Coronavirus

Corona-Beschlüsse: Bei welcher Inzidenz öffnet welcher Bereich?

Den neuen Corona-Beschlüssen nach hängen Lockerungen der Maßnahmen sowie Öffnungen von der Sieben-Tage-Inzidenz einer Region ab. Doch wann gelten welche Kontaktbeschränkungen? Ein Überblick.
Bund und Länder planen den neuen Corona-Beschlüssen nach Lockerungen und Öffnungen, die von der Zahl der Neuinfektionen abhängen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Nach monatelangem Corona-Lockdown wagt Deutschland erste Schritte aus dem Lockdown: Bund und Länder haben sich am Mittwoch auf neue Beschlüsse geeinigt. Sie enthalten auch Kriterien, nach denen die Bundesländer über weitere Öffnungsschritte entscheiden. Dabei steht – obwohl sich mehrere Länder Abweichungen der Strategie vorbehalten – vor allem der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, im Fokus. Als kritische Marke gilt den Beschlüssen nach jetzt eine Inzidenz von 50. Zuvor lag die Grenze bei 35 neuen Fällen in einer Woche.

Bis zum 7. März sind die Lockerungen noch nicht an die Inzidenz in den Kommunen gekoppelt. Es ist eine Öffnung der Kitas, Schulen, Friseure möglich. Dabei verfolgen die Bundesländer unterschiedliche Strategien: So gilt beispielsweise in Bremen für manche Klassenstufen seit dem 1. März die Rückkehr zum Präsenzbetrieb in voller Klassenstärke in den Grundschulen, im Nachbarbundesland Niedersachsen haben die Eltern von Grundschülern bis zum 8. März weiterhin die Möglichkeit, auf Homeschooling zu setzen.

Ab 8. März 2021: Diese Inzidenzwerte sind für Lockerungen entscheidend

Nachdem im ersten Schritt Kitas, Schulen und Friseure geöffnet wurden, dürfen ab dem 8. März auch die Blumenläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sowie der Einzelhandel des täglichen Bedarfs neu starten. Bei größerer Ladenfläche sind mehr Kunden erlaubt. In manchen Bundesländern gibt es solche Öffnungen bereits. Außerdem sollen sogenannte körpernahe Dienstleistungen wie Massagen erlaubt werden. Was damit genau gemeint ist, entscheiden jedoch die Länder. Kunden müssen einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vorweisen, falls sie bei ihrem Termin die Maske nicht aufbehalten können, zum Beispiel bei Kosmetik oder Rasuren. Auch der Unterricht in Fahr- und Flugschulen soll wieder losgehen.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 gilt: Treffen von bis zu zehn Personen aus drei Haushalten sind erlaubt. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 gilt: Regional oder landesweit stehen Öffnungen im Einzelhandel, in Museen, Galerien, Zoos, botanischen Gärten und Gedenkstätten an. Für Geschäfte gilt: Der Einlass ist auf einen Kunden je 10 Quadratmeter beschränkt. Bei einer Verkaufsfläche von über 800 Quadratmeter darf für jede weitere 20 Quadratmeter ein weiterer Kunde eingelassen werden. Außerdem dürfen maximal zehn Personen im Freien zusammenkommen, um Sport zu machen.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 gilt: Einzelhandel sowie Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten können Termine zum Einkauf oder Besuch vergeben. Das heißt für Geschäfte: Pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche darf ein Kunde bei vorheriger Terminbuchung einkaufen. Maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten dürfen draußen gemeinsam Sport treiben. Bei Kindern bis 14 Jahren ist eine Gruppe von bis zu zwanzig Personen erlaubt.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 gilt: Wo die Inzidenz stabil unter 100 liegt, sind den Beschlüssen nach Treffen von maximal zwei Haushalten und fünf Personen möglich. Terminshopping gilt als Option, für Zoos und Ähnliches sind Buchungen nötig.

Wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, greift eine Notbremse. Dann gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Regeln, die bis zum 7. März griffen. Das heißt in diesem Fall: Ein Haushalt und eine weitere Person dürfen sich treffen, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen.

Ab 22. März 2021: Ab welcher Inzidenz gilt welche Lockerung?

Ab dem 22. März gilt die dritte Öffnungsstufe: Hier ist die Voraussetzung eine Sieben-Tage-Inzidenz, die sich 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 gilt: Liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche stabil bei unter 50, steht eine Öffnung von Außengastronomie, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos an. Kontaktfreier Sport ist sowohl drinnen als auch draußen erlaubt.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 gilt: Eine Öffnung der Außengastronomie ist mit Terminbuchung möglich. Ein tagesaktueller Covid-19-Test ist nötig, wenn sich mehrere Haushalte einen Tisch teilen. Das gilt auch für den Besuch von Theatern, Konzert- und Opernhäusern, Kinos und für kontaktfreien Sport drinnen oder draußen.

Ab 5. April 2021: So wenige Corona-Neuinfektionen braucht es für Öffnungen

Frühestens ab dem 5. April gilt die nächste Stufe. Voraussetzung ist eine 7-Tage-Inzidenz, die sich in der vierten Stufe 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 gilt: Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern sind an frischer Luft möglich. Das gilt ebenso für Kontaktsport in Innenräumen.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 gilt: Liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei mehr als 50 oder stabil oder sinkend unter 100 darf der Einzelhandel öffnen. Dabei gilt eine eingeschränkte Zahl an Kunden: Für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche gilt die Zahl von einer Person pro 10 Quadratmeter. Kontaktfreier Sport ist drinnen erlaubt. Im Freien wiederum findet auch Kontaktsport statt.

Corona in Deutschland: Diese Maßnahmen gibt es außerdem

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen bis Anfang April außerdem die Testmöglichkeiten ausgeweitet werden: Dem Plan nach hat jeder Bürger künftig die Möglichkeit, einmal in der Woche einen Schnelltest zu machen. Wer positiv getestet wird, muss sich in Quarantäne begeben und einen zuverlässigeren PCR-Test machen. Beide Tests sollen gratis sein.

Auch in Sachen Impfungen geht es den Zielen zufolge voran: Ab Ende März/Anfang April sollen die Haus- und Fachärzte mitimpfen und dabei auch über die Priorisierung vor Ort entscheiden. Vereinzelt planen Bund und Länder zudem, auch niedergelassene Ärzte das Vakzin verabreichen zu lassen. Des Weiteren sehen sie eine Verlängerung der Homeoffice-Regelungen bis zum 30. April vor.

Ab dem 22. März sind weitere Beratungen geplant: Dann wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs über das weitere Vorgehen in den Bereichen Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels entscheiden. Am Freitag haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 10.580 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg damit auf 65,4.

Der Artikel "Corona-Beschlüsse: Bei welcher Inzidenz öffnet welcher Bereich?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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