Stießen auf die Gebietsanpassung an, die am 1. Januar 2021 in Kraft tritt und damit 60 Oedinger zu Burloern macht (v. l.): Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing, Südlohns Bürgermeister Werner Stödtke, Borkens Erster Beigeordneter Norbert Nießing, Südlohns ehemaliger Bürgermeister Christian Vedder. © Stadt Borken
Gebietsanpassung Oeding-Burlo

Weniger Fläche und Einwohner, aber 476.000 Euro Euro mehr in der Kasse

Die Bezirksregierung hat den Vertrag zwischen Südlohn und Borken genehmigt: 60 Oedinger sind ab 2021 Burloer. Die Gemeinde Südlohn ist um 27 Hektar Fläche ärmer, bekommt aber Geld dafür.

Das neue Jahr hat für rund 60 Oedinger eine ganz besondere Bedeutung: Sie werden Burloer. Ganz offiziell. Der Gebietsänderungsvertrag, den die Gemeinde Südlohn und die Stadt Borken abgeschlossen haben, tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Borken wächst um etwa 270.000 Quadratmeter und etwa 60 Bürgerinnen und Bürger, so die Stadt Borken in einer Pressemitteilung.

Der Verlauf der kommunalen Grenzen zwischen Südlohn und Borken war in der Vergangenheit bereits mehrfach Gegenstand der politischen Diskussion gewesen. „Im Jahr 2020 konnte im Zuge einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit das Thema Gebietsanpassung gemeinsam neu aufgegriffen und in einem Vertrag zwischen der Gemeinde Südlohn und der Stadt Borken geregelt werden“, bilanziert die Stadt Borken.

Gebiets- und Einwohnerverlust bringt 476.000 Euro

Diesen Vertrag hat die Bezirksregierung Münster nun genehmigt, wie Bürgermeister Werner Stödtke offiziell in der letzten Ratssitzung des Jahres mitteilte. „Wir verlieren Einwohner und 27 Hektar, aber der Effekt ist auch, wir bekommen Geld, das die Kämmerin für 2021 auch eingeplant hat“, so Stödtke in der Sitzung weiter. 476.000 Euro hoch ist der einmalige Betrag, den die Stadt Borken an die Gemeinde Südlohn überweisen wird.

Dass der Vertrag bald in Kraft tritt, war laut Pressemitteilung der Stadt Borken Grund genug, dass sich am Montag Südlohns Bürgermeister Werner Stödtke, Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing sowie Südlohns ehemaliger Bürgermeister Christian Vedder und Borkens Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer Norbert Nießing vor Ort trafen, um auf die Gebietsanpassung anzustoßen.

„Wir freuen uns, dass die Gebietsanpassung nach vielen Jahren endlich umgesetzt werden konnte“, waren sich Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing und Südlohns Bürgermeister Werner Stödtke einig. Dass die Anpassung von den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern positiv aufgenommen worden war, war Südlohns ehemaligen Bürgermeister Christian Vedder und Borkens Ersten Beigeordneten Norbert Nießing dabei wichtig zu erwähnen.

Ortsgrenze ging bei einer Familie sogar mitten durchs Haus

Beide waren vor Jahresfrist persönlich zu den Anliegern der Hedwigstraße gegangen und hatten in Gesprächen die Bereitschaft der Oedinger, Burloer zu werden, ausgelotet. Die war groß. Bei einer Familie läuft bis zum 1. Januar noch die Ortsgrenze sogar mitten durchs Haus, Wohn- und Badezimmer liegen in Burlo, die Küche in Oeding. Im neuen Jahr steht dann das ganze Haus in Burlo.

„Sobald es die Umstände ermöglichen, wird die Stadt Borken zu einer Feier in Burlo einladen, um die Neubürgerinnen und Neubürger angemessen zu begrüßen“, so Borkens Bürgermeisterin Mechthild Schulze Hessing.

Gebietsanpassung Oeding-Burlo

  • Im Vordergrund der Gebietsanpassung stand die Situation im Borkener Ortsteil Burlo an der Hedwigstraße. Die Gemeindegrenze durchschnitt dort im nördlichen Bereich die Bauzeile. Ziel der Stadt Borken und der Gemeinde Südlohn war es, diesen Bereich städtebaulich so zu optimieren, dass die Anlieger davon profitieren können.
  • Die Räte der Stadt Borken und der Gemeinde Südlohn begleiteten das Projekt sehr positiv und haben jeweils gleichlautende Beschlüsse hinsichtlich der weiteren Durchführung gefasst. Die zuvor befragte Bürgerschaft stand der Durchführung der Gebietsanpassung insgesamt ebenfalls sehr positiv gegenüber.
  • Nach langer Vorarbeit trafen sich am 25. Juni sich Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing und Südlohns damaliger Bürgermeister Christian Vedder im Heimathaus Burlo, um den Gebietsänderungsvertrag zu unterzeichnen.
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Anne Winter-Weckenbrock

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