Die Stadt Borken forstet in Südlohn zwölf Hektar Ackerfläche zu Wald auf. © Gehring
Aufforstung in Südlohn

Stadt Borken verwandelt in Südlohn Ackerfläche in Wald

Der Zweckverband für den Gewerbepark an der A 31 wurde aufgelöst. Das daraus resultierende Aufforstungsrecht der Stadt Borken auf Südlohner Flächen wird trotzdem umgesetzt.

Die Stadt Borken schafft Wald – auf Südlohner Gemeindegebiet. Grund dafür sind Vereinbarungen, die im Zuge der Auflösung des Zweckverbandes für den Gewerbepark an der A 31 im Jahr 2018 zwischen den drei beteiligten Kommunen Borken, Reken und Heiden geschlossen wurden.

Aus der Vermögensverteilung hatte die Stadt Borken das Aufforstungsrecht an bislang landwirtschaftlichen Flächen in Südlohn erhalten. Konkret geht es um zwölf Hektar in der Bauerschaft Tünte, die „dauerhaft als Waldfläche“ erhalten würden, teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Die Aufforstung läuft bereits seit einer Woche. Laut Stadt werden fast 50.000 lebensraumtypische Bäume und Sträucher gepflanzt. Als Hauptbaumart werden Stieleichen gepflanzt, hinzu kommen Hainbuchen und Winterlinden. Der Waldrand werde lebensraumtypisch gestaltet und umfasse Sträucher wie Haselnuss, Weißdorn und Schlehe, teilte die Stadt mit. Die Kosten für die Pflanzaktion beziffert die Stadt auf etwa 94.000 Euro.

Öko-Ausgleich für die Schaffung von Gewerbeflächen

Die drei Kommunen hatten den Plan für den Gewerbepark an der Autobahn im Jahr 2018 endgültig aufgegeben. Die Fläche, die jetzt aufgeforstet wird, diene nunmehr dem Öko-Ausgleich eigener Vorhaben, so Stadt-Sprecher Markus Lask.

Bei der Schaffung von Gewerbegebieten werde regelmäßig in Ökologie und Forstbestände eingegriffen. Daher seien geeignete Flächen für Aufforstungen sehr wichtig, da dadurch Eingriffe an anderer Stelle ausgeglichen werden können, heißt es in der städtischen Mitteilung. Diese Flächen müssten nicht zwingend im eigenen Stadtgebiet liegen, so Lask.

Aus der „Erbmasse“ des Gewerbeparks hat die Stadt Borken noch eine Hofstelle in Gescher. Was damit geschieht, steht laut Lask noch nicht fest.

Der ökologische Ausgleich für den Gewerbepark A 31, der 53 Hektar groß werden sollte, war eines der zentralen Themen während der jahrelangen Vorbereitungen. Um das Vorhaben der Kommunen Borken, Heiden und Reken umzusetzen, hatte der Zweckverband Ökopunkte eingekauft, um die für das Vorhaben nötigen Eingriffe in die Natur ausgleichen zu können. 1,3 Millionen Ökopunkte standen bei Auflösung des Zweckverbandes Anfang des Jahres 2018 auf der Habenseite. Der Zweckverband bezifferte den Verkaufswert der Punkte auf 5,42 Millionen Euro.

Prozentuale Aufteilung nach Beteiligung

Diese Ökopunkte wurden im Zuge der Auflösung des Verbandes zusammen mit dem restlichen Vermögen unter den drei Kommunen aufgeteilt. Diese waren unterschiedlich an den Kosten und somit auch Erlösen des Gewerbeparkprojekts beteiligt: Borken mit 50 Prozent, Reken mit 30 Prozent und Heiden mit 20 Prozent. Entsprechend wurde nach diesem Schlüssel auch das Vermögen aufgeteilt.

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