Neun Palästinenser offenbar bei Luftangriff im Gazastreifen getötet – darunter drei Kinder

Israel hat erneut mit einem Luftangriff von Zielen im Gazastreifen auf eine Raketenattacke reagiert. Nach Behördenangaben kamen dabei neun Palästinenser um, davon drei Kinder.
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind am Montag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza neun Palästinenser getötet worden, drei davon Kinder. © picture alliance/dpa

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind am Montag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza neun Palästinenser getötet worden, drei davon Kinder.

Zuvor hatten militante Palästinenser zahlreiche Raketen auf israelische Städte gefeuert, darunter auch Jerusalem. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe die Berichte aus dem Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben ereignete sich der Vorfall in Beit Hanun im Norden des Küstenstreifens. Israel reagiert auf Raketenattacken regelmäßig mit Beschuss von Zielen im Gazastreifen. Beobachter rechneten mit schweren Angriffen auf das Küstengebiet in der Nacht.

Militante Palästinenser hatten Raketen auf Israel geschossen

Militante Palästinenser hatten am Montagabend zahlreiche Raketen auf Israel geschossen. Vorausgegangen waren schwere Zusammenstöße von Palästinensern mit israelischen Sicherheitskräften in Jerusalem.

Ein Sprecher der islamistischen und im Gazastreifen herrschenden Hamas sagte, dies sei eine „Botschaft“ an den Feind Israel. Raketenalarm wurde auch in Jerusalem ausgelöst, dies ist sehr selten. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurde ein 49-Jähriger in der Nähe der Stadt Sderot von Splittern verletzt.

Nach neuen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften brach auf dem Tempelberg in Jerusalem ein Brand aus. Die israelische Polizei teilte mit, er sei offenbar durch Feuerwerkskörper verursacht worden. Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sprach bei Twitter von unverantwortlichem Verhalten palästinensischer Demonstranten.

Großer Baum in Flammen

Ein Video zeigte, wie ein großer Baum in Flammen aufging. Der Brand war auch von der Klagemauer aus zu sehen, wo zahlreiche Israelis weiter den Jerusalem-Tag feierten. Aus dem Gazastreifen waren zuvor mehrere Raketen auf die Stadt abgefeuert worden. Eine davon schlug nach Armeeangaben in einem Vorort Jerusalems ein.

Vor der Al-Aksa-Moschee in Jerusalems Altstadt setzten Polizisten Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschosse gegen Steine werfende Palästinenser ein. Palästinensische Rettungskräfte sprachen von mehr als 300 Verletzten. Nach Polizei-Angaben wurden fast zwei Dutzend Beamte verletzt.

Seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Jahre 2007 haben Israel und die radikale Organisation sich drei Kriege geliefert. Israel und Ägypten halten das Gebiet unter Blockade und begründen dies mit Sicherheitserwägungen.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie verfolgt die Zerstörung Israels. Rund zwei Millionen Menschen leben in dem Palästinensergebiet unter schlechten Bedingungen. Im August 2020 hatte die Hamas nach Vermittlung Katars eine Waffenruhe mit Israel verkündet. Aber auch danach gab es immer wieder Verstöße.

RND

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