Zeche zahlt am Ende der Verbraucher

08.07.2008, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>...der Kostendruck für die Spediteure ist enorm, ob durch gestiegene Dieselpreise oder die höhere Maut. privat/dpa</p>

<p>...der Kostendruck für die Spediteure ist enorm, ob durch gestiegene Dieselpreise oder die höhere Maut. privat/dpa</p>

Südlohn/Oeding "Die Probleme sind überall in Europa die gleichen. Wir werden von einer Kostenlawine überrannt", schildert Michael Hoeper, geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Hoeper in Oeding, die derzeitige Situation in der Speditions- und Transportunternehmensbranche.

Das Oedinger Unternehmen hat bis zu 30 LKW täglich im Einsatz und ist in ganz Europa unterwegs. Auch wenn die Stimmung im Betrieb nach wie vor positiv sei, da man über eine gute Auftragslage verfüge, sei sie insgesamt durch die hohen Treibstoffpreise angespannt. 750 000 Euro müsse das Unternehmen ausgehend von den derzeitigen Preisen ausgeben, um die zwölf hauseigenen Fahrzeuge in diesem Jahr zu betanken - eine Mehrbelastung von rund 160 000 Euro, rechnet Hoeper vor.

Enormer Druck

Der Druck ist enorm: "Die Steigerung der Dieselpreise beträgt 28 bis 30 Prozent. Dadurch steigen die Gesamtkosten auf 9,2 Prozent aus, die wir an die Kunden weitergeben müssen." Und ein Ende ist nicht absehbar. Dass die Dieselpreise immer weiter steigen, ist jedoch nicht das einzige Problem der heimischen Unternehmer. Hohe Kosten drohten der Branche ebenfalls durch die so genannte Mautspreizung - eine Staffelung der Mautbeträge nach Schadstoffklassen, die zum 1. Januar kommen soll. "Dann werden Halter älterer Fahrzeuge stärker zur Kasse gebeten", so Hoeper. Selbst in der geringsten Schadstoffklasse läge die Steigerung der bei wenigstens 40 Prozent.

Von vielen Fuhrunternehmern sei zu hören, dass sie keine Perspektive mehr sehen. "Dabei sind wir auf eine funktionierende Logistik angewiesen. Die Zeche wird am Ende der Verbraucher zahlen müssen." An den Dieselpreisen könne die Bundesregierung nicht rütteln, bei der Maut jedoch sei das eine andere Sache, meint Hoeper.

Subventionierung?

"Die KFZ-Steuer sollte heruntergesetzt oder über eine Subventionierung wie in der Landwirtschaft nachgedacht werden", meint Waltraud Bomkamp von der gleichnamigen Spedition in Südlohn. In dem Transportunternehmen, das seine drei Fahrzeuge überwiegend im Nahverkehr rollen lässt und zwei Mitarbeiter beschäftigt, ist die Stimmung gedrückt.

3000 Euro müsse der Betrieb pro Woche in Diesel investiert werden. Doch die Preiserhöhungen seien nicht ohne weiteres an Kunden weiterzureichen: "Dann heißt es: ,Fahrt weiter oder hört auf'", stellt sie resigniert fest. kh

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