Touristik-Info hofft auf viele Touristen, die nicht in die Ferne reisen

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Der Tourismus läuft in der Coronakrise langsam wieder an. Weil Fernreisen wohl noch nicht möglich sind, hofft auch die Gemeinde Südlohn auf mehr Besucher. Im Touristik-Büro ist viel zu tun.

Südlohn

, 18.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch ohne den großen Regenguss vom Sonntagabend hat Somit-Geschäftsführer Philipp Ellers eigentlich noch genug zu tun. Auch wenn die Großveranstaltungen in der Gemeinde bis auf Weiteres abgesagt sind und der Tourismus erst ganz langsam wieder anläuft.

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Am Montagvormittag aber muss er erst einmal die Kellerräume am Burgring wieder trocken legen. Der starke Regen am Sonntagabend hatte auch im Somit-Büro Wassermassen durch einen Lichtschacht in den Keller gedrückt. „Ist aber nicht viel passiert“, wiegelt Philipp Ellers ab. Ein paar nass gewordene Unterlagen und einige durchweichte Kartons. Am Mittag sind die gröbsten Schäden schon beseitigt.

Tourismus läuft ganz langsam wieder an

Trotzdem: Was ist dort im Moment bei Südlohn-Oeding-Marketing-Information-Touristik (Somit) eigentlich zu tun? Ganz langsam laufe aktuell das Thema Tourismus wieder an. „Wir sprechen noch nicht von Gruppen, sondern im Moment in erster Linie von Paaren“, erzählt Philipp Ellers. Die würden auch schon wieder komplette Pakete über das Somit-Büro buchen. „Wir hoffen natürlich, dass der Urlaub in Deutschland in diesem Jahr mehr Leute anzieht als in normalen Jahren“, erklärt er.

Münsterland eigentlich kein Ziel für Familien

Auch wenn das Münsterland insgesamt und die Gemeinde Südlohn im Speziellen eigentlich nicht als Familienurlaubsziel gelte, ist das eine der Zielgruppen. Bis ins Ruhrgebiet und den Kölner Raum hat er Anzeigen für Urlaub in Südlohn und Oeding geschaltet. Auch Kampagnen mit den Hoteliers aus beiden Ortsteilen hat Somit gestartet. Etwa verschiedene Gewinnspiele. Klar, mehr gehe immer. „Viel Marketing hilft viel, aber unsere Ressourcen sind auch begrenzt“, erklärt er. Auch da machten sich die fehlenden Einnahmen natürlich bemerkbar.

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Am liebsten vergessen möchte er die Wochen, in denen er zusammen mit Somit-Mitarbeiterin Andrea Hoeper die ausgefallenen Großveranstaltungen rückabwickeln und die ungezählten Stornierungen der Urlauber verarbeiten musste. Beispielsweise die Gewerbeschau in Oeding oder auch die Hüttentour. „Und dann wäre ja in diesen Tagen auch das Public-Viewing zur Fußball-Europameisterschaft in Südlohn gestartet“, fügt Andrea Hoeper hinzu. Das Turnier wurde verschoben, die große Leinwand auf dem Parkplatz des Modehauses Hollad in Südlohn natürlich nicht aufgebaut.

Abgesagte Gewerbeschau war eigentlich schon fertig geplant

Besonders ärgerlich: die ausgefallene Gewerbeschau, die eigentlich für Ende April in Oeding geplant war. „Die war praktisch komplett fertig“, sagt Philipp Ellers. Mitte März kam dann das Aus. „Mit Herzbluten haben wir die Planungen dann erst einmal in die Schublade gepackt“, erklärt er. Klar, auch für eine Neuauflage könnten sie – je nach Termin – noch genutzt werden, doch das hängt eben auch noch an dem Termin: „Je eher wir die Gewerbeschau nachholen können, desto mehr der Planungen können wir noch verwenden“, sagt er. Genau das ist im Moment aber noch offen. „Da möchte ich auch erst noch die weiteren Entwicklungen abwarten, bevor ich den Termin nenne.“

Hoffnung ruht auf Veranstaltungen für den Herbst

Und die größeren Veranstaltungen, die im Herbst anstehen? Beispielsweise die Herbst-Meile oder der angedachte Mittelaltermarkt? „Wir fahren auf Sicht“, erklärt Philipp Ellers. Beide Veranstaltungen werden aktuell so geplant, als würden sie definitiv stattfinden. „Ob das tatsächlich etwas wird, kann im Moment natürlich niemand abschätzen“, sagt er.

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Doch die Stimmung in der Gemeinde insgesamt sei gut: „Es fühlt sich so an, als sei das Licht am Ende des Tunnels schon zu sehen“, erklärt er. Trotz aller Unwägbarkeiten hätten die Unternehmer in beiden Ortsteilen die Ärmel aufgekrempelt. „Alle wollen wieder etwas tun und geben Gas“, sagt er.

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