Streit über Erweiterung des Südlohner Bauhofs kocht im Bauausschuss hoch

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Der Bauhof soll mehr Platz und ein neues Gebäude bekommen. Im Bauausschuss gerieten Verwaltung und Politiker darüber aneinander. Es ging um Vertrauen in die Verwaltung und Planungen.

Südlohn

, 25.02.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Bauhof der Gemeinde muss dringend etwas getan werden: Einerseits ist ein Teil der alten Fahrzeughalle marode. Ein dicker Riss klafft in einer Außenmauer. Auch ein Teil der Bodenplatte ist abgesackt. Gleichzeitig sind die Sozialräume zu klein geworden.

Die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses haben sich vor der vergangenen Sitzung ein Bild vor Ort gemacht. Bauhofleiter Stefan Brüggemann erklärte dort, dass auch die neuere Fahrzeughalle eigentlich schon zu klein für den aktuellen Fuhrpark sei.

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann und Bauhofleiter Stefan Brüggemann erläuterten den Politikern den aktuellen Stand am Bauhof. Die Wand der alten Fahrzeughalle durchzieht ein breiter Riss. Das Dach ist notdürftig abgestützt.

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann und Bauhofleiter Stefan Brüggemann erläuterten den Politikern den aktuellen Stand am Bauhof. Die Wand der alten Fahrzeughalle durchzieht ein breiter Riss. Das Dach ist notdürftig abgestützt. © Stephan Teine

Die erste Idee: Der beschädigte Teil der alten Halle wird abgerissen. Die Halle würde dann als Materiallager genutzt. Gleichzeitig würde die Gemeinde ein Grundstück nördlich des Bauhofs kaufen und dort ein neues Gebäude bauen.

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Schon bei der Besichtigung wollte sich Alois Kahmen (CDU) auf diese Idee nicht einlassen. Zunächst solle erst einmal geprüft werden, welche Flächen am Bauhof überhaupt gebraucht würden. Er forderte eine genaue Bestandsaufnahme.

Neue Gebäude auf alter Fläche sind nicht möglich

Stefan Brüggemann und Bauamtsleiter Dirk Vahlmann erklärten, dass es diese Bestandsaufnahme ja schon gebe. Und weiter, dass ein Neubau auf dem bestehenden Gelände nicht möglich sei. Die vorhandenen Flächen würden gebraucht. Außerdem müsse die neue Fahrzeughalle ja so gebaut werden, dass die Fahrzeuge später auch ohne Probleme rangieren können.

Unstrittig war jedoch, dass die Umkleide- und Sozialräume für die zwölf Mitarbeiter ausgebaut werden müssen. Das sahen auch die übrigen Ausschussmitglieder so.

Die Umkleide- und Sozialräume am Bauhof sind für die zwölf Mitarbeiter zu klein. Schon aus Arbeitsschutzgründen müssen sie erweitert werden. Das sahen auch die Politiker ein.

Die Umkleide- und Sozialräume am Bauhof sind für die zwölf Mitarbeiter zu klein. Schon aus Arbeitsschutzgründen müssen sie erweitert werden. Das sahen auch die Politiker ein. © Stephan Teine

Für die Planung des Aus- oder Neubaus hatte die Gemeinde bereits 50.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Die Summe hatten die Politiker zunächst aber noch mit einem Sperrvermerk versehen.

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Zurück im Rathaus drehte sich genau darum die Diskussion. Ludger Rotz (UWG) machte den Aufschlag: „Es steht und fällt ja alles damit, ob wir die neue Fläche bekommen oder nicht. Je nachdem kann ich ja ganz anders planen.“ Vorher könne er nichts entscheiden.

Gespräch über Grundstück im nicht-öffentlichen Teil

Bürgermeister Christian Vedder kündigte an, dass später, im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung noch über das Thema Grundstück gesprochen werde. Der Ausschussvorsitzende Wilhelm Hövel (CDU) kam dann auf die Idee, doch einfach den nicht-öffentlichen Teil spontan vorzuziehen. Das verhallte jedoch mehr oder weniger ungehört.

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Alois Kahmen (CDU) forderte, zunächst mehr Details zu einer Planung vorzustellen. Vorher könne er weder über den Sperrvermerk noch über eine Investition gleich welcher Höhe entscheiden. Unklar sei ja schließlich, was die Gemeinde für den Bauhof überhaupt plane.

Bürgermeister fordert Mindestmaß an Vertrauen

Bürgermeister Christian Vedder (CDU) unterbrach die Diskussion: „Also für ein Mindestmaß an Vertrauen in die Verwaltung möchte ich an dieser Stelle schon werben“, erklärte er.

Auch die "neue" Fahrzeughalle aus dem Jahr 2001 ist schon sehr knapp bemessen. Die Fahrzeuge dort stehen dicht gedrängt.

Auch die "neue" Fahrzeughalle aus dem Jahr 2001 ist schon sehr knapp bemessen. Die Fahrzeuge dort stehen dicht gedrängt. © Stephan Teine

Da platzte schließlich auch Bauamtsleiter Dirk Vahlmann der Kragen: „Ich verstehe die Diskussion nicht“, sagte er. Natürlich würde er in unterschiedliche Richtungen planen. Und natürlich würde er die Zwischenschritte in den politischen Sitzungen vorstellen. „Das ist doch eine ganz normale Sache, die wir im Bauamt ständig machen“, schimpfte er. Ein Konzept werde er im Rathaus selbst anfertigen, die Detailpläne würden dann aber an ein Büro vergeben. „Ich kann schließlich nicht alles selbst zeichnen“, erklärte.

Einstimmige Zustimmung nach Moment des Schweigens

Dieser Ausbruch führte bei den Politikern erst einmal zu einem Moment Schweigen. Nachdem sich niemand mehr zu Wort meldete, stellte Wilhelm Hövel das Thema Bauhofsanierung schließlich zur Abstimmung. Ohne weitere Diskussion stimmten die Politiker nun doch für die Freigabe der Planungskosten von 50.000 Euro. Nur Alois Kahmen enthielt sich. Wie hoch die Baukosten für den neuen Bauhof sind, blieb unbeantwortet.

Auch die weiteren Anschaffungen für den Bauhof wurden im Bauausschuss schließlich noch freigegeben. Sie summieren sich auf 61.000 Euro:
  • Akkugeräte als Ersatz für die Motorgeräte: Zwei Rückenakkus, zwei Heckenscheren, zwei Laubbläser, eine Astschere, eine kleine Motorsäge, ein Freischneider, Gürtelakkus und zwei Kombi-Aufnahmegeräte
  • sowie eine Arbeitsbühne
  • Computer und Software zur Erstellung eines Grünflächenkastasters
  • ein neues Fahrzeug als Ersatz für den Ford Transit (Baujahr 2005)
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