähe zum Volk

Queen-Enkel Prinz William und seine Frau, Prinzessin Kate, waren beim Landsitz der Königin in Sandringham. Sie schauten sich die dort abgelegten Blumen an und unterhielten sich mit Besuchern. Medienberichten zufolge erzählte William einer Frau, die Trauerprozession am Vortag sei ihm schwer gefallen und habe ihn sehr an das Begräbnis seiner Mutter im Jahr 1997 erinnert.

Der Queen-Sohn Prinz Edward und seine Frau Sophie waren ebenfalls am Donnerstag in Manchester, um Blumensträuße und Botschaften anzuschauen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Prinz William (r), Prinz von Wales, und Kate, Prinzessin von Wales, betrachten die Blumen, die nach dem Tod von Königin Elizabeth II. von der Öffentlichkeit vor den Toren von Sandringham House niedergelegt wurden.
Prinz William und Prinzessin Kate haben am Donnerstag die Blumen vor den Toren Sandringham House betrachtet und sich mit dem Volk unterhalten. © picture alliance/dpa/PA Wire

Harrys trauriger Geburtstag

Derweil dürfte Williams jüngerer Bruder Harry einen besonders tristen Geburtstag verbracht haben: Er wurde am Donnerstag 38 Jahre alt. Harry und seine Frau Herzogin Meghan sind nach dem Tod der Queen vor einer Woche länger als ursprünglich geplant in Großbritannien geblieben, um an den Trauerzeremonien teilzunehmen. Ihre beiden Kinder Archie (3) und Lilibet (1) sind in den USA geblieben.

Harrys Verhältnis zu seiner Großmutter galt als humorvoll und innig. In einer persönlichen, emotionalen Botschaft dankte er ihr für ihr „ansteckendes Lächeln“. Er und seine Familie würden auch in dem Gedanken daran lächeln, dass die Queen nun wieder mit ihrem geliebten Ehemann, Harrys Großvater Prinz Philip, vereint sei, schrieb er.

Warteschlange von mehr als sechs Kilometern

Am kommenden Montag findet das Staatsbegräbnis für die Monarchin statt. Bis dahin haben die Menschen Gelegenheit, sich am Sarg von ihrer Königin zu verabschieden. Der Palast gab am Donnerstag einige Details zum Ablauf der Feierlichkeiten bekannt. Nach dem Staatsakt soll die Queen am Montagabend in Windsor im Kreis ihrer Familie beigesetzt werden. Zum Staatsbegräbnis werden auch Gäste aus Deutschland erwartet.

In einem Aussegnungsgottesdienst im kleinsten Kreis ab 19.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MESZ) soll die Königin in der St.-Georges-Kapelle an der Seite ihres im vergangenen Jahr gestorbenen Ehemanns Prinz Philip ihre letzte Ruhestätte finden. Der Sarg wird zuvor in mehreren Prozessionen von London nach Windsor gebracht.

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Queen Elizabeth II. – Ihr Leben in Bildern

Das war am Mittwoch (14.9) passiert

Der Sarg der Queen war am Mittwochnachmittag in einer feierlichen Prozession in Begleitung der engsten Familie vom Buckingham-Palast zum Parlament gebracht worden. Mehrere Soldaten hoben den in die royale Standarte eingehüllten und mit Blumen und der Imperial State Crown geschmückten Sarg auf ein violettes Podest.

Der Sarg von Königin Elizabeth II. ruht auf einem Katafalk in Westminster Hall.
Der Sarg von Königin Elizabeth II. ruht auf einem Katafalk in Westminster Hall. © picture alliance/dpa/AP Pool

Zuvor war der geschlossene Sarg von der engsten Familie von Queen Elizabeth II. vom Buckingham-Palast in einem festlichen Trauerzug bis hin zum Parlament begleitet worden. In der Westminster Hall warteten Königsgemahlin Camilla, Prinzessin Kate, Herzogin Meghan, Gräfin Sophie und weitere Mitglieder der Royal Family, die nicht bei der Prozession mitgelaufen waren. Die Royals nahmen vor Ort gemeinsam rund um den Sarg an einem Gottesdienst teil.



dpa/karie