Bis zum Jahre 2014 war der Standort des Wappens die Außenwand der Tagesstätte des "Hauses der Vereine". Nach dem Abbruch des Gebäudes gilt der Wappenstein als verschollen. © privat
Heimatverein

Vereinshaus abgerissen – wo ist nur der Wappenstein von 1729 geblieben?

Mit dem Abriss des Vereinshauses im Jahre 2014 ist auch der fürstbischöfliche Wappenstein von 1729 verschwunden. Heimatverein und Kirchengemeinde hoffen nun auf Hinweise zu dessen Verbleib.

Steine können Geschichten erzählen. Vor allen Dingen, wenn es sich um einen fürstbischöflichen Wappenstein handelt. Genau dieser Sandstein kann den Bewohnern der Gemeinde Südlohn keine Geschichte mehr erzählen. „Er ist verschollen“, berichtet Ernst Bennemann, der Vorsitzende des Südlohner Heimatvereins.

Mit dem Abriss des Vereinshauses vor rund sieben Jahren endete vorerst auch die Geschichte dieses Monuments. Nun hofft man, diese wieder aufleben lassen zu können – und wendet sich an die Öffentlichkeit.

Die Historie des Wappens reicht bis ins Jahr 1729 zurück. Und sie ist eng verbunden mit der Wassermühle. Diese wurde am heutigen Mühlenplatz erstmalig 1255 erwähnt und war zu jener Zeit Eigentum der Grafen von Lohn, so steht es im Buch „Südlohn und Oeding“, verfasst vom Gemeindearchivar Ulrich Söbbing. Mit dem Verkauf der Herrschaft Lohn im Jahre 1316 fiel die Anlage mit dem Hof Pröbsting an den Fürstbischof von Münster.

An der Wassermühle war das bischöfliche Wappen im Giebel angebracht.
An der Wassermühle war das bischöfliche Wappen im Giebel angebracht. © privat © privat

1729 und 1730 wurde eine umfassende Renovierung vorgenommen, von der noch das fürstbischöfliche Wappen von 1729 zeugt. Angebracht war das Wappen am Giebel. „Der Ursprung an der Mühle dürfte den wenigsten Südlohnern bekannt sein“, vermutet Ernst Bennemann.

Wappen wurde an verschiedenen Stellen zwischengelagert

Bis zum Jahre 2014 war das aus Sandstein gefertigte Wappen, geschaffen vom Ahauser Bildhauer Bernhard Vagezer, später an der Außenwand der Altentagesstätte am „Haus der Vereine“ angebracht. In diesem Jahr wurde das Vereinshaus abgerissen, um Platz für eine Tagespflegeeinrichtung der Caritas zu schaffen. In der Berichterstattung der Münsterland Zeitung im Oktober 2013 wurde seinerzeit mitgeteilt, dass das Wappen „im Bauhof zwischengelagert“ werde.

Dem Heimatverein mit dem Vorsitzenden Ernst Bennemann (l.) und der Kirchengemeinde St. Vitus und St. Jakobus mit Pfarrer Stefan Scho ist es ein besonderes Anliegen, dass der Wappenstein wieder aufgefunden wird.
Dem Heimatverein mit dem Vorsitzenden Ernst Bennemann (l.) und der Kirchengemeinde St. Vitus und St. Jakobus mit Pfarrer Stefan Scho ist es ein besonderes Anliegen, dass der Wappenstein wieder aufgefunden wird. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

So sind auch die Informationen von Ernst Bennemann. Im Rahmen der Abrissarbeiten sei das Wappen zunächst sogar an verschiedenen wechselnden Orten eingelagert worden – bis es verschwand. Vielleicht liege das Wappen im Verborgenen unter Materialien, vielleicht sei es auf den Transportwegen beschädigt worden, mutmaßt Bennemann.

Womöglich werde der historische Sandstein mit dem Wappen in Unkenntnis der historischen Hintergründe auch anderweitig verwendet. Viele Vermutungen, mit dem Gang an die breite Öffentlichkeit erhoffe man sich nun, Licht ins Dunkel zu bringen.

Trotz großer Bemühungen kein Ergebnis

„Wir sind trotz großer Bemühungen bisher zu keinem Ergebnis gekommen“, so Ernst Bennemann. Dabei habe man eng mit der Kirchengemeinde St. Vitus und St. Jakobus und interessierten Privatpersonen zusammengearbeitet.

Auch Pfarrer Stefan Scho hoffe, dass sich vielleicht ein Beteiligter an den Verbleib des Wappens erinnern kann. Für jeden Hinweis sei man dankbar, „damit das Wappen wieder einen Platz in der Gemeinde finden kann“.

Detailabbildung des Sandsteinwappens von 1729, geschaffen vom Ahauser Bildhauer Bernhard Vagezer: Im Mittelpunkt steht das Wappen des Fürstbischofs von Münster, Clemens August von Bayern.
Detailabbildung des Sandsteinwappens von 1729, geschaffen vom Ahauser Bildhauer Bernhard Vagezer: Im Mittelpunkt steht das Wappen des Fürstbischofs von Münster, Clemens August von Bayern. © privat © privat

Ernst Bennemann setzt nun auch darauf, dass sich der eine oder andere motiviert fühlt, einmal genauer hinzuschauen. Mit „gut einem Meter mal einem Meter“, so seine Erinnerung, sei das Wappen schließlich nicht unscheinbar. Abgesehen vom ideellen Wert.

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