Südlohn und Oeding sind seit genau 50 Jahren eine Gemeinde – kein leichter Schritt

dzKommunale Neugliederung

Am 1. Juli 1969 wurde aus zwei Orten eine Gemeinde: Vor genau 50 Jahren ist die kommunale Neugliederung in Kraft getreten. Gefeiert wird dieser runde Geburstag aber nicht.

Südlohn

, 01.07.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heute vor genau 50 Jahren trat die kommunale Neugliederung in Kraft. Aus den bis dahin eigenständigen Orten Südlohn und Oeding wurde eine Gemeinde. Die Rivalität zwischen beiden Ortsteilen ist an vielen Stellen heute noch spürbar, auch wenn sie längst mit früheren Zeiten nicht mehr vergleichbar ist.

Doch der Schritt in die gemeinsame Zukunft war damals – vor 1969 – ohne eine echte Alternative. „Düsseldorf hätte damals nicht lange gefackelt und das gesamte Amt Stadtlohn zusammengelegt“, sagt Gemeindearchivar Ulrich Söbbing beim Blick in die alten Akten. So wäre eine Großgemeinde aus Stadtlohn, dem Kirchspiel Stadtlohn sowie den Orten Südlohn und Oeding entstanden. „Das wollte damals niemand“, ergänzt er. So seien Südlohn und Oeding damals relativ schnell zusammengekommen. Eine ganz klare Absprache hat es damals direkt gegeben: Das Rathaus in Oeding im Tausch gegen den Hauptschulstandort in Südlohn.

Entscheidung zieht sich hin

Doch bei den Nachbarn zog sich die Entscheidung noch hin. Das Kirchspiel Stadtlohn, die heutigen umliegenden Bauerschaften, wollte unbedingt unabhängig bleiben. „Die jungen Leute hatten damals kein Problem mit der Zusammenlegung“, sagt Ulrich Söbbing heute. Die älteren Einwohner hätten das große Problem gesehen und sich vor dem Verlust der Selbstständigkeit gefürchtet.

Südlohn und Oeding sind seit genau 50 Jahren eine Gemeinde – kein leichter Schritt

Die Gemeindegrenzen vor der kommunalen Neugliederung. © Gemeindearchiv Südlohn

Während sich also Stadtlohn und das Kirchspiel Stadtlohn nicht einig wurden, suchten die Südlohner und Oedinger nach anderen Wegen. Sogar eine gemeinsame Zukunft mit Weseke wurde geprüft. „Die hatte aber noch weniger Chancen, weil sie über die Grenzen des Altkreises Ahaus hinausgereicht hätte“, sagt Ulrich Söbbing. Am Ende musste es schnell gehen. „Man hat die Entscheidungen immer wieder vertagt und hinausgeschoben. Erst kurz vor dem Stichtag in einer dramatischen Sitzung einigten sich die Stadtlohner untereinander. Für die gemeinsame Zukunft in Südlohn und Oeding war der Weg frei.

Grenze ist noch da

Dass die Grenzen zwischen Südlohn und Oeding aber auch heute noch nicht endgültig beiseite geschoben sind, zeigt ein Rückblick auf den Ortsteilcheck unserer Redaktion vom Anfang diesen Jahres: Zigfach hatten Südlohner wie Oedinger darin moniert, dass der jeweils andere Ortsteil in verschiedenen Bereichen bevorzugt behandelt werde. Darüber hat Archivar Ulrich Söbbing allerdings keine Aufzeichnungen mehr. „Über Klagen nach der Zusammenlegung geht aus den schriftlichen Quellen nichts hervor“, sagt er.

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Ein Festakt oder eine Erinnerung in anderer Form an den 50 Jahre zurückliegenden Beginn der gemeinsamen Zeit in Südlohn und Oeding ist in der Gemeinde nicht geplant. Das hatte Bürgermeister Christian Vedder in einer der zurückliegenden Ratssitzungen erklärt.

In loser Folge werden wir in den kommenden Wochen auf einzelne Aspekte der kommunalen Neugliederung in Südlohn und Oeding aber auch Stadtlohn und dem ehemaligen Kirchspiel Stadtlohn eingehen. Sie haben Erinnerungen an die Neugliederung, die Zeit vorher oder besondere Erlebnisse aus den 50 Jahren danach? Wenden Sie sich gerne an die Redaktion.
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