490 Südlohner fahren zur Arbeit jeden Tag nach Stadtlohn, umgekehrt arbeiten 473 Stadtlohner in Südlohn. © Stephan Rape
Pendler-Statistik

Über 60 Prozent der Südlohner arbeiten nicht an ihrem Wohnort

Mehr als die Hälfte der Südlohner verlassen jeden Tag ihren Wohnort, um zur Arbeit zu fahren. Vor allem zwei Nachbarorte sind das Ziel. Bürgermeister Werner Stödtke sieht noch Potenzial.

Jeden Tag verlassen 3308 Südlohner ihren Wohnort, um zu arbeiten. Die Zahl der Auspendler steigt damit seit zehn Jahren kontinuierlich, wie die Zahlen des Statistischen Landesamtes NRW zeigen. 61,8 Prozent der Erwerbstätigen, die in Südlohn und Oeding wohnen, arbeiten außerhalb der Gemeinde.

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Drei Viertel bleiben im Umkreis von 20 Kilometern

Mehr als ein Drittel der Südlohner, die zur Arbeit pendeln, verdienen ihr Geld entweder in Borken (674 Personen) oder Stadtlohn (490). Es folgen mit Vreden (351), Ahaus (298), Bocholt (206) und Gescher (191) weitere Orte in einem Umkreis von 20 Kilometern.

Erst auf dem elften Platz findet sich Münster mit 76 Auspendlern aus Südlohn wieder, die nächste Großstadt in der Liste ist Essen mit einer Zahl von 43. Weite Fahrten zur Arbeit sind bei Südlohner Arbeitnehmern die Ausnahme. 2479 Auspendler aus Südlohn bleiben in einem Umkreis von 20 Kilometern um die Gemeinde, das entspricht einem Anteil von 74,9 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte in Südlohn sind Einpendler

Gleichzeitig kommen jeden Tag 2489 Einpendler nach Südlohn, um hier zu arbeiten. Damit stammen 54,8 Prozent der Menschen, die in der Gemeinde arbeiten, aus anderen Orten. 1037 davon (41,7 Prozent) wohnen in Borken (564) oder Stadtlohn (473).

An dritter Stelle weist die Statistik für Südlohn den Punkt „sonstige Gemeinden“ mit 195 Einpendlern aus. Auch 165 Auspendler machen sich auf den Weg in diese nicht in der Statistik erfassten Orte. Laut dem Landesamt NRW sind unter diesem Punkt Orte geführt, die in Deutschland mehr als 80 Kilometer von Südlohn entfernt sind oder im Ausland liegen und mehr als 45 Kilometer entfernt sind.

Danach folgen Vreden (185 Einpendler nach Südlohn), Velen (151) und Gescher (133).

Bürgermeister will Angebot für Südlohner verbessern

Bürgermeister Werner Stödtke meint zu den aktuellen Zahlen: „Wir haben in der Gemeinde aus meiner Sicht in den letzten Jahren erfolgreich Wirtschaftspolitik betrieben und Arbeitsplätze geschaffen.“ Dennoch herrsche in einigen Firmen Arbeitskräftemangel.

„Es wäre natürlich schön, wenn noch mehr Südlohner das örtliche Arbeitsangebot nutzen könnten“, wünscht sich der Bürgermeister. Das Ziel der Gemeinde sei es, die wirtschaftliche Attraktivität weiter zu erhöhen. Dennoch müsse man schauen, wie es mit der Qualifizierung der Bewerber aussieht und welche Jobs angeboten werden.

Um dem erhöhten Verkehrsaufkommen entgegenzuwirken, fordert Werner Stödtke eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs. „Da gibt es nicht nur in Südlohn, sondern in allen ländlich strukturierten Gebieten Schwächen“, weiß er.

In der Vergangenheit habe man oft nur die Verbindungen für das Auto im Blick gehabt. „Vielleicht muss man neue Anreize schaffen, zum Beispiel auf Elektromobilität zu setzen“, überlegt Werner Stödtke.

Radwegenetz soll ausgebaut werden

Das könne aber eine kleine Kommune lokal nicht leisten, dafür seien Änderungen im Steuerrecht notwendig. Vor Ort gehe es vielmehr darum, langfristig das Radwegenetz auszubauen und so in Zeiten der E-Fahrräder für eine gute Anbindung zu sorgen.

Auspendler mehrheitlich im Dienstleistungsgewerbe tätig

809 Auspendler aus Südlohn sind zwischen 45 und 54 Jahre alt, 791 zwischen 25 und 34. Auch bei den Einpendlern sind diese beiden Altersgruppen (702 bei den 45- bis 54-Jährigen und 499) am häufigsten vertreten.

Die Mehrheit der Auspendler ist ebenso männlich wie bei den Einpendlern. Allerdings liegt der Männeranteil bei den Einpendlern mit 63,3 Prozent deutlich höher als bei den Auspendlern (56,1 Prozent).

Deutliche Unterschiede zwischen Einpendlern und Auspendlern gibt es bei dem Gewerbe. Während 60,5 Prozent der Einpendler im produzierenden Gewerbe arbeiten, gehören 62,4 Prozent der Auspendler dem Dienstleistungsgewerbe an.

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Bastian Becker
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