Unabhängige Wählergruppe legt Grundsatzprogramm zur Kommunalwahl vor

dzWSO-Wahlprogramm

Kaum ein Thema lässt die WSO-Offene Einwohnerbeteiligung in ihrer Ideensammlung für die Kommunalwahl aus. Drei Monate bleiben der neuen Wählergruppe noch, um die Bürger davon zu überzeugen.

Südlohn

, 13.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knappe drei Monate sind es noch bis zur Kommunalwahl am 13. September. Die „WSO – Offene Einwohnerbeteiligung“ hat jetzt ihre Ideen für die nächsten fünf Jahre in Südlohn und Oeding vorgestellt. Ein Wahlprogramm sei das allerdings ausdrücklich nicht. Es handele sich um Ideen und Vorschläge, die noch weiterentwickelt werden sollen, erklärt Maik van de Sand, Vorsitzender der WSO.

Die Gruppe um den Ratsherrn, der auch als Bürgermeister kandidiert, hatte sich erst Ende 2019 gegründet. Ihre Ideen für die Gemeinde stellt sie unter sechs Oberbegriffe: Gemeinschaftlich gestalten, Familienfreundlichkeit erhöhen, vor Ort handeln, Wirtschaft ausbauen, Mobilität breiter denken, Nachhaltig handeln.

Weiter Bogen durch alle politischen Felder

Darin spannt die Wählergruppe einen weiten Bogen: Das Ehrenamt soll gefördert werden, Einwohner sollen mehr Mitspracherechte bekommen und stärker als bisher in die politischen Entscheidungen eingebunden werden

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Gleichzeitig will die WSO Ansprechpartner für alle Altersgruppen sein. Die beiden Ortskerne von Südlohn und Oeding seien der WSO sehr wichtig. Der Südlohner Ortskern solle erhalten, ein Oedinger Ortskern entwickelt werden. Dazu sei natürlich auch die lange geplante Ortsumgehung Oeding dringend notwendig.

Ausreichende und bezahlbare Gewerbeflächen sollen genauso geschaffen werden. Auch die Grundsteuersätze sollen wieder ein „normales“ Maß erreichen. Ferner möchte die WSO den Tourismus in der Gemeinde fördern und unterstützen.

Auch die Mobilität und der Umweltschutz sollen in der Gemeinde verbessert werden. Eine klare Absage beinhaltet das Programm auch: Die Gleichstromtrasse, die zwischen Südlohn und Oeding verlaufen soll, will die WSO in jedem Fall verhindern.

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Im Detail hat die Gruppe ihr Programm online veröffentlicht. Eine Rangfolge der Projekte oder Finanzierungsvorschläge finden sich in dem Programm noch nicht.

Sticheleien gegen den politischen Gegner

Bei der Vorstellung des Programms für die Kommunalwahl ging es dann aber doch nicht ganz ohne Spitzen in Richtung der anderen Parteien im Ort: „Während andere noch ihren Spitzenkandidaten suchen, kann die WSO schon ihre Vorschläge und Ideen für die nächsten Jahre vorstellen“, heißt es von der Wählergruppe.

Zur Erinnerung: Die CDU Südlohn-Oeding wird erst am 16. Juni entscheiden, welchen Spitzenkandidaten sie ins Rennen um das Bürgermeisteramt schickt. Zur Wahl stehen Frank Engbers und Michael Schichel.

WSO gibt sich von sich überzeugt

Durch den straffen Zeitplan seit der Gründung habe die WSO ihre Kandidaten schon vor der Coronakrise benennen können. Die vergangenen Monate seien daher in die inhaltliche Arbeit geflossen. Durch viele Gespräche, Telefon- und Videokonferenzen seien die Ideen zusammengetragen worden. Für die Wahl sieht sich die Gruppe gut aufgestellt. „Wir haben ein gutes Ergebnis vorzuweisen“, heißt es in der Ankündigung der WSO.

Auch auf Nachfrage gibt der WSO-Vorsitzende Maik van de Sand eine klare Vorgabe für die anstehende Wahl: „Unser Mindestziel ist es, Fraktionsstatus zu erreichen“, erklärt er. Das hieße, dass die neu gegründete WSO später mit mindestens zwei Vertretern in den neuen Rat einziehen kann. „Als Fraktion hätten wir die Möglichkeit, die Mitbewohner stärker mit einzubeziehen“, sagt er. Etwa bei der Bildung der Ausschüsse. Als einzelnes Ratsmitglied wäre diese Mitwirkung sehr begrenzt.

Er räumt auch ein, dass das Wahlergebnis für die WSO absolut noch nicht vorherzusehen sei. „Wir sind schließlich eine ganz neue Gruppe in der Südlohner und Oedinger Politik“, erklärt er.

Neben dem Fraktionsstatus gelte vor allem ein Hauptziel: Die absolute Mehrheit der CDU im Rat zu knacken.

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