Die örtlichen Vereine dürfen die Räume der Hans-Christian-Andersen-Schule, beispielsweise die Lehrküche, weiterhin verwenden. Ansprechpartner ist die Gemeinde. © Markus Gehring
Hauptausschuss

Neue Runde im Ringen um Verkauf der ehemaligen Roncalli-Hauptschule

Geht es bei einem möglichen Verkauf der Hans-Christian-Andersen-Schule voran? Die SPD wittert Morgenluft, doch bei der CDU hat sich der Standpunkt nicht geändert.

Was passiert mit der Hans-Christian-Andersen-Schule? Die SPD hatte im vergangenen Haupt- und Finanzausschuss erneut beantragt, den Verkauf des Gebäudes prüfen zu lassen.

Und die Sozialdemokraten wittern Morgenluft: „Zumindest hat es kein klares ‚Nein‘ gegeben“, sagt Sabrina Späker, SPD-Fraktionsvorsitzende im Südlohner Rat. Zwar gebe es noch einige Bedenken, aber es habe sich eben – gerade in der CDU-Fraktion – anscheinend etwas getan. Vielleicht gebe es mit neuen Menschen in einem neuen Rat ja auch neue Ansichten. Ihre Ansicht ist klar: „Wir können das Gebäude nicht mehr nutzen“, sagt sie.

Standpunkt der CDU hat sich nicht geändert

Gedanken, die der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Rathmer schnell zerstreut: „Die Köpfe haben sich zwar geändert, aber einige Standpunkte sind doch geblieben“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Von einem Verkauf des Gebäudekomplexes will er deswegen auch erst einmal gar nichts wissen. Grundsätzlich sei ja klar, dass man ein Gebäude nur einmal verkaufen könne. „Bisher tappen da aber alle im Dunkeln“, sagt er. Und auch der Kreis werfe ja gerade nicht mit den Millionen um sich. Wenn also überhaupt einmal über den Verkauf gesprochen werden solle, müsse das erst einmal mit Sinn und Verstand geprüft werden.

CDU-Fraktion bleibt fest beim Nein

Es gehe ja auch nicht um irgendein Grundstück, sondern um ein sehr zentral gelegenes Areal mitten in Südlohn. Das zeige ja schon der Blick von oben. Deswegen sieht er in der Wertermittlung auch erst einmal kein Problem. Und keinen Widerspruch zu der übrigen Ablehnung eines Verkaufs.

Momentan bleibe seine Fraktion fest beim „Nein“ für einen Verkauf des Gebäudes. Vorher müssten alle Eventualitäten und Richtungen abgeklopft werden. Die CDU-Fraktion hat 11 von 31 Sitzen im Südlohner Rat.

Mehrheit im Rat steht Verkauf positiv gegenüber

SPD und UWG, die einen Verkauf des Gebäudes ebenfalls seit Jahren vorantreiben möchte, kommen zusammen auf neun Sitze. Schon mit den sieben Sitzen der WSO wäre eine Mehrheit in dieser Frage möglich. Die WSO steht einem Verkauf erst einmal offen gegenüber. Doch auch deren Fraktionsvorsitzender Maik van de Sand erklärt auf Nachfrage, dass es zu früh für eine solche Frage sei. „Wir wissen ja noch gar nicht, über welchen Preis wir überhaupt reden“, sagt er. Erst wenn der feststehe, könne man überhaupt in ernsthafte Verhandlungen eintreten.

Weitere drei Ratsmitglieder würden einen Verkauf ebenfalls unterstützen: die FDP. „Natürlich nur zu adäquaten Bedingungen“, wie FDP-Fraktionsvorsitzender Jörg Schlechter erklärt.

Verwaltung soll Wert des Gebäudes ermitteln

Auch Bürgermeister Werner Stödtke spricht erst einmal nur davon, dass die Verwaltung den Auftrag bekommen habe, einen Verkauf an den Kreis zu prüfen und Verhandlungen aufzunehmen – sowie den Wert des Gebäudes zu ermitteln. „Wir dürfen weiterverhandeln“, sagt er. So eine Verhandlung ergebe natürlich nur Sinn, wenn sie mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben werde. Einen möglichen Kaufpreis für das Gebäude will die Verwaltung in der kommenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Mitte April nennen. Dann soll über den SPD-Antrag und das weitere Vorgehen entschieden werden.

Im zurückliegenden Wahlkampf hatte sich Werner Stödtke dafür ausgesprochen, das Gebäude zu verkaufen. So könne die Gemeinde die anstehenden Investitionskosten für eine mögliche Sanierung vermeiden.

Die Frage des möglichen Verkaufs der ehemaligen Roncalli-Hauptschule und jetzigen Hans-Christian-Andersen-Schule beschäftigt die Südlohner Politik seit Jahren. Zuletzt hatte der Rat Ende 2019 darüber diskutiert. Am Ende stimmte der Rat damals mit 18 zu 5 Stimmen gegen den Verkauf. Vor allem die Mitglieder der CDU-Fraktion hatten sich vehement gegen einen Verkauf stark gemacht.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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