Mit martialischen Werkzeugen wie Brecheisen gehen Autodiebe in der Regel heute nur noch selten vor. Dennoch: Es gab 2020 in Südlohn und Oeding zwölf Diebstähle aus Fahrzeugen, sechs Fahrzeuge wurden entwendet. © picture alliance / Diana Pfister/dpa-tmn
Kriminalität in Südlohn

Weniger Fahrrad-, aber dafür mehr Autodiebstähle prägen das Corona-Jahr

Insgesamt ist auch in Südlohn und Oeding die Zahl der angezeigten Straftaten zurückgegangen im von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020. Und zwar deutlich. Aber: Es gab auch Anstiege.

Genau 101 Straftaten weniger als 2019 wurden der Kreispolizeibehörde in Borken im vergangenen Jahr aus Südlohn und Oeding gemeldet: 304. Auch in der Gemeinde Südlohn ist im Jahr der Corona-Pandemie die Zahl der Gesamtstraftaten zurückgegangen, um ein knappes Viertel sogar. Die Aufklärungsquote hat sich aber verschlechtert. Wie aus der Statistik der Kreispolizei Borken hervorgeht, lag sie für 2020 bei knapp über der Hälfte (51,3 Prozent).

Acht Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Gewaltkriminalität kommt auch in Südlohn und Oeding vor. Einen unrühmlichen Ausreißer nach oben gibt es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Acht Fälle sind im Jahr 2020 bekannt geworden und damit genau 100 Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu zählt für 2020 auch der Fall des selbsternannten „Wunderheilers“, dem Taten gegen drei Jugendliche und Kinder zur Last gelegt werden.

Konnten im Jahr 2019 alle vier bekannt gewordenen Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgeklärt werden, liegt die Quote für das vergangene Jahr nur bei 62,5 Prozent. Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister erläuterte auf Anfrage der Redaktion, dass auch das Versenden illegaler pornografischer Bilder oder Videos zu diesen Straftaten zählen – Empfänger solcher Dateien stellten durchaus Anzeigen deswegen.

Weniger Feiern mit Alkohol – weniger Körperverletzungen

Körperverletzung – deswegen musste die Polizei im Jahr 2020 in Südlohn und Oeding in 35 Fällen tätig werden, ermittelte insgesamt 26 Tatverdächtige und klärte 80 Prozent der Fälle auf. Auch hier ist die Zahl im Vergleich zu 2019 stark zurückgegangen: Seinerzeit gab es 43 Körperverletzungsdelikte.

Zwei Raubdelikte wurden im vergangenen Jahr angezeigt. Vier Tatverdächtige müssen sich der Justiz stellen. Die Aufklärungsquote liegt bei 150 Prozent, weil nur zwei Delikte verübt wurden, aber drei aufgeklärt, wie Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister erläutert.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging in der Gemeinde Südlohn nicht so sehr in Zeiten von Homeoffice wegen der Corona-Pandemie zurück wie anderswo: Neun Einbrüche wurden bekannt, zehn Fälle waren im Jahr 2019 gemeldet worden. Nicht einmal die Hälfte der Fälle konnte aufgeklärt werden (44,3 Prozent), drei Personen hat die Polizei als Tatverdächtige ausgemacht.

Gleich doppelt so viele Fälle wie im Vorjahr wurden in drei weiteren Deliktbereichen festgehalten. Einer davon: Autodiebstahl. Gleich sechs Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr in Südlohn oder Oeding gestohlen. Im Vorjahr waren es noch drei Autos gewesen. Immerhin: Konnte 2019 keiner der drei Autodiebstähle aufgeklärt werden, gelang dies der Polizei im vergangenen Jahr in der Hälfte der Fälle. Sieben Tatverdächtige wurden ermittelt.

Genau ein Dutzend Diebstähle aus Fahrzeugen wurden sowohl 2019 als auch 2020 bei der Polizei angezeigt. Die Aufklärungsquote liegt bei niedrigen 8,3 Prozent, aber zwei Tatverdächtige führt die Polizei in ihrer Statistik für 2020 auf.

Auch die Zahl der Taschendiebstähle verdoppelten sich, allerdings auf niedrigstem Niveau: von einem Fall im Jahr 2019 auf zwei Fälle im Jahr 2020. Und Ladendiebstähle wurden sogar mehr angezeigt: Sieben Mal wurden Ladendiebstähle 2020 bekannt – und in allen sieben Fällen konnten die Schuldigen ermittelt werden. Im Jahr 2019 gab es vier Fälle.

Weniger Fahrräder geklaut

Liegt es an den ausgefallenen Partys und Festen? Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist enorm zurückgegangen. Wurden 2019 noch 51 Fahrräder als gestohlen gemeldet, waren es 2020 nur 19. Aber, wie bei dieser Deliktart nicht selten, lag auch die Aufklärungsquote für die Südlohner und Oedinger Fälle bei null.

Und auch hier könnte Corona eine Rolle spielen: Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden auf dem Gemeindegebiet in 23 Fällen festgestellt. 101 waren es vor Jahresfrist. 31 Tatverdächtige wurden mit Drogen „erwischt“.

36 Vermögens- und Fälschungsdelikte bekannt geworden

Eine hundertprozentige Aufklärungsquote kann die Polizei in Sachen Wirtschaftskriminalität vorweisen. Davon gab es einen Fall, der wohl einem Tatverdächtigen zuzuweisen ist. Weit größer ist die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte und auch sogar höher als 2019 gewesen: 36 Fälle wurden bekannt. Die Hälfte konnte aufgeklärt werden.

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Anne Winter-Weckenbrock

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