Wirtschaftsweg in Oeding bleibt nach Chemikalienfund aus Drogenlabor noch gesperrt

dzNapoleonsweg

Drei Wochen ist es her, dass Spaziergänger am Napoleonsweg Chemikalien aus einem Drogenlabor entdeckt haben. Seither ist der Weg komplett gesperrt. Und das bleibt auch noch eine Weile so.

Südlohn

, 10.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit an dem kleinen Wirtschafts-und Spazierweg an der B70 kurz vor Weihnachten Chemikalien aus einem Drogenlabor gefunden wurden, ist der Weg abgesperrt. Arbeiten sind dort nicht mehr zu sehen.

Ellen Bulten von der Pressestelle des Kreises Borken bringt Licht ins Dunkel. Demnach gibt es vor Ort immer noch starke Geruchsbelastungen. Und das, obwohl das Erdreich rund um die Fundstelle ausgebaggert wurde.

„Aktuell überlegen die Fachleute von der Wasserwirtschaft, wie man mit der Fundstelle umgeht“, erklärt sie. Auch Untersuchungen vor Ort sind noch möglich. Nähere Auskünfte dazu kann sie gerade nicht geben.

Fundstelle bleibt vorerst weiträumig abgesperrt

Zur Sicherheit sei die Fundstelle deswegen weiträumig abgesperrt worden. Das sei mit der Gemeinde Südlohn so abgestimmt. Wie lange sich Untersuchung und Sperrung noch hinziehen, konnte sie am Donnerstag nicht beantworten.

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Bürgermeister Christian Vedder ergänzt, dass in dem betroffenen Graben auch weiterhin Dämme aufgeschüttet wurden, um zu verhindern, dass sich die Stoffe in dem Graben ausbreiten. Insgesamt liege die Leitung der weiteren Untersuchung aber in den Händen des Kreises.

Polizei ermittelt vor Ort nicht mehr, sucht aber noch Hinweise

Nachfrage bei der Polizei: Nein, Ermittlungen würden dort vor Ort nicht mehr stattfinden. „Bei dem ganzen Regen wären dort sowieso keine Spuren mehr zu finden“, erklärt Thorsten Ohm von der Pressestelle der Polizei im Kreis Borken. Nach dem Chemikalien-Fund seien bei der Polizei mehrere Hinweise auf verdächtige Fahrzeuge eingegangen. „Denen gehen wir jetzt nach“, erklärt er. Wer weitere Hinweise geben kann, soll sich an die Kriminalpolizei in Borken wenden, Tel. (02861) 9000.

Großeinsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk

Die illegal entsorgten Chemikalien hatten in der Woche vor Weihnachten einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk ausgelöst. Spaziergänger hatten die Geruchsbelästigung und aufsteigende Dämpfe an dem Graben gemeldet. Kreis Borken und die Feuerwehr aus Südlohn rückte aus. Dazu wurde auch das Technische Hilfswerk alarmiert. Die Analyse der Stoffe beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) hatte ergeben, dass es sich bei dem Stoff um N-Formylamphetamin handelte. Ein Stoff, der in der Produktion synthetischer Drogen entsteht.

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Nur unter schwerem Atemschutz konnten die Einsatzkräfte schließlich das kontaminierte Erdreich ausbaggern und abtransportieren. Allein die Entsorgung des Stoffes kostete den Kreis rund 14.000 Euro.

Die illegale Entsorgung von Substanzen aus der Drogenproduktion nimmt bundesweit zu. Ein Schwerpunkt der Herstellung synthetischer Drogen liegt in illegalen Laboren in den Niederlanden.

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