Unbekannter Autofahrer verletzt angeleinte Hündin „Lady“ tödlich und fährt einfach weiter

dzJakobistraße

Tödlich verletzt wurde die sechsjährige Hündin „Lady“ am Donnerstagabend auf der Jakobistraße. Der Unfallfahrer ist einfach weitergefahren. Ihre Besitzerin ist geschockt.

Südlohn

, 10.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gudrun Nieswandt ist geschockt: Ihre sechsjährige Hündin „Lady“ wurde am Donnerstagabend auf der Jakobistraße von einem Auto angefahren. Das Tier hat den Unfall nicht überlebt. Der Unfallfahrer hat sich nicht um den Unfall gekümmert.

„Ich hatte sie wie immer an der Leine“, sagt die 65-jährige Gudrun Nieswandt am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. Einen Tag nach dem Unfall ist die Besitzerin der Hündin traumatisiert. Immer wieder bricht sie in Tränen aus.

Hund an der kurzen Leine gehalten

Wie immer war sie mit dem Hund an der Jakobistraße spazieren. Auf dem Rückweg habe sie an der Bordsteinkante gewartet. „Lady ist nie vorgerannt, hat immer gut gehört. Ich hatte sie an der kurzen Leine“, erzählt sie. Der Hund habe auch ein Leuchthalsband getragen. Dass das Tier schon einen Schritt auf die Straße gemacht hat, mag sie sich nicht vorstellen. Ausschließen kann sie es laut Polizeibericht aber auch nicht. Als ein Auto vorbei fuhr, habe sie dann plötzlich einen lauten Knall gehört. Dann sah sie ihren Hund schon regungslos auf der Straße liegen.

Unbekannter Autofahrer verletzt angeleinte Hündin „Lady“ tödlich und fährt einfach weiter

An dieser Stelle hat sich der Unfall am Donnerstagabend ereignet. Der Unfallfahrer ist einfach weitergefahren, ohne sich um den verletzten Hund und seine Besitzerin zu kümmern. © Stephan Teine

„Der Fahrer ist einfach weitergefahren“, sagt sie dann sichtlich bewegt. Das Auto oder gar den Menschen hinter dem Lenkrad kann sie nicht beschreiben. „Das ging alles so schnell“, erklärt sie. Völlig geschockt sei sie dann mit dem schwerverletzten Hund auf dem Arm die wenigen Meter nach Hause gelaufen.

„Sie kam in die Wohnung und war völlig fertig“, erzählt ihr Lebensgefährte Heinz Michael Gillar (64). Schon da sei ihnen eigentlich klar gewesen, dass ihre Hündin nicht mehr zu retten war. Dennoch seien sie direkt zum Tierarzt gefahren. Der konnte aber nur noch den Tod der Hündin feststellen.

Besondere Vorsicht an der gefährlichen Straße

Seit knapp drei Jahren wohnen beide in einer kleinen Wohnung an der Jakobistraße. Seither gehen sie mit ihrem Hund dort auch spazieren. „Natürlich ist die Jakobistraße gefährlich“, so Heinz Michael Gillar. Schon deshalb hätten sie ihr Tier dort nie von der Leine gelassen und auch die Langlaufleine nie ausgefahren. Passiert sei in dieser Zeit aber nie etwas.

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Erst auf der Wiese vor dem Bruno-Kleine-Gebäude hätten sie Lady etwas mehr Leine gelassen. „Auf dem Rückweg kam sie aber immer von selbst wieder zurück und hat ‚bei Fuß‘ gewartet“, erzählt Gudrun Nieswandt.

Bei aller Trauer um ihren Hund sind beide aber auch völlig verständnislos. „Der Fahrer muss den Knall doch auch gehört haben“, sagt Heinz Michael Gillar und schüttelt mit dem Kopf. Und auch das blinkende Halsband habe derjenige sehen müssen. „Spätestens im Rückspiegel. So etwas sieht man doch einfach“, sagt Heinz Michael Gillar aufgebracht. „Der ist aber einfach weitergefahren“, wiederholt Gudrun Nieswandt.

Halterin ist nach dem Unfall völlig geschockt

Sie selbst sei völlig geschockt dann selbst einfach auf die Straße gelaufen. Erst dort sei ihr aufgefallen, wo sie sich befinde. Woher das Auto genau kam, kann sie nicht beschreiben. „Vielleicht kam der aus Südlohn, vielleicht auch aus dem Woorteweg. Ich weiß es wirklich nicht“, sagt sie.

Gudrun Nieswandt sitzt auf ihrem Sofa und schüttelt mit dem Kopf. Ihr Blick fällt auf das Körbchen und den Fressnapf von Lady, die noch in der Ecke stehen. „Das kann ich noch nicht wegräumen“, sagt sie und atmet laut aus. „Lady war unser Rentnerhund“, seufzt sie. Die sei immer und überall dabei gewesen.

Die Polizei sucht in der Zwischenzeit nach Zeugen oder Hinweisen auf das Unfallfahrzeug. Wer hat am Donnerstagabend gegen 19.15 Uhr an der Jakobistraße in Höhe der Krügerstraße etwas von dem Unfall gesehen? Der Unbekannte fuhr mit seinem Auto weiter in Richtung Niederlande. Eine nähere Beschreibung des Fahrzeugs gibt es nicht. Hinweise an das Verkehrskommissariat in Borken, Tel. (02861) 9000.

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