Sina Bukelo vom Edeka-Beyer-Team in Südlohn am Eingang: Die Ampel ist gerade grün an diesem Montagnachmittag, 16 weitere Kunden könnten noch hinein ins Ladenlokal. © Anne Winter-Weckenbrock
Bundes-Notbremse

Vorm Einkaufen Schlange stehen – auch in Südlohn und Oeding möglich

Nur halb so viele Kunden wie zuletzt dürfen die Lebensmittelmärkte hineinlassen. Gerade mit Blick aufs Wochenende könnte das eins bedeuten: Schlange stehen. Ein Besuch in Oeding und Südlohn.

Nochmal die Hälfte weniger Kunden als in den vergangenen Monaten können seit Inkrafttreten der Bundes-Notbremse in den Lebensmittelmärkten einkaufen.

Auch wenn die Ausgangssperre die präsenteste Veränderung ist, die mit der Bundesnotbremse gekommen ist, wird sich diese Regel wohl im Alltag auswirken.

Das Unternehmen K+K hat wegen der Ausgangssperre beschlossen, die Öffnungszeiten seiner Märkte anzupassen. Neben den verlorenen Stunden jetzt auch noch weniger Kunden pro Markt: „Das ist ein echtes Problem, gerade zum Wochenende“, sagt Geschäftsführer Rolf Klaas im Gespräch mit der Redaktion.

Der 1. Mai ist ein Feiertag und der fällt auf einen Samstag – ein Einkaufstag fehlt.

Ein Kunde pro 20 Quadratmeter in Märkten bis 800 Quadratmetern

Zum Hintergrund: Vorher war in Märkten bis 800 Quadratmetern ein Kunde pro 10 Quadratmeter erlaubt. Jetzt ist es ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Statt 80 Kunden dürften in einem Laden solcher Größe also nur noch 40 Kunden gleichzeitig einkaufen.

Am Montagnachmittag sind im Oedinger Zentrum keine Schlangen vorm K+K, dem Aldi oder dem Rewe-Markt zu sehen. 80 Kunden dürfen in den K+K, 43 in den Aldi und 52 in den Rewe. Das steht auf den Plakaten an oder vor den Eingangstüren. Mal mehr, mal weniger auffällig.

Einkaufswagen geben zusätzlich einen Überblick

Beim Aldi, so die Pressestelle auf Anfrage, werden die Öffnungszeiten weiterhin 7 und 21 Uhr betragen. „Unsere Kunden bitten wir in der Regel, einen Einkaufswagen zu nutzen. Das macht es für alle einfacher, den sicheren Abstand zu wahren. Und auch für unsere Marktmitarbeiter vereinfacht es den Überblick, wenn wir nur so viele Einkaufswagen ausgeben, wie sich Kunden im Markt gleichzeitig aufhalten können“, teilt Dennis Boczek von der Aldi-Zentrale mit.

Birgit Hollstegge aus Oeding wunderte sich am Montagnachmittag über weniger Einkaufswagen vor dem Aldi als sonst. Von der weiteren Kundenbeschränkung hatte sie noch nicht gehört. Aber: Sie geht sowieso nicht zu Stoßzeiten einkaufen.
Birgit Hollstegge aus Oeding wunderte sich am Montagnachmittag über weniger Einkaufswagen vor dem Aldi als sonst. Von der weiteren Kundenbeschränkung hatte sie noch nicht gehört. Aber: Sie geht sowieso nicht zu Stoßzeiten einkaufen. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Das ist der Kundin Birgit Hollstegge gleich aufgefallen, erzählt sie, während sie ihre Einkäufe in die Fahrradtaschen packt. Sie persönlich stört diese Beschränkung jetzt nicht: „Ich gehe nicht zu den Stoßzeiten einkaufen“, erzählt sie. Am Montag um 15.30 Uhr ist keine Stoßzeit in Oeding – soviel steht fest.

Edeka Beyer aus Südlohn hat ein „Ampelsystem“ installiert. Schon zum vergangenen Wochenende hin wurden die neuen Kundenzahlen dort angezeigt.

36 dürfen es maximal sein. „Wir haben vorher schon nicht die maximale Anzahl an Kunden rein gelassen“, sagt Anja Beyer im Telefonat mit der Redaktion. Nun aber gelte die Zahl 36 – und die wird für jeden Kunden sichtbar auf einem großen Bildschirm im Eingang angezeigt.

Vorm Einkaufen Schlange stehen – das ist möglich

Das Edeka-Beyer-Team hat in seinem Post auf Facebook die Kunden auch um Rücksicht und Geduld gebeten: „Wir versuchen, es so angenehm wie möglich für euch zu machen, aber Wartezeiten werden zwangsweise kommen“, heißt es da.

„Wer alleine kommen kann, sollte alleine kommen“, betont Anja Beyer. Wer aber keine andere Möglichkeit habe und die Kinder mitnehmen müsse, solle auch nicht beschimpft werden, wünscht sie sich. „Manchmal geht es ja halt nicht anders. Nur Familienausflüge sollten beim Einkaufen nicht gemacht werden.“

Edeka Beyer wird nun wieder sein kontaktloses Drive-In-Angebot aktivieren: Telefonisch bestellt der Kunde, ihm wird der Preis genannt, er kann mit dem Auto vorfahren, die Edeka-Mitarbeiter öffnen den Kofferaum - da liegt das Geld und hinein kommen die Einkaufstüten und falls nötig das Wechselgeld.
Edeka Beyer wird nun wieder sein kontaktloses Drive-In-Angebot aktivieren: Telefonisch bestellt der Kunde, ihm wird der Preis genannt, er kann mit dem Auto vorfahren, die Edeka-Mitarbeiter öffnen den Kofferaum – da liegt das Geld und hinein kommen die Einkaufstüten und falls nötig das Wechselgeld. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Auch mit dem Blick aufs Feiertags-Wochenende reagiert der Edeka in Südlohn nicht nur mit der „Ampel“ – auch das Drive-In-Einkaufen wird wieder angeboten. Der Kunde bestellt die Waren. „Dann rufen wir an, teilen den Preis und die Zeit mit, dann kann der Kunde mit seinem Auto rückwärts an das Gebäude ranfahren und wir packen die Waren in den Kofferraum“, erklärt Anja Beyer das Konzept.

Auch, wenn der Kunde 47,90 Euro bezahlen muss und nur mit einem 50-Euro-Schein zahlen kann, sollte der Schein im Kofferraum liegen und das Wechselgeld wird hineingelegt. Einkaufen völlig kontaktlos. „Natürlich ist das mehr Personalaufwand“, sagt Anja Beyer. „Aber wir haben außergewöhnliche Zeiten, und so kann man etwas Druck rausnehmen.“

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Anne Winter-Weckenbrock
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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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