Prinz Botho wird Träger des Bauernhofkindergartens auf dem Hof Robers in Südlohn

dzKita in Südlohn

Das DRK-Familienzentrum „Prinz Botho“ aus Stadtlohn wird Träger des Bauernhofkindergartens in der Bauerschaft Horst. Damit soll ein völlig neues Konzept für Kindergärten umgesetzt werden.

Südlohn

, 14.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Projekt mit einem besonderen pädagogischen Konzept“, meinte Barbara Seidensticker-Beining (SPD) am Mittwochabend in der Ratssitzung, als es um die Einrichtung eines Bauernhofkindergartens auf dem Hof Robers in der Bauerschaft Horst in Südlohn ging. Der soll schon im August 2020 mit 40 Kindern starten und den sich abzeichnenden zusätzlichen Bedarf an Plätzen in einer Kinder-Tageseinrichtung abdecken.

Start am 1. August 2020

  • Auf zwei Etagen soll in einem Wirtschaftsgebäude auf dem Hof Robers der Kindergarten entstehen.
  • In zwei Gruppen sollen dort insgesamt 40 Kinder Platz finden. Zehn unter drei Jahren und 30 Über-Dreijährige.

  • Dazu gibt es Bewegungsräume, Büros, Ruhezonen und eine große Küche. Denn gekocht werden soll für die 40 Kinder direkt vor Ort.

  • Im Außenbereich soll eine große Spielfläche entstehen. Dahinter liegt dann noch einmal große Wiese. Dort könnten einmal verschiedene Tiere gehalten werden.

In der Sitzung ging es um die Vergabe der Trägerschaft für die neue Einrichtung und um das Pädagogische Konzept der jeweiligen Bewerber. Neben dem DRK-Familienzentrum „Prinz Botho“ aus Stadtlohn hatte sich auch der Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland um die Trägerschaft beworben.

Mitarbeiter werden für das Bauernhof-Konzept geschult

Wie Barbara Seidensticker-Beining als Mitglied des Schul-, Jugend- und Sozialausschusses erklärte, hatte sich der Ausschuss für den Träger aus Stadtlohn entschieden und eine entsprechende Empfehlung an den Rat ausgesprochen. Gründe dafür waren unter anderem, so die Kommunalpolitikerin, dass Prinz Botho seine Mitarbeiter auf spezielle Schulungen für das Konzept des Bauernhofkindergartens schicken will.

Das habe im Konzept des anderen Trägers nicht gestanden, nannte die Politikerin einen wichtigen Aspekt für die Beschlussempfehlung des Ausschusses. Bürgermeister Christian Vedder ergänzte, dass die „Sozialraumnähe“ mit dem DRK als Träger vorhanden sei. Das sei auch ein wichtiger Aspekt gewesen. Das DRK sei im Kreis und in Südlohn vernetzt. „Das hilft“, meinte Vedder.

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Maik van de Sand (Grüne) hatte „Probleme“ mit dem geplanten Ablauf der Abstimmungen. Der Rat sollte sich im öffentlichen Teil für einen der beiden Träger entscheiden. Im späteren nichtöffentlichen Teil der Sitzung sollte es dann um das Konzept und die vertragliche Regelung der Trägerschaft gehen. Zum Konzept habe er Fragen, die er aber im öffentlichen Teil nicht stellen könne.

Nach den Ausführungen von Barbara Seidensticker-Beining und Christian Vedder hatte er dann aber auch kein Problem damit, für Prinz Botho als Träger zu stimmen. Das brachte der Rat dann einstimmig auf den Weg.

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„Wir freuen uns riesig“, strahlte anschließend Juliane Rehkamp, die Leiterin von Prinz Botho in Stadtlohn, im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie bezeichnete das Konzept eines Bauernhofkindergartens einerseits als besondere Herausforderung, stellte gleichzeitig aber auch die Möglichkeiten heraus, die sich für die pädagogische Arbeit auf einem Bauernhof ergeben.

Teil eines Stalls wird abgerissen

Stefanie und Claus Robers wollen nun einen Teil eines bestehenden Stalles abreißen und so Platz für Spielfläche und Tiergehege schaffen. In einem Wirtschaftsgebäude auf ihrem Hof soll dann ein zweigeschossiger Kindergarten entstehen.

Prinz Botho wird Träger des Bauernhofkindergartens auf dem Hof Robers in Südlohn

Stefanie und Claus Robers wollen auf ihrem Hof einen Bauernhofkindergarten einrichten. © Stephan Teine

Stefanie Robers ist schon jetzt als Erzieherin in Südlohn tätig. Wenn der Betrieb auf ihrem Hof startet, möchte sie dort arbeiten. „Sozusagen auch als Bindeglied zwischen dem Kindergarten und unserem landwirtschaftlichen Betrieb“, sagt sie.

Ihr ist dabei aber wichtig, dass der Kindergarten nicht in einer „grünen Wolke“ steht. „Wir wollen hier auch zeigen, wie Landwirtschaft wirklich funktioniert“, sagt Stefanie Robers. Die Produktion wird auf dem Hof in der Bauernschaft Horst zukünftig zwar zurück gefahren, die Kinder sollen aber trotzdem einen Eindruck davon bekommen, wie Schweinehaltung und -mast funktionieren. „Wir wollen, dass sie den täglichen Kontakt zu den Tieren haben.“

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