Trendsport und Fußballgolf könnten Förderung für die Sporthalle bringen

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Mit einer Idee hat der SC Südlohn gepunktet: Der Verein möchte eine Mountainbikestrecke und eine Fußballgolf-Anlage bauen. Das könnte der Gemeinde über eine Millione an Fördermitteln bringen.

Südlohn

, 28.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sporthalle der ehemaligen Roncalli-Hauptschule muss dringend saniert werden. Das ist unstrittig. Rund 1,35 Millionen Euro muss die Gemeinde in die energetische Sanierung der Halle stecken. Nun streckt sie sich nach Fördermitteln:

Der Bund hat ein Förderprogramm aufgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Es konzentriert sich auf Investitionen in Sportstätten Theoretisch wäre eine eine komplette Förderung der Sporthallensanierung möglich. Allerdings sind für den gesamten Regierungsbezirk Münster nur sieben Millionen Euro vorgesehen.

Deswegen versucht die Gemeinde Südlohn, sich mit einem zusätzlichen Projekt von anderen Förderanträgen abzusetzen: Rund um den Sportplatz des SC Südlohn sollen neue Trendsportflächen entstehen.

SC Südlohn hatte Pläne ganz kurzfristig vorgestellt

Denkbar kurzfristig kam der SC Südlohn mit seiner Idee um die Ecke: Erst am vergangenen Wochenende hatten sich Vorstand und Verwaltung über einige Eckpunkte eines neuen Projekts ausgetauscht: „Buten und Binnen“ soll auf Freiflächen rund um den Sportplatz einige Trendsportarten fest ansiedeln und zusätzlich einen Treffpunkt für mehrere Generationen schaffen.

Rund um den Sportplatz des SC Südlohn sind verschiedene Trendsportflächen geplant. Damit soll die Sanierung der Halle attraktiver für ein Förderprogramm gemacht werden.

Rund um den Sportplatz des SC Südlohn sind verschiedene Trendsportflächen geplant. Damit soll die Sanierung der Halle attraktiver für ein Förderprogramm gemacht werden. © Markus Gehring

Tobias Sicking, Geschäftsführer des SC Südlohn, stellte die Planungen am Mittwochabend bei der Ratssitzung in der Jakobi-Halle vor: So soll hinter der Sporthalle eine Fläche für Fußballgolf entstehen. Hinter der Tribüne des Hauptplatzes könnte eine Übungsstrecke für Mountainbiker gebaut werden.

Weitere Flächen für Trendsportarten könnten hinter einem der Fußballtore und neben dem Kunstrasenplatz entstehen. Auch das alte Clubheim könnte um einen barrierefreien Außenbereich ergänzt werden. Geschätzter Kostenrahmen: 400.000 Euro. Das würde genau in die Förderkulisse passen. Denn nach den Fördervoraussetzungen haben solche Projekte Vorrang, die

besonders vielen Menschen einen Zugang zu sportlicher Betätigung ermöglichen und niederschwellige Angebote mit großer Reichweite für Kinder und Jugendliche zum Inhalt haben.

Die Südlohner Politiker zeigten sich begeistert von den Ideen: „Für den ersten Aufschlag ist das beeindruckend“, lobte Frank Engbers (CDU). Es passe wunderbar. „Ein herausragendes Projekt“, urteilte auch Ludger Rotz (UWG). „Enorm, was Ehrenamt bewirken kann“, freute sich Rita Penno (SPD).

Werner Stödtke von der Südlohner Verwaltung bremste die Euphorie etwas: „Wir haben noch ein Stückchen zu gehen“, erklärte er. Zwar erhöhe die Kombination aus Sporthallensanierung und dem Projekt auf dem Sportplatz die Chancen auf eine Förderung. „Es gibt für den ganzen Regierungsbezirk aber nur sieben Millionen Euro. Das ist nicht viel“, sagte er. Das Risiko, dass es keine oder nur wenige Fördermittel gebe, müsse die Gemeinde eingehen. Zunächst müsse die Gemeinde den Antrag einreichen. Wenn dann ein Bescheid über die Fördermittel eingehe, könne man weiter entscheiden. „Wer nicht schießt, kann nicht treffen“, bemühte Christian Vedder ein oft benutztes Bild. Das Risiko gingen die Politiker ein: Jeweils einstimmig stimmten sie für die beiden Projektteile.

Sporthalle soll einen neuen Namen bekommen

Und noch etwas: Die Sporthalle soll einen neuen Namen bekommen. Alois Kahmen (CDU) hatte vorgeschlagen, sie offiziell „Roncalli-Sporthalle“ zu nennen. „Damit identifizieren sich die Südlohner“, erklärte er. Schließlich sei die Halle nicht Teil der Hans-Christian-Andersen-Schule. Doch das ging den anderen Fraktionen zu schnell. „Darüber sollten wir die Bürger entscheiden lassen“, schlug Günter Bergup (UWG) vor. Damit war der Rat einverstanden. Die Verwaltung soll dazu eine Online-Umfrage erstellen.

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