Lokalpolitiker gesucht: Wählergruppe für Südlohn und Oeding soll gegründet werden

dzWählergruppe Südlohn-Oeding

Die Gründung steht bevor: Am 18. November soll die überparteiliche Wählerinitiative aus der Taufe gehoben werden. Einwohner aus Südlohn und Oeding sind zum Mitmachen eingeladen.

Südlohn

, 05.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Maik van de Sand ist optimistisch: Wenn sich am 18. November um 19 Uhr die Tür zum Seminarraum des Feuerwehrgerätehauses öffnet, werden genügend Interessierte da sein, um die neue, überparteiliche Wählerinitiative zu gründen. „25 Leute haben zugesagt, zu kommen“, sagte er am Montag im Telefonat mit der Redaktion.

Großes Interesse schon zur Infoversammlung

Wie berichtet, waren schon zur Informationsversammlung im Oktober 21 Südlohner und Oedinger gekommen, die sich dafür interessierten, lokale Politik zu machen. „Ohne Parteipolitik und vorgeschriebenen Idealismus“, wie es Maik van de Sand in seiner öffentlichen Einladung zur Gründungsversammlung formuliert hat.

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Seitdem haben sich die Interessierten schön öfter mal getroffen. Und trotz sehr unterschiedlicher Menschen und Meinungen habe man konstruktiv zusammengearbeitet, „und es gab immer eine Einigung“, erzählt der Oedinger nicht ohne Stolz in der Stimme. Denn so soll es ja sein: Es geht um die Sache, und Experten „von vor Ort“ bringen sich zum Wohl ihrer Heimat ein.

Was meinen die Initiatoren für die neue Wählergruppe – dazu gehören neben Maik van de Sand auch Franz-Josef Rickers, Niklas Büning und Hermann Damm –, wenn sie sich Experten in ihren Reihen erhoffen? „Leute, die betroffen sind, sind Experten“, erklärt Maik van de Sand. Zum Beispiel Anwohner einer Straße, die umgestaltet wird. Und Einwohner, die sich in einem bestimmten Bereich auskennen – „das wäre gut“, äußert Maik van de Sand einen Wunsch.

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Er, der seit zehn Jahren für die Grünen im Rat sitzt (die Grünen treten 2020 nicht mehr zur Kommunalwahl an), fände es gut, wenn er sich zum Beispiel bei großen Bauvorhaben und Co. nicht immer nur auf externe Gutachten verlassen müsste, sondern mal mit einem Fachmann oder einer Fachfrau aus der Gemeinde über seine Einschätzung sprechen kann. Oder, wenn es um Bürgersteige geht, mit älteren Einwohnern, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

Entscheidung fällt: Antreten bei der Kommunalwahl 2020?

Jedes Alter ist angesprochen, sich in der Wählergruppe zu engagieren. Die Gruppe um die Initiatoren hat eine Tagesordnung für die Gründungsversammlung erarbeitet. Ein wichtiger Punkt: Die Entscheidung darüber, ob die Gruppe bei der Kommunalwahl 2020 antritt. Oder nicht.

Geht es nach Maik van de Sand, ist das Ziel, die 13 Wahlbezirke in der Gemeinde zu besetzen und die Gemeindepolitik mitzugestalten. „Wenn aber an dem Abend die Entscheidung dagegen fällt, sind wir ein lockerer Stammtisch, bei dem über lokale Politik diskutiert wird“. Und auch das sei in Ordnung.

Wenn die Entscheidung „Ja“ heißt, geht es im nächsten Tagesordnungspunkt um strategische Ziele, um das Programm, um Themen und Kandidaten. Über einen Namen wird schon vorher am Abend entschieden. „Da sind wir völlig unvorbereitet. Wir wollen die Mitglieder mitnehmen, das gehört ja dazu“, sagt Maik van de Sand. Vorschläge für einen Namen würden aber schon jetzt gern angenommen, „dann können wir bei der Gründungsversammlung eine Vorschlagsliste zeigen“.

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Der Oedinger hat sich intensiv auf die Gründung der „Wählergruppe“ – so ist verwaltungstechnisch der richtige Ausdruck – vorbereitet. Es muss ein Versammlungsleitung her, es muss eine Satzung geben, einen Namen, einen Vorstand, Kassenprüfer. Alles vorgeschrieben. Aber davon solle sich niemand abschrecken lassen, denn zuvorderst gehe es darum, Ideen für Südlohn und Oeding zu sammeln und möglichst umzusetzen.

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Bei vielen Gesprächen mit Einwohnern habe er durchweg positive Reaktionen auf die Initiative erhalten, „die Leute sprechen gar nicht von Partei“. Den Interessenten für die Wählergruppe geht es darum, Parteipolitik außen vor zu lassen. Von „Fraktionszwang“ – also dass alle Kommunalpolitiker eine Partei oder Wählergruppe in den Rats- oder Ausschusssitzungen aus Parteiräson gleich abstimmen – könne keine Rede sein in der neu zu gründenden Wählergruppe: „Jede Meinung ist wichtig“, betont Maik van de Sand.

Fachausschüsse sollen mehr Bedeutung erhalten

Und er hat auch aus seiner lokalpolitischen Erfahrung heraus eine Forderung, die er bei Antreten der Wählergruppe zur Kommunalwahl stellen würde: Den Fachausschüssen solle mehr Gewicht verliehen werden. Elf Ratssitzungen stünden elf Sitzungen aller Fachausschüsse entgegen, zählt er für das laufende Jahr auf. Dabei säßen doch die Fachleute in den Fachausschüssen. „Das sollte sich ändern“, sagt Maik van de Sand.

Gründungsversammlung am 18. November

  • Die überparteiliche Wählergruppe soll am Montag,18. November, gegründet werden. Dafür ist eine Versammlung im Seminarraum des Feuerwehrgerätehauses am Woorteweg 30 in Oeding anberaumt.
  • Vier Organisatoren stehen hinter dem Projekt:
    • Maik van de Sand, Tel. (02862) 580065
    • Hermann Damm, Tel. (02862) 8212
    • Niklas Büning, Tel. (0151) 58537401
    • Franz-Josef Rickers, Tel. (02862) 97097
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