Coronavirus

FFP2-Maske und medizinische Maske: Das sind die Unterschiede und darauf sollten Sie achten

Bund und Länder haben die Maskenpflicht verschärft. FFP2-Masken oder medizinische Masken – welche Maske kann was? Worauf muss ich beim Kauf achten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
FFP2-Masken müssen jetzt in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen getragen werden. © picture alliance/dpa

Deutschlandweit ist die Maskenpflicht verschärft worden. Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben beschlossen: Beim Einkauf und im Nahverkehr ist nun das Tragen von medizinischen Masken Pflicht. In Bayern gilt seit dieser Woche sogar eine FFP2-Pflicht für eben jene Bereiche. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen medizinischen Masken und FFP2-Masken?

Was ist der Unterschied zwischen einer FFP2-Maske und einer OP-Maske (medizinischen Maske)?

Eine OP-Maske schützt vor allem das Gegenüber vor infektiösen Tröpfchen. Bei festem Sitz können medizinische Gesichtsmasken aber auch den Träger der Maske schützen. Die FFP2-Maske dient laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)) zum Eigenschutz. Beide Maskentypen schützen zwar vor Tröpfchen – die FFP2-Maske bietet aber einen besseren Schutz vor Aerosolen.

Wo gibt es eine entsprechende Regelung bislang?

Bundesweit sollen in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Geschäften besser schützende Masken Pflicht werden. Das können OP-Masken sein, FFP2-Masken oder auch KN95-Masken, die einen vergleichbaren Standard haben. Alltagsmasken aus Stoff reichen dann nicht mehr.

Der Freistaat Bayern ist bislang das einzige Bundesland, dass das Tragen von FFP2-Masken verpflichtend macht. Konkret müssen seit Montag, 18. Januar, Kunden in Geschäften sowie Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Maske tragen. Beschlossen wurde die Regelung vom bayerischen Landeskabinett. „Wir müssen den Alltag sicherer machen“, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Maßnahmen begründet.

Was ist eine FFP2-Maske?

Streng genommen geht es um partikelfiltrierende Halbmasken, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erklärt. FFP2 ist dabei einer von mehreren Standards, konkret werden damit Masken bezeichnet, die 94 Prozent der Aerosole aus der Atemluft filtern. Aus Sicht des BfArM sind die FFP2-Masken eigentlich als Schutzausrüstung im Bereich des Arbeitsschutzes gedacht. Entsprechende Masken sind oft kuppelförmig oder faltbar, sie weisen statt klassischer Nähte lediglich Schweißstellen auf.

Was ist eine OP-Maske?

Bei medizinischen Gesichtsmasken oder OP-Masken handelt es sich ursprünglich um Medizinprodukte, die etwa im Klinikalltag eingesetzt werden. Bei den meisten medizinischen Gesichtsmasken kann durch Form und Sitz ein Teil der Atemluft an den Rändern der Maske vorbeiströmen. Auf einen festen Sitz sollte daher stets geachtet werden. Gerade bei der Einatmung kann andernfalls ungefilterte Atemluft inhaliert werden. Die OP-Masken können den Träger aber vor einem direkten Auftreffen von ausgeatmeten Tröpfchen schützen. Die medizinische Gesichtsmaske ist vor allem für den Fremdschutz geeignet.


Was spricht für FFP2-Masken?

Bislang mussten in Deutschland in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens lediglich einfache Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Zwar bremsen diese nachweislich die Ausbreitung von Viren beim Ausatmen, doch haben sie einen entscheidenden Nachteil: Sie tragen nach Angaben der Gesellschaft für Aerosolforschung eher zum Schutz anderer Menschen als zum Selbstschutz bei.

Deutschlandweit ist nun das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken Pflicht, die zwar auch in erster Linie für den Fremdschutz geeignet sind. Bei festem Sitz bietet aber auch die OP-Maske einen gewissen Eigenschutz. Hochwertigere Atemschutzmasken beispielsweise der Klassen FFP2, N95 oder KN95 sind nach Angaben der Aerosolforscher sowohl für den Selbst- als auch für den Fremdschutz effizient, sofern sie kein Ausatemventil haben.

Wie funktioniert eine FFP-Maske?

Mund-Nase-Masken filtern einen Teil der Partikel und Viren aus der Luft heraus. Dadurch sinkt deren Konzentration und damit das Infektionsrisiko. Ausgeatmete Aerosolpartikel sind nach Angaben der Gesellschaft für Aerosolforschung mit Sitz in Köln durch anhaftende Feuchtigkeit relativ groß, auch einfache Masken können sie daher recht effizient zurückhalten. In der Raumluft schrumpfen die Partikel aber – und können darum beim Einatmen durch einfache Masken hindurch gelangen. FFP2-Masken sind dichter und filtern so mehr und auch kleinere Partikel.

Aufpassen muss man unter anderem, weil zum Teil gefälschte Masken auf dem Markt sind. Weitere Infos zu FFP2-Masken finden Sie hier.

Was muss man beim Tragen der Masken beachten?

FFP2-Masken und auch alle anderen Masken können nur vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen, wenn sie sehr eng anliegen. „Billige Masken schließen bei der Nase oft nicht richtig“, sagt der Virologe Alexander Kekulé. Der Bügel über der Nase müsse mit beiden Händen fest angedrückt werden, so dass Luft nur noch durch die Maske entweichen kann. Denn ansonsten wirkt sie nicht besser als eine einfache Einwegmaske. Die FFP2-Maske muss sofort gewechselt werden, wenn sie nur ein bisschen feucht ist, da der Schutz dann nicht mehr vollumfänglich gegeben ist.

Die FFP2-Maske sollten übrigens Männern nur mit glattrasierter Haut tragen. Schon beginnender Bartwuchs könnte ein Problem darstellen, weil sich ein Abstand zwischen Haut und Maske bildet, durch die Luft ungefiltert ein- und ausströmen kann.

Beim Tragen von so genannten OP-Masken ist es sehr wichtig, dass sie fest anliegen und über Mund, Nase und Wangen sitzen. Auch ist die medizinische Gesichtsmaske ein Einwegprodukt und muss regelmäßig gewechselt werden – spätestens wenn sie durchfeuchtet ist. Beim Abnehmen sollte die Maske wenn möglich nur an der Bändern der Maske angefasst werden – die Hände sollten danach gründlich mit Seife gewaschen werden.

Der Artikel "FFP2-Maske und medizinische Maske: Das sind die Unterschiede und darauf sollten Sie achten" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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