Überall auf der Welt zu Hause

30.07.2008, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Südlohn Sich dazu entschließen, in ein anderes Land zu ziehen, ist ein großer Schritt. Julia Slatter, geborene Trepmann, hat ihn bereits mehrere Male gewagt. Die aus Südlohn stammende zweifache Mutter, die in diesem Sommer wieder im Mühlenkamp anzutreffen ist, packte schon früh das Fernweh. Und sie fand jemanden, dem es genauso ging. Vor 14 Jahren lernte Julia ihren heutigen Mann, den Amerikaner Joe Slatter, in Düsseldorf kennen, wo er als Informatiker arbeitete. Zusammen zogen sie nach Spanien, wo sie fast drei Jahre lang lebten.

Ihre nächste Wahlheimat war die Schweiz, ein kurzer Abstecher führte sie nach Portugal, wo Tochter Emma zur Welt kam. Drei Jahre später zog die kleine Familie in die Niederlande, wo Sohn Erik geboren wurde.

"Jeder in unserer Familie hat eine andere Nationalität", erklärt die 40-jährige Weltenbummlerin. Nicht viel später hat Familie Slatter dann die große Entscheidung getroffen in Joes Heimat Amerika zu ziehen.

"Wilder Westen"

In Denver, Colorado hält es die Familie mittlerweile schon sechs Jahre. Dort fühlen sich auch die Kinder zu Hause - bei den Rocky Mountains, im "Wilden Westen", wo Büffel und Indianer zu Hause sind. In dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat Julia Slatter als Mutter einen Vollzeitjob, besonders weil es weite Strecken zu überwinden gilt: "Ohne Auto geht in Amerika nicht viel. Wenn die Kinder spielen wollen, müssen erst so genannte "Playdates - Spieltermine" abgemacht werden."

Deutsches Schulsystem

Wenn Julia mit ihren Kindern ihre Heimat Südlohn besucht, genießen sie zuallererst die Einfachheit des Lebens in einer kleinen Gemeinde. Die Kinder freuen sich, einfach mit dem Fahrrad zum Brötchen holen oder eben zu ihren Freunden zum Spielen zu fahren.

In den vergangenen Wochen haben sie schon einiges unternommen. Ausflugsorte wie das Maislabyrinth oder der Märchenwald im Frankenhof bereiten den Kindern viel Spaß und sind gleichzeitig "typisch deutsch", wie Julia findet.

Auch beim Kinderschützenfest waren Emma und Erik dabei, um eine weitere deutsche Tradition kennen zu lernen. Vor vier Jahren war Tochter Emma für vier Wochen in der Grundschule St. Vitus in Südlohn, um das deutsche Schulsystem mit dem amerikanischen zu vergleichen.

Auch Großmutter Martha Trepmann fliegt häufig in die USA. Die reiselustige Familie sieht sich regelmäßig und findet es schön, nicht nur eine Heimat auf der Welt zu haben. emm

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