Saison beginnt auch ohne Südlohner Spargel

Hofrestaurant Schulze-Besseling

Das schlanke Gemüse mit der vornehmen Blässe schmeckt den Gästen an Tisch zwölf sichtlich. Olaf Stein, Inhaber des Hofcafés und Restaurants Schulze-Besseling, ist stolz darauf, dass seine Spargelgerichte so einen guten Ruf genießen.

SÜDLOHN

, 14.04.2016, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Saison beginnt auch ohne Südlohner Spargel

Ein schmackhafter Spargel-Schinken-Teller

Auch, wenn der Spargel seit dieser Saison nicht mehr von Andreas Schulze-Besselings Feldern kommt. "Dadurch, dass letztes Jahr die Mindestlöhne kamen, lohnte sich das für Schulze-Besseling nicht mehr." Der Eperaner, der auch Küchenchef ist, zuckt die Schultern. Seinen Spargel kauft er inzwischen zu. Von einem Biohof in Wettringen, der ihm die hohe Qualität liefert, die Olaf Stein sich wünscht. "Der ist dem Spargel von Schulze-Besseling am ähnlichsten", sagt er.

Der Landwirt selbst habe inzwischen seine Spargelfelder verpachtet. Ein bis zwei Jahre werde der Spargel noch dort wachsen, danach muss eine 20-jährige Pause folgen. Denn wenn der Spargel seinen insgesamt achtjährigen Wachstumszyklus beendet hat, wächst auf dem Feld erst einmal keine andere Frucht mehr.

Arbeit lohnt sich nicht mehr

Olaf Stein bedauert, dass die Saisonarbeiter aus Polen nun nicht mehr auf den Hof kommen. Jahrzehntelang hatten sie zuvor Familie Schulze-Besseling die Treue gehalten. Doch auch in Polen habe sich die wirtschaftliche Situation verbessert. "Es lohnt sich nicht mehr unbedingt für die Polen", vermutet Stein.

Sieben Tonnen des Edelgemüses werden der Küchenchef und sein Team in dieser Saison verarbeiten. Klassisch mit Buttersauce, gebraten oder im Spargel-Lachs-Gratin. Der Vorteil: Wenn er im Restaurant ankommt, ist der zugekaufte Spargel bereits geschält. "Die Spargelsaison beginnt aber immer holprig. Ich hätte zehn Kisten bekommen sollen und habe nur eine gekriegt", meint Olaf Stein. Bei den Spargelpreisen sieht der gebürtige Ahauser keine große Veränderung. "Da hat sich nicht viel getan. 50 bis 60 Cent pro Kilo mehr hat man ja jedes Jahr", meint der Koch.

Zweites Standbein

Das gemütliche Hofrestaurant, das Stein seit vier Jahren als Inhaber betreibt, soll aber nicht sein einziges Standbein bleiben, wie er mit gewissem Stolz in der Stimme bemerkt. "Am Samstag wird der Hofladen um die Ecke wiedereröffnet. Der heißt dann ‚Wat op't Brett'", erklärt der Gastronom. Hausgemachte Spezialitäten und Leckereien aus der Region soll es dort geben. Darunter auch den guten Biospargel, der bereits im Hofrestaurant serviert wird.

Im Laden werden dann sogar einige Säfte und Schnäpse angeboten, die im Haus Hall in Gescher produziert wurden. Noch sind die Regale und die Frischetheke leer, aber der Gastronom und künftige Ladeninhaber freut sich schon darauf, dass es am Samstagmorgen des 16. April endlich losgeht. Kann Olaf Stein selbst das längliche Saisongemüse überhaupt noch ausstehen, wo er es ab jetzt täglich zubereiten wird? "Ich mag sehr gerne Spargel. So bis Mitte Mai kann ich den noch sehen", meint er lächelnd.

www.hofrestaurant-suedlohn.de

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