Die Natureisbahn der „Winterswijkse Ijsvereniging“ (WIJV) wurde offiziell eröffnet. © Georg Beining
Schlittschuhlaufen

Natureisbahn in Winterswijk eröffnet – aber nicht jeder darf kommen

Schlittschuhlaufen unter freiem Himmel – das bietet die neue Natureisbahn in Winterswijk, die jetzt eröffnet. Doch wegen des Coronavirus darf nicht jeder Interessierte einfach so kommen.

Das Wunder von Winterswijk!“ Schöner als der drahtige Mann mittleren Alters mit seinen Schlittschuhen am Arm kann man es wohl nicht auf den Punkt bringen, was da an diesem sonnigen, kalten Tag am Rande der niederländischen Nachbarstadt am Bataafseweg vor sich geht.

Der vor Freude strahlende Niederländer, der auf dem großen Parkplatz entgegenkommt, sagt diese Worte in perfektem Deutsch. Sein Blick auf das entsprechende Autokennzeichen hat ihn wohl dazu veranlasst. Es ist aber auch unglaublich, was hier passiert. Dass Eislaufen die Passion der Niederländer, ihr Nationalsport ist, weiß man. Und nicht einmal eine Pandemie kann die Menschen offenbar von ihrer Leidenschaft und Begeisterung abbringen.

Nur 75 Schlittschuhläufer dürfen gleichzeitig auf das Gelände

An diesem Tag ist die nagelneue Natureisbahn der „Winterswijkse Ijsvereniging“ (WIJV) von 1887 zum ersten Mal für Publikum zugänglich. Kommen dürfen Corona-bedingt nur Mitglieder und Menschen, die für den Bau der Bahn gespendet haben. Und das sind hunderte – allerdings nicht ohne Voranmeldung und vor allem nicht alle auf einmal. An der Kasse des Vereinsheims ist zu erfahren, dass immer nur 75 Schlittschuhläufer gleichzeitig auf das Gelände dürfen.

Nicht jeder darf die Eisbahn einfach so besuchen.
Nicht jeder darf die Eisbahn einfach so besuchen. © Georg Beining © Georg Beining

Das besteht aus einer ovalen Eisbahn von 400 Metern Länge, einer tausend Quadratmeter großen rechteckigen Eisfläche – die „Krabbelbaan“ für die Kleinen – und besagtem Vereinsheim.

Klimawandel sorgt für ungewisse Zukunft

Diese Anlage an der Einmündung des Bataafseweg in den Kottenseweg hat die „WIJV“ im vergangenen Jahr fertig gestellt. Zu Anfang des Winters gab es die ersten Tests der Beregnungsanlage. Man wartete sehnsüchtig auf die ersten Nachtfröste, und die Betreiber schafften es tatsächlich, eine 1,5 Millimeter dünne Eisschicht auf das Asphaltoval zu bringen.

Am Eröffnungstag sind es immerhin vier Millimeter Eis und die Bahn scheint ihre Bewährungsprobe mit Bravour zu bestehen. Es ist immerhin schon der neunte Standort einer Eisbahn der Eisvereinigung, des ältesten Sportvereins der Gemeinde. Und dessen Verantwortliche sind sich darüber im Klaren, dass die Tage des Schlittschuhlaufens auf Natureisbahnen gezählt sind – weil es immer wärmer wird. Daher ist die Anlage auch so konzipiert, dass im Rest des Jahres hier auch anderer Sport betrieben werden kann, beispielsweise Inlineskaten.

Noch aber heißt es: Kufen unter die Füße und seine Runden drehen. Und eines macht auch noch Hoffnung, dass es noch nicht vorbei mit dem Frost ist: Winterswijk hält seit Januar 1942 den niederländischen Kälterekord mit minus 27,4 Grad.

Über den Autor

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.