Oedinger Hubert Epping schlägt Bankräuber in die Flucht

dzGeldautomat gesprengt

Unbekannte haben einen Geldautomaten der VR-Bank an der Winterswyker Straße gesprengt. Hubert Epping hat die Täter am Donnerstagmorgen auf frischer Tat ertappt und in die Flucht geschlagen.

Südlohn

, 07.05.2020, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 5.10 Uhr am Donnerstagmorgen zerfetzte ein lauter Knall die Stille der Nacht in Oeding. Unbekannte hatten versucht, einen Geldautomaten der VR-Bank Westmünsterland an der Winterswyker Straße zu sprengen.

Der Oedinger Hubert Epping – hier auf einem Archivbild – hat die Bankräuber auf frischer Tat ertappt und in die Flucht geschlagen.

Der Oedinger Hubert Epping – hier auf einem Archivbild – hat die Bankräuber auf frischer Tat ertappt und in die Flucht geschlagen. © Bernd Schlusemann

Der Oedinger Hubert Epping erwischte die Täter auf frischer Tat: „Ich war gerade mit dem Fahrrad auf dem Weg ins Büro, als ich den lauten Knall hörte“, erklärt er unserer Redaktion einige Stunden später am Telefon. Erst habe er noch gedacht, dass auf einem Lastwagen, der gerade durchs Dorf fuhr, etwas umgekippt sei. „Das war so ein dumpfer Knall“, erklärt er. Als er dann näher an die VR-Bank heran kam, sei ihm aber ein stechender Gestank aufgefallen.

Täter gesehen und angebrüllt

Er sei dann zwischen den Gebäuden durchgelaufen. „Da habe ich eine maskierte Gestalt gesehen“, sagt er. Daraufhin habe er den Unbekannten laut angebrüllt. Der sei dann aufgeschreckt und zu einem Auto gerannt. Ein zweiter Täter kam aus dem Vorraum der VR-Bank gerannt und ebenfalls in das Auto gesprungen.

Der obere Teil des Automaten wurde durch die Sprengung zerstört. An das Geld gelangten die unbekannten Täter jedoch nicht. Die Gegengasanlage, ein Sicherheitssystem des Geldautomaten, hatte den Großteil des eingeleiteten Gases unschädlich gemacht.

Der obere Teil des Automaten wurde durch die Sprengung zerstört. An das Geld gelangten die unbekannten Täter jedoch nicht. Die Gegengasanlage, ein Sicherheitssystem des Geldautomaten, hatte den Großteil des eingeleiteten Gases unschädlich gemacht. © privat

Dann hätten die Täter Gas gegeben und seien mit aufheulendem Motor auf die Winterswyker Straße gefahren. „So schnell, dass sie beim Abbiegen ins Schleudern kamen und fast noch gegenüber in einen Vorgarten gerutscht wären“, erzählt der Oedinger weiter. Erst in letzter Sekunde hätten sie den Wagen wieder abfangen können. „Das war auf jeden Fall ein hochmotorisiertes Auto“, sagt er. Er beschreibt das Fluchtfahrzeug als einen grauen Audi.

Wenige Sekunden zwischen Knall und Flucht

„Angst hatte ich nicht. Ich bin ja nicht so klein“, erklärt er. Das Ganze habe sich aber auch in wenigen Sekunden abgespielt. „Zwischen dem Knall und dem Moment als ich vor das Gebäude kam, sind vielleicht 30 Sekunden vergangen“, schätzt der Oedinger.

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Am Vormittag sind die schlimmsten Schäden im Vorraum der VR-Bank-Filiale schon beseitigt. Filialleiter Martin Schipper erklärt, dass die Schäden nicht besonders groß seien. Auch Beute hätten die Täter nicht gemacht.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten haben noch am Donnerstagmorgen begonnen. Der Betrieb in der Filiale und im Selbstbedienungsbereich ist durch die versuchte Sprengung des Geldautomaten nicht gefährdet.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten haben noch am Donnerstagmorgen begonnen. Der Betrieb in der Filiale und im Selbstbedienungsbereich ist durch die versuchte Sprengung des Geldautomaten nicht gefährdet. © Stephan Teine

„Unsere Automaten sind seit einigen Jahren mit einem Gegengas-System ausgerüstet“, erklärt er. Es neutralisiert das Gas, mit dem Kriminelle die Automaten sprengen wollen. Gleichzeitig werde ein Alarm ausgelöst. Der erreichte ihn nur wenige Augenblicke nach der versuchten Sprengung über die Leitstelle des Wachdienstes. „Die Sicherheitssysteme haben funktioniert“, erklärt er.

Täter nehmen keine Rücksicht auf Leib und Leben

So wurde nur der obere Teil des Automaten zerstört. „Die Geldkassetten blieben unbeschädigt“, so der Filialleiter. Einige Teile des Automaten seien allerdings quer durch den gesamten Vorraum geflogen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn jemand während der Sprengung an der Bankfiliale vorbei gelaufen wäre.

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Unbekannte sprengen Geldautomaten in Oeding

„Diese Täter nehmen auf Leib und Leben keine Rücksicht“, erklärt er. Auch nicht auf die Bewohner oberhalb der Filiale. „Die sind kurze Zeit nach dem Knall auf die Straße herunter gekommen“, erzählt Hubert Epping. In einer kleinen Gruppe habe man dann noch einen Moment vor dem Gebäude gestanden, bis die Polizei kam.

Betrieb in der VR-Bank-Filiale geht normal weiter

Die Reparaturen haben noch am Donnerstagmorgen begonnen. Zunächst wird der beschädigte Automat verkleidet und demnächst ausgetauscht. Der Betrieb in der Filiale geht aber ganz normal weiter. „Ein- und Auszahlungen oder Kontoauszüge sind weiter möglich“, erklärt Martin Schipper. Auch der Videoservice werde normal weitergeführt. Am Freitag sei die Filiale auch zu den „normalen“ Öffnungszeiten in der Coronakrise geöffnet.

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Die Polizei sucht derweil mit einer Täterbeschreibung nach den Unbekannten: männlich, circa 1,75 Meter groß, sportlich-kräftige Figur, bekleidet mit dunklen Arbeitsanzügen, ausländische Sprache. Sie flüchteten in einem grau lackierten Audi Kombi (möglicherweise A4 / A6) mit ST-Kennzeichen über die B525 in Richtung A31.

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