Überfall am Maislabyrinth: Drei der vier jugendlichen Verdächtigen sind polizeibekannt

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Die vier Jugendlichen, die am Raubüberfall im Maislabyrinth beteiligt gewesen sein sollen, sind alle wieder auf freiem Fuß. Inzwischen wurden die zuständigen Jugendämter eingeschaltet.

Südlohn

, 12.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rückblende: Ein 15-jähriger Junge aus Dorsten und ein 14-jähriger aus Essen gelten für die Kreispolizeibehörde Borken als Hauptverdächtige, am Freitagnachmittag einen 13-Jährigen, der im Kassenhäuschen des Maislabyrinths in Südlohn saß, mit dem Messer bedroht und die Herausgabe der Einnahmen gefordert zu haben.

Diebe hatten Pizzataxis im Visier

Aufgrund der Beschreibung, die das Opfer zum beteiligten Wagen gemacht hatte, konnten die Beiden Verdächtigen am Samstag in Gelsenkirchen von der Polizei gestoppt werden. In einem in Raesfeld-Erle gestohlenen Pizzataxi. Das Pikante: Ihre Mitfahrer, ein 18-Jähriger aus Dorsten und eine 15-Jährige aus Raesfeld hatten schon am Freitagabend Bekanntschaft mit der Polizei gemacht, als sie in einem ebenfalls gestohlenen Pizzataxi in Borken-Marbeck aufgefallen waren.

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Die Polizei nimmt an, dass auch sie bei dem Überfall am Maislabyrinth beteiligt waren. Außerdem, so Polizeisprecher Thorsten Ohm, seien die drei männlichen Verdächtigen „keine unbeschriebenen Blätter“. Sie alle seien polizeibekannt und würden auch mit einer ganzen Reihe anderer Straftaten in Verbindung gebracht.

Offenbar habe man sich auf den Diebstahl von Pizzataxis spezialisiert und genau den Moment abgepasst, wenn die Pizzaboten nach einer Lieferung zurück zur Pizzeria fahren, um neue Ware abzuholen. Thorsten Ohm: „Um eben mal schnell die Bestellung abzuholen, wird der Wagen dann offen und mit dem Zündschlüssel im Schloss abgestellt. Leichtes Spiel, um an das Fahrzeug zu kommen“.

Kreispolizei Borken zuständig

Die Kreispolizeibehörde Borken hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. „Es gilt das Tatortprinzip, und die meisten Taten haben sich im Kreis Borken abgespielt, daher sind wir zuständig“, sagt der Polizeisprecher. Im Zuge der Ermittlungen werde auch geklärt, wie die Jugendlichen überhaupt miteinander in Kontakt getreten sind und ihre gemeinsamen Aktionen geplant haben.

Das Wohnortprinzip greift allerdings bei der Betreuung der minderjährigen Tatverdächtigen. So sind gleich mehrere Jugendämter beteiligt. Auch, um möglicherweise positiven Einfluss auf dem weiteren Lebensweg der Heranwachsenden nehmen zu können. Im übrigen wurden sie der Obhut ihrer Erziehungsberechtigten übergeben, einer aus der Gruppe ist inzwischen in seine betreute Wohngruppe zurückgekehrt.

Für drei gilt das Jugendstrafrecht

Für die drei noch minderjährigen Beteiligten werde das Jugendstrafrecht angewandt, so Thorsten Ohm. Bei dem 18-Jährigen müsse juristisch geklärt werden, ob er unter das Jugend- oder das Erwachsenenstrafrecht falle.

Polizeisprecher Ohm stellte aber auch klar, dass es sich hier um einen „herausragenden Einzelfall“ handele, es in der Statistik keine Hinweise auf einen Anstieg der Jugendkriminalität in der Region gebe.

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