Coronavirus

Neue Vakzine aus Russland: So funktioniert ein Peptidimpfstoff

Der zweite in Russland zugelassene Impfstoff funktioniert anders als die bisher bekannten Corona-Vakzine. Auch in Tübingen wird an einem solchen Peptidimpfstoff gegen das Coronavirus geforscht.
Eine medizinische Mitarbeiterin verabreicht einem Mann den Corona-Impfstoff Sputnik V. © picture alliance/dpa/AP

Russland beginnt mit der Massenproduktion eines zweiten Corona-Impfstoffs. Bei EpiVacCorona handelt es sich um einen sogenannten Peptidimpfstoff: Er funktioniert nach einem anderen Prinzip als die in der EU bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Peptidimpfstoffe enthalten Bruchstücke von Proteinen des Virus, die man Peptide nennt. Diese können synthetisch hergestellt werden. In einem Impfstoff sind in der Regel Bruchstücke von mehreren verschiedenen Virenproteinen enthalten.

Der Kontakt mit dem Virus löst bei Geimpften eine Immunantwort gegen all die Virenproteine aus, deren Bruchstücke in der Impfung enthalten sind. Auch in Deutschland wird an einem Peptidimpfstoff geforscht. Wie das Paul-Ehrlich-Institut im November mitteilte, wurden entsprechende klinische Studien der Universität Tübingen genehmigt.

Deutschland forscht auch an einem Peptidimpfstoff

Im ersten Teil der klinischen Prüfung sollen zunächst zwölf gesunde Probanden zwischen 18-55 Jahren geimpft werden, im nächsten Schritt auch ältere Probanden mit Vorerkrankungen. Die Studie beinhaltet einen Screeningtermin, einen Impftermin und sechs Kontrolltermine innerhalb eines Zeitraumes von sechs Monaten.

Wann der erste deutsche Peptidimpfstoff zur Zulassung gelangen könnte, ist aber noch nicht abzusehen. Möglich ist allerdings, dass Russland die Zulassung seines Peptidimpfstoffs in der EU beantragen wird. Für den ersten in Russland entwickelten Impfstoff Sputnik V, einen Vektorimpfstoff, der ähnlich wie die Impfung von Astrazeneca funktioniert, läuft offenbar bereits ein solches Zulassungsverfahren.

Kritik an Russland wegen fehlender Daten zum ersten Impfstoff

Für eine Zulassung in der EU müssen umfangreiche Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der russischen Impfungen vorgelegt werden. Russland war international kritisiert worden, weil solche Daten bei der Zulassung von Sputnik V im vergangenen Sommer offenbar noch fehlten.

In Bezug auf den zweiten Impfstoff EpiVacCorona sagte die Leiterin der russischen Überwachungsbehörde Rospotrebnadzor, dieser sei „sehr sicher“ und berge „kaum ein Risiko für Nebenwirkungen“.

RND

Der Artikel "Neue Vakzine aus Russland: So funktioniert ein Peptidimpfstoff" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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