Rolf Stödtke will die SPD verlassen

Vorsitzender des Ortsvereins

Rolf Stödtke will nicht mehr: Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Südlohn-Oeding will nicht nur sein Amt aufgeben, sondern gleich auch das Parteibuch zurückgeben.

SÜDLOHN

, 16.12.2016, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rolf Stödtke will die SPD verlassen

Wie Stödtke am Freitag bestätigte, ist er dann ab 1. Januar 2017 nicht mehr Parteimitglied. Sein Ratsmandat wolle er indes weiterhin ausüben. „Im Rat bleibe ich“, bekräftigte er. Was mit dem Vorstandsposten passiere, entscheide sich wohl am Abend, erklärte er gestern Vormittag. Nach seinen Beweggründen für die Entscheidung gefragt, blieb er zugeknöpft: „Das kommentiere ich nicht.“

Keine Unregelmäßigkeiten

Verena Gottschalk-Liese hat für Freitagabend zu einer Sitzung des SPD-Unterbezirks eingeladen, wie sie auf Anfrage erklärte. Dazu seien auch Vertreter vom Vorstand des Südlohner Ortsvereins eingeladen, sagte die Unterbezirks-Geschäftsführerin. Gerüchten, dass der Unterbezirk die Kasse des Ortsvereins wegen etwaiger Unregelmäßigkeiten an sich gezogen habe, erteilte sie eine Abfuhr. „Das ist etwas ganz, ganz, ganz Normales“, beteuerte sie. Der Ortsverein habe keinen Kassenführer mehr gehabt, weshalb diese Aufgabe auch beim Vorsitzenden lag. Aber: „Vor Ort gibt es in keiner Weise Unregelmäßigkeiten.“ Nun springe der Unterbezirk ein. „Wir regeln die Kassengeschäfte für 2016, damit der Rechenschaftsbericht fristgerecht fertiggestellt werden kann.“

Hilfe angeboten

Sie sei auch noch gar nicht davon überzeugt, dass die Entscheidung Stödtkes endgültig sei, nachdem sie ein langes Gespräch mit ihm geführt habe. „Ich hatte den Eindruck, dass es um die Bundespolitik geht“, sagte sie zu Stödtkes Gründen für den Ausstieg. Für Gottschalk-Liese auch ein Grund, um den Ortsverein und dessen Vorsitzenden zu kämpfen. „So einfach wollen wir unsere Mitglieder nicht verlieren“, sagte sie. „Er bekommt alle Hilfe, die er braucht – das war ihm wohl gar nicht bewusst.“ Überrumpelt von der Nachricht wurde Bürgermeister Christian Vedder, der durch einen Anruf aus der Redaktion von Stödtkes Absicht erfuhr. Er habe „nur mal unspezifisch gehört, dass da Unruhe in der SPD sei“, wie er sagte. Während der Ratssitzung am Mittwoch habe er nichts davon bemerkt, dass diese Entscheidung im Raum stehe.

Verbleib in der Fraktion

Wie es für den Ortsverein weitergeht, ist offen. Denn mit Stödtkes Ausscheiden wären bereits zwei entscheidende Vorstandsposten vakant: Vorsitzender und Kassierer. Der Fraktionsstatus bleibt durch Rolf Stödtkes Austritt indes unberührt, wie Bürgermeister Vedder erklärte. „Er wird fraktionsloses Ratsmitglied, das ist alles.“ Auch werde Stödtke neben dem Ratsmandat seine Mitgliedschaft in den Ausschüssen behalten: Aktuell vertritt er die SPD im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss, im Betriebsausschuss, im Haupt- und Finanzausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Rita Penno glaubt noch nicht an einen endgültigen Abschied von ihrem langjährigen Parteifreund. „So, wie ich das verstanden habe, will er sich das über die Feiertage überlegen“, sagte sie. Sie hoffe, dass er die Entscheidung überdenke. Stödtke hadere sehr mit der Bundespolitik der SPD, etwa mit den Waffenverkäufen, „und dass wir als Ortsverein so gar keinen Einfluss haben auf die Bundespolitik.“ Er bleibe aber in jedem Fall Mitglied der Fraktion, auch ohne Parteibuch. „Das ist auch kein Problem, denn an seinen Einstellungen hat sich nichts geändert.“

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