Haustausch, Campen, Radtouren: Ideen für Urlaub vor der Haustür

Auch wenn sich die Lage zu entspannen scheint, ist an unbeschwertes Reisen bisher kaum zu denken. Zum Glück warten auch vor der eigenen Haustür so manche Abenteuer. Sechs Ideen für die Ferien.
Kleine Abenteuer warten schon vor der eigenen Haustür. © Scott Goodwill/Unsplash

Die Pandemie hat die Urlaubspläne vieler Familien auch in diesem Jahr auf den Kopf gestellt. Erst nach und nach werden Reisen wieder möglich und sind zum Teil an strenge Bedingungen geknüpft. Für Eltern und ihre Kinder ist das eine große Herausforderung. Was also tun, damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt?

1. Wohnungs- oder Haustausch

Einfach für ein paar Tage das eigene Zuhause gegen ein anderes tauschen. Das geht mit Freunden und Verwandten oder über kostenpflichtige Tauschbörsen auch mit Fremden. Was daran spannend ist? Zwei Familien tauschen den Alltag miteinander und entdecken so viel neues.

Wenn die Kinder in einem ähnlichen Alter sind, ist in der anderen Wohnung meist sogar vieles vorhanden, das gebraucht wird. Vom Wickeltisch, über Spielzeug bis hin zum Kinderstuhl. Die Variante ist in der Regel Corona-konform, denn ein kompletter Haushalt tauscht seine Wohnstätte mit einem anderen. Das ist in der aktuellen Lage ein klarer Vorteil.

2. Einen Camper leihen

Sich einen Camper von Freunden leihen und einfach los in die Natur brausen? Das klingt aufregend. Allerdings sind Übernachtungen bis auf wenige Ausnahmen grundsätzlich nur auf Campingplätzen erlaubt. Gestattet ist sonst etwa eine Übernachtung zur „Herstellung der Fahrtüchtigkeit“. Sprich: Man muss eine Pause machen und schlafen, weil man sonst den Straßenverkehr gefährdet.

„Was natürlich auch geht: Den Camper bei Freunden oder Bekannten auf dem Hof oder auf deren Gartengrundstück parken, sofern keine Corona-Regeln dagegen sprechen“, sagt Dirk Fehse, Gründer und Betreiber von Paul Camper in Berlin. Der 39-jährige vermittelt Wohnmobile nach dem Airbnb-Prinzip von privat an privat.

Die Preise für das Mieten von Wohnmobilen belaufen sich je nachdem, wo man leiht und was für Kosten für Versicherungen und Vermittlung oben drauf kommen, auf etwa 50 bis 150 Euro pro Nacht. Bei Paul Camper zeigt sich, wie beliebt Wohnmobile derzeit sind. „Im Moment ist die Nachfrage extrem hoch, sodass wir eher Vermieter suchen, die bereit sind, ihr Wohnmobil zu teilen“, so Fehse.

3. Mit dem Rad oder zu Fuß zu Oma und Opa

Ab aufs Fahrrad oder mit Proviant im Rucksack auch zu Fuß Richtung der geimpften Großeltern aufbrechen, statt wie sonst das Auto zu nehmen. Was auch Spaß machen kann: Mit Zug, S-Bahn oder Bus fahren und einfach eine oder mehrere Stationen früher aussteigen.

Wer Freunde hat, die auf der Wegstrecke wohnen: Vielleicht lässt sich sogar eine Übernachtung mit Zelt im Garten arrangieren? Für Kinder ein echtes Abenteuer.

4. Ums Dorf herum oder eine neue Ecke der Stadt erkunden

Einmal komplett das eigene Dorf zu umwandern, kann einen neuen Blick auf die Heimat ermöglichen. Gleiches gilt für das Erkunden eines bisher unbekannten Stadtteils in der Heimatmetropole. Denn Hand aufs Herz: Wie gut kennen etwa Kreuzberger die Berliner Bezirke Reinickendorf und Spandau?

In südlichen Gefilden kennt man Gemeindeumrundungen als Bannwanderung. Das sind geführte Gruppenwanderungen, häufig an Feiertagen wie Fronleichnam, die entlang der Gemarkungsgrenzen führen. Aber Stadtwandern oder Dorfumrundung gehen natürlich auch ohne Gruppe: Man schnappt sich einfach eine Karte und plant seine Route entlang der Gemeinde- oder Stadtteilgrenzen.

Dafür eignen sich neben Wanderkarten auch Google Maps in Kombi mit Apps wie Komoot. Falls die Wegstrecke für zwei Tage reicht, lässt sich auch hier vielleicht ein Übernachtungsstopp bei Freunden oder Verwandten arrangieren. Wichtig: An ausreichend Proviant denken, denn möglicherweise gibt es unterwegs kein allzu großes Angebot.

5. Stockbrot machen

Ob im eigenen Garten, bei Verwandten oder Freunden oder – wo erlaubt – unterwegs: Einen Stockbrotteig vorzubereiten und diesen am Lagerfeuer zuzubereiten, dürfte selbst Teenagern noch Spaß bereiten. Viel braucht es dafür nicht: den Teig, einen Stock, um dessen Spitze man den Teig spiralförmig wickeln kann, und ein Feuerchen, über das man diesen hält. Aber Vorsicht: Stockbrot brennt schnell an. Also den Stock immer mal wieder drehen und wenden.

Rezept: Einen halben Frisch-Hefe-Würfel (21 Gramm), einen Esslöffel Zucker und eine gute Prise Salz in etwa 250ml warmer Milch auflösen. Dann mit etwa 400 bis 500 Gramm Weizenmehl vermischen. Der Teig hat die ideale Konsistenz, wenn er sich leicht von der Schüssel löst und nicht mehr an den Fingern klebt. Abschließend den Teig mit einem Schuss gutem Olivenöl verfeinern.

Der Hefeteig sollte mit einem Geschirrhandtuch zugedeckt werden und an einem warmen Ort mindestens ein bis zwei Stunden gehen. Beispielsweise auf einer sonnigen Fensterbank. Noch besser ist es, wenn man den Teig schon am Abend davor zubereitet.

Sollte es regnen oder etwas anderes dazwischen kommen, lassen sich aus dem Teig wunderbar Brötchen backen. Die Backzeit beträgt bei 180 Grad Umluft etwa 15 bis 25 Minuten.

6. Leckereien aus der Natur herstellen

Nicht immer muss es ein großer Ausflug sein. Auch kleinere oder größere Projekte zu Hause können der ganzen Familie Spaß bringen. Etwa, wenn aus Holunderblüten süßer Sirup gemacht wird.

Und so gehts: Holunder blüht je nach Standort ab Mitte Mai bis in den Juni hinein. Einfach am Wegesrand läuse-freie Dolden sammeln. So nennt man die büschelartigen Teile der Pflanzen, die die Blüten tragen. Markus Strauss, Buchautor und Experte für essbare Wildpflanzen empfiehlt, diese vormittags statt nachmittags oder abends zu sammeln, denn dann seien die Pflanzen weniger „gestresst“. Wenn die Sonne brenne und dazu vielleicht noch ein starker Wind wehe, würden die Dolden viel von ihren sekundären Pflanzenstoffen und ätherischen Ölen verlieren. „Und genau letztere braucht man ja als Geschmacksträger für den Sirup“, so der Experte.

Zuhause sollten die Dolden nochmals geschüttelt und von Ungeziefer befreit werden. Dann die Blüten über Nacht in einem Topf mit kaltem Wasser einweichen, dabei nimmt das Wasser das Aroma aus den Blüten an. Pro Liter Wasser benötigt man etwa zehn Dolden.

Am nächsten Tag das Wasser durch ein Geschirrtuch in eine große Schüssel seihen. Dann das aromatisierte Wasser mit Zucker und Zitronensäure stets rührend aufkochen, bis es eindickt. Pro Liter Wasser rechnet man 500 Gramm Zucker und 20 Gramm Zitronensäure. Den fertigen, zähen, heißen Sirup füllt man per Filter in saubere Glasflaschen ab und lässt ihn abkühlen. Et voilà!

RND

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