Ruth Nienhaus verkauft einen Teil ihrer Gewächshäuser und wehrt sich gegen böse Gerüchte

dzGrundstücksverkauf

Zwei bis vier Wohnhäuser sollen da entstehen, wo aktuell noch die Gewächshäuser von Blumen Nienhaus stehen. Doch die Inhaberin muss sich gegen böse Gerüchte wehren.

Südlohn

, 28.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei Blumen Nienhaus rückt bald der Abrissbagger an: Anfang kommenden Jahres soll ein Großteil der Gewächshäuser dort abgerissen werden. „Wir brauchen die Fläche einfach nicht mehr“, erklärt Ruth Nienhaus. Als produzierende Gärtnerei arbeitet das Unternehmen schon 20 bis 25 Jahre nicht mehr. Seither verfallen die Gewächshäuser nach und nach. Etliche Scheiben sind schon zu Bruch gegangen.

„Das müsste man alles neu verglasen und das lohnt sich einfach nicht mehr“, sagt Ruth Nienhaus, Inhaberin des Familienunternehmens. Nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ hat sich dort jede Menge Kleinkram in den Ecken angesammelt. Teure Lagerfläche, die deutlich effektiver genutzt werden könnte.

Idee für den Verkauf kam ihr 2018

2018 hat sie sich deswegen dazu entschieden, einen Teil der Gewächshäuser abreißen zu lassen und rund 800 bis 1000 Quadratmeter der Fläche zu verkaufen.

Keine leichte Entscheidung, schließlich hat das Unternehmen eine lange Geschichte. „Seit 1936 gibt es die Gärtnerei hier“, erklärt Ruth Nienhaus. Damals auf noch größerer Fläche. Ein Großteil wurde schon vor Jahren verkauft. Nun folgt ein weiterer Teil der Gewächshäuser. „Hinter unserem Parkplatz zwischen der Feuerwehr und ungefähr bis zum Vordach unserer Gärtnerei“, so Ruth Nienhaus.

Ruth Nienhaus verkauft einen Teil ihrer Gewächshäuser und wehrt sich gegen böse Gerüchte

An dem Gerücht ist absolut nichts dran: Der Betrieb bei Blumen Nienhaus geht normal weiter. Nur ein Teil der Gewächshäuser wird abgerissen und die Filiale in Borken wird geschlossen. © Lensing Media

Dort sollen vier Doppelhaushälften oder zwei Einfamilienhäuser entstehen. Die Vermarktung durch die LBS habe begonnen, erste Interessenten gebe es schon. „Noch ist die Tinte aber nicht trocken“, erklärt Ruth Nienhaus. Auch die endgültige Planung für die Gebäude gibt es noch nicht.

Teil der Gewächshäuser bleibt stehen, Filiale in Borken schließt

Ein Teil der Gewächshäuser bleibt stehen. „Etwas Fläche brauchen wir außerhalb unserer Verkaufsräume dann ja doch noch“, sagt die Südlohnerin. Anfang 2020 sollen die Abrissbagger anrücken.

Bei der Gärtnerei verändert sich noch mehr: Zum Jahresende schließt Ruth Nienhaus die Filiale in Borken. „Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft und unseren ursprünglichen Standort konzentrieren“, sagt sie.

Deswegen lässt sie den Mietvertrag in Borken auslaufen. Eigentlich hätte sie sowohl die Schließung in Borken als auch den Teilabriss und Grundstücksverkauf in Südlohn schneller über die Bühne bringen wollen. „Doch das verzögert sich ja alles immer“, sagt sie lächelnd.

Angebot soll auf Dauer verändert werden

Auf lange Sicht will sie auch ihr Angebot stärker an die Kundenwünsche anpassen. Das sei alles noch nicht spruchreif. „Erst mal will ich in Ruhe und Anstand die Filiale in Borken zu Ende bringen. Dann folgen der Abriss der Gewächshäuser und der Verkauf der Flächen. Danach kann ich mich um das Angebot kümmern“, sagt sie.

Etwas brennt ihr noch auf der Seele. Sie will mit der Gerüchteküche aufräumen: Seit Monaten geistere durchs Dorf, dass sie ihren Betrieb komplett schließen wolle. „Das ist teilweise schon geschäftsschädigend“, sagt sie ernst.

Gerüchte bedrohen Familienbetrieb

Viele Leute würden sich ja gar kein Bild davon machen, was solche Gerüchte für einen kleinen Familienbetrieb bedeuten. „Langjährige Kunden haben zum Beispiel plötzlich ihre Blumen woanders gekauft“, erzählt die Floristikmeisterin. „Die haben mir geantwortet, ‚Ich dachte, ihr hättet schon zu‘“, so Ruth Nienhaus weiter. Dabei habe sie niemand auf die Gerüchte angesprochen. „Das tut schon weh“, sagt sie.

Das Kerngeschäft in Südlohn, das Blumengeschäft und die Friedhofsgärtnerei, laufen weiter. Auch ihre fünf Mitarbeiter bleiben im Unternehmen. „Eine Angestellte aus Borken verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch“, sagt Ruth Nienhaus.

Auch das sei ein Grund, sich auf einen Standort zu konzentrieren: „Der Fachkräftemangel geht natürlich auch an uns nicht vorbei“, sagt sie. Es sei extrem schwierig, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Selbst für Ausbildungsplätze, sagt sie.

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