Virologe will Schützenfeste wegen Corona absagen – Südlohner: „Das ist absoluter Quatsch“

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Kein Schützenfest wegen des Coronavirus? Klemens Wedding vom Allgemeinen Bauern-Schützenverein Südlohn hat dazu eine ganz klare Meinung, mit der er auch nicht hinterm Berg hält.

Südlohn

, 10.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Beim Schützenfest wird geschunkelt, umarmt, gefeiert. Die Schützen legen ihre Gesichter alle an dasselbe Gewehr. Das Bier landet in Gläsern, die nach einem kurzem Bad im Wasser an die nächste Person gereicht werden. Hunderte Menschen wollen auch in diesem Jahr in Südlohn und Oeding wieder Schützenfest feiern. Aber geht das in Zeiten des Coronavirus?

Wenn es nach Virologe Christian Drosten geht, lautet die Antwort ganz klar Nein. Der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité hat am Dienstag in Berlin gefordert: „Die großen Versammlungen, die Vergnügen darstellen, auf die müsste man verzichten.“ Dabei nannte er auch ganz explizit Schützenfeste.

Schützen-Präsident kann Hysterie nicht nachvollziehen

„Absoluter Quatsch“, ist die erste Reaktion von Klemens Wedding dazu. Der Präsident des Allgemeinen Bauern-Schützenvereins Südlohn kann die ganze Hysterie nicht nachvollziehen. „Das ist völlig übertrieben. Ich halte gar nichts davon, so eine Angst zu verbreiten.“

Tatsächlich hat das Land NRW am Dienstagnachmittag per Erlass alle Veranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern auf unbestimmte Zeit abgesagt. „Da bleiben wir drunter“, sagt Klemens Wedding. 780 Stühle gibt es im Zelt der Bauernschützen, gefeiert werde mit rund 850 Personen.

Schützenfest im Juni: „Bis dahin ist alles vorbei“

„Unser Schützenfest findet auf jeden Fall statt“, macht Klemens Wedding noch einmal ganz deutlich. Die Feierlichkeiten beginnen Mitte Mai, das Schützenfest als Höhepunkt soll am Fronleichnam-Wochenende vom 11. bis 14. Juni stattfinden. „Bis dahin hat sich das alles doch schon längst wieder erledigt“, ist sich Klemens Wedding sicher.

Ihn ärgert vor allem, dass beim Coronavirus so eine Panik verbreitet wird. „Natürlich ist das schlimm für Menschen, die betroffen sind. Aber es sterben auch ständig Leute an der Grippe, an ungesunder Ernährung oder weil sie von der Leiter fallen und davon redet keiner.“

Vertreter der anderen beiden Schützenverein in Südlohn und Oeding waren am Dienstag für die Redaktion nicht zu erreichen.

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