Prognose: 559 Wohnungen müssen bis zum Jahr 2039 in Südlohn entstehen

dzWohnraumversorgungskonzept

Es gibt viele Einfamilienhäuser in Südlohn. In Zukunft aber werden mehr Reihenhäuser oder barrierefreie Geschosswohnungen nötig. Das ist nur eine Erkenntnis aus dem Wohnraumversorgungskonzept.

Südlohn

, 27.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gibt es genügend Wohnungen in Südlohn – in jeder Größe und für jeden Geldbeutel? Und was kann die Gemeinde tun, um den Wohnungsmarkt auf den demografischen Wandel vorzubereiten? Antworten auf diese Fragen sollte ein Wohnraumversorgungskonzept geben, das der Gemeinderat in Auftrag gegeben hatte. Dem Bauausschuss wurden jetzt erste Erkenntnisse geliefert.

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Es ist gerade in den vergangenen Jahren viel Wohnraum entstanden, die Mieten sind auch in Südlohn und Oeding gestiegen, und es fehlt an Angeboten für einkommensschwächere und kleine Haushalte – ein paar Ergebnisse aus der Ist-Analyse stellte Regina Höbel vom Institut für Inwis aus Bochum ihren Ausführungen voran.

Keine Überraschung war es für die Bauausschussmitglieder, dass auch in Südlohn und Oeding die Zahl der kleinen Haushalte steigen werde – mit Blick auf die wachsende Zahl der über 75-Jährigen und wachsende Single-Haushalte. Deswegen gab Regina Höbel auch schon jetzt eine erste Handlungsempfehlung: Mehr (verdichtete) Wohnformen anbieten. Mehr Reihenhäuser, Bungalows, barrierefreie Wohnungen.

559 Wohnungen müssen bis zum Jahr 2039 in Südlohn entstehen

Weil darüber hinaus die landläufigen Prognosen von einem Bevölkerungszuwachs der Gemeinde ausgehen, gebe es Bedarf für mehr Wohnungen. Nach ihrer Bedarfsprognose müssten 559 Wohnungen bis zum Jahr 2039 entstehen. Das bedeute, dass pro Jahr rechnerisch 25 Wohnungen gebaut werden müssten, „also weniger, als es in den vergangenen Jahren hier der Fall war“, sagte Regina Höbel.

Bürgermeister Christian Vedder hakte hier ein: „Die Bautätigkeit hängt auch immer von der Möglichkeit ab.“

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Baulücken hatte Regina Höbel mehr in Südlohn als in Oeding entdeckt, was für sie zum Handlungsfeld „Stärkung des Wohnens in den Ortskernen“ zählte. Ein breiteres Spektrum an Wohnraum sowie preisgünstigen Wohnraum schaffen und das Baulandmanagement verbessern nannte sie als weitere Handlungsfelder.

Die Politiker hakten nach: Wie man die Senioren, die mit ihrem Eigenheim verwurzelt sein, zum Umziehen bewegen könne, fragte Sabrina Späker (SPD). Regina Höbel betonte, dass gute, zentrale Wohnangebote im Ortskern angeboten werden müssten – „dann spricht sich das rum, und die sind schnell voll.“

„Zukunftsdialog“ starten und die Einwohner dabei mitnehmen

Alois Kahmen (CDU) brachte das Programm „Jung kauft Alt“ ins Spiel, Jörg Battefeld (UWG) fragte sich, wie die Gemeinde Privateigentümer zu mehr Nachverdichtung überzeugen könne. Regina Höbel regte an, einen „Zukunftsdialog“ zu starten, die Einwohner dabei mitzunehmen. „Das ist ein längerer Prozess, aber der war in anderen Gemeinden schon erfolgreich“, sagte sie. Die Kommunalpolitik will nun auf das vollendete Wohnraumkonzept warten – dann geht es an die Zukunftsaufgabe.

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