Zwei Rückschläge können Verein nicht stoppen: Suche nach neuem Weg für Tonart-Projekt

dzKulturbürgerhaus

Das Tonart-Projekt soll auch nach der aktuellen Fördermittel-Absage weiter verfogt werden. Wie ein neues Konzept aussehen könnte, darüber hat der Gemeinderat jetzt diskutiert.

Südlohn

, 20.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war für die Vertreter aus Südlohn ein ernüchternder Besuch in Münster: Dort wurde ihnen Ende Mai bei der Bezirksregierung mitgeteilt, dass es für das mittlerweile auf ein Investitionsvolumen von über vier Millionen Euro angewachsene Projekt „Kulturbürgerhaus“ unrealistisch sei, einen 90-Prozent-Zuschuss zu erhalten (wir berichteten). Im Gemeinderat stand das Thema daher in der vergangenen Woche erneut auf der Tagesordnung.

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann kündigte den Politikern dabei einen „Besuch von Bezirksregierung und Ministerium“ an. Man wolle sehen, welche Projekte aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) überhaupt gefördert werden können.

Antragstellung in diesem Jahr nicht mehr möglich

„Projekte müssen weit in der Planung fortgeschritten sein, wenn Förderanträge gestellt werden“, wies Vahlmann darauf hin, dass „die Kommune in Vorleistung gehen muss“. Für dieses Jahr sei daher eine Antragstellung schon nicht mehr möglich, schilderte Dirk Vahlmann den Politikern, dass keines der geplanten Projekte den erforderlichen Status der Umsetzung bisher erreicht habe.

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Doch zurück zum Kulturbürgerhaus und dem Tonart-Projekt. „Realistisch“ sei eine Förderung von 1,5 Millionen Euro, brachte der Bauamtsleiter aus Münster mit. Er sprach daher von „umdenken“ und „anders orientieren“. Und: „Der Termin hat Klarheit gebracht“.

Förderung aus Städtebaumitteln möglich

Bürgermeister Christian Vedder brachte in die Diskussion ein, dass es für das Tonart-Projekt auch eine 40-prozentige Förderung aus Städtebauförderungsmitteln geben könnte. Er schlug vor, einen externen Projektförderer mit der Umsetzung zu beauftragen. Auch dieser wäre förderfähig, ergänzte der Bauamtsleiter.

Zwei Rückschläge können Verein nicht stoppen: Suche nach neuem Weg für Tonart-Projekt

Auf dem Gelände des ehemaligen Vereinshauses ist bereits die Caritas-Tagespflege entstanden. In dem Bereich könnte auch das Projekt "Tonart" realisiert werden. © Bernd Schlusemann

„Die Schule hat sich erledigt. Es herrscht Klarheit“, meinte Jörg Schlechter (FDP) zur Standortfrage. Und: „Der Verein muss ein neues Konzept aufstellen“. „Ehrlicherweise“ müsse man alles wieder auf null setzen, meinte Hermann Josef Frieling (CDU), dass das Projekt „ein neues Denken braucht“.

Auf die Akquise von möglichen Fördermitteln eingehend, fand Frieling, dass es in der Verwaltung „eine große inhaltliche Lücke“ in dieser Richtung gibt. Er schlug vor, darüber nachzudenken, einen neuen Mitarbeiter einzustellen, der sich vorrangig um solche Förderprojekte kümmert.

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Nicht alles den Ehrenamtlichen überlassen

Wichtig war ihm auch, dass die Verwaltung die Umsetzung des Kulturbürgerhauses nun „zentral steuert“. Sie dürfe es nicht „allein den Ehrenamtlichen überlassen“, fordert Frieling.

„Das Ding ist nicht gestorben, wir müssen uns nur andere Fördertöpfe suchen“, betonte Barbara Seidensticker-Beining (SPD). Dem schloss sich Manfred Waning vom Trägerverein Kulturbürgerhaus als Ideengeber für das Tonart-Projekt an.

Dritten Anlauf wagen

Man warte zwar schon lange. „Der jetzige Rückschlag bedeutet aber nicht, dass wir nicht einen dritten Anlauf machen wollen“, betonte Waning. Er forderte die Politiker aber dazu auf, „nicht alles auf Fördertöpfe zu reduzieren“, sondern mehr zu sehen, was die Vereine wollen.

Was die Standortfrage für das Kulturbürgerhaus angeht, ist es für Hermann Josef Frieling jetzt an der Zeit, diese neu zu bewerten. Für ihn ist alles denkbar, der angedachte Platz des ehemaligen Vereinshauses, die ehemalige Hauptschule und auch ein Standort in Oeding.

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