Barbara Altena, kommissarische Schulleiterin der Von-Galen-Grundschule in Oeding, hofft, dass auf die Technik in den nächsten Tagen und Wochen mehr Verlass ist. © Stephan Rape (A)
Von-Galen-Grundschule

Nach Pannen-Start: Lernplattform IServ stabilisiert sich langsam

Die Oedinger Von-Galen-Grundschule ist mit der Lernplattform IServ generell zufrieden. Doch auch sie war zum Wochenbeginn von den massiven Serverproblemen betroffen. Besserung zeichnet sich ab.

Dieser Montag, der erste Tag nach den Weihnachtsferien, war ein Tag zum Vergessen. Das weiß auch Barbara Altena, kommissarische Schulleiterin der Von-Galen-Grundschule in Oeding. „Die Technik hat nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. Auch in Südlohn und Oeding ist die Lernplattform IServ unter der Last des bundesweiten Homeschoolings zusammengebrochen.

Für einige Eltern war das ein Grund, zur Generalkritik anzusetzen und den Distanzunterricht vorzeitig als gescheitert zu verurteilen. Barbara Altena sieht das differenzierter: „Die Beteiligten bemühen sich unglaublich. Ich sehe, wie meine Kolleginnen und Kollegen alles dafür tun, um kreative Lösungen zu finden.“ Dass die Premiere aufgrund technischer Probleme verpatzt wurde, sei ein Rückschlag, von dem man sich nicht unterkriegen lasse. „Wir bleiben am Ball“, verspricht sie.

Erste kleine Fortschritte am Dienstag

Und Sebastian Terhart, Klassenlehrer und Medienbeauftragter der Grundschule, sieht erste kleine Fortschritte: „Montagfrüh konnten Schüler und Lehrer sich teilweise nicht einmal einloggen. IServ hat die Fehler erkannt und teilweise behoben, sodass am zweiten Tag schon deutlich mehr klappte.“

Tatsächlich haben die Betreiber der Lernplattform mittlerweile ein automatisches Update installiert, sich an die Öffentlichkeit gewandt und zumindest teilweise eine Begründung geliefert. „Wir bedauern, dass es zu einer technischen Störung gekommen ist. Aufgrund eines Problems an der Vermittlungsstelle für Videokonferenzen konnte unser Videokonferenzen-Modul zeitweise nicht allen Nutzern zum Schulstart zur Verfügung gestellt werden“, heißt es dort.

IServ bittet um Unterrichtsentzerrung

Obwohl die Betreiber betonen, dass die Server der Plattform „auch für sehr großes Nutzeraufkommen ausgelegt und extrem belastbar“ seien, bitten sie die Schulen unter anderem, die Unterrichtszeiten zu entzerren. „Es scheint dadurch tatsächlich flüssiger zu laufen“, sagt Sebastian Terhart. Selbst Videokonferenzen mit immerhin zwölf Teilnehmern liefen seinen Berichten zufolge flüssig. „Das ist ein klarer Fortschritt.“

Außerdem betont der Medienbeauftragte: „Wir bereuen es nicht, auf IServ gesetzt zu haben. Es ist leicht zu bedienen und auch als Laie findet man sich schnell zurecht.“ Er merke an vielen verschiedenen Stellen, dass die Plattform von ehemaligen Schülern für Schüler entwickelt wurde. „Auch das Feedback der Eltern war bisher im Großen und Ganzen positiv“, so Terhart.

Zwei verbindliche Videokonferenzen pro Woche

Das gelte auch generell für das Homeschooling-Konzept der Von-Galen-Grundschule. Montags und freitags gibt es für alle Klassen, sofern die Technik mitspielt, verbindliche Videokonferenzen. Weitere bei Bedarf in Kleingruppen. Den Wochenbeginn nutzen Schüler und Lehrer meist dafür, in ein neues Thema einzusteigen. Am Freitag folgt die die Reflexion.

Eine durchgehende Videokonferenz, die sich am regulären Stundenplan der Klassen orientiert, hält er genau wie Barbara Altena für wenig sinnvoll. Die kommissarische Schulleiterin erklärt: „Selbst wenn die Server mitspielen würden, sollten Kinder im Grundschulalter nicht über Stunden vor einem Display sitzen.“

Sorgen bereiten der Lehrerin generell die Jüngsten ihrer Schule: „Die Erstklässler sind ein Sonderfall. Dort findet das Lernen auf anderen Ebenen und mit allen Sinnen statt. Für sie ist es besonders schwer.“ Obwohl sie weiß, dass es noch dauern kann und die Eindämmung der Pandemie höchste Priorität hat, sagt sie: „Wir müssen alles tun, um schnellstmöglich zum Präsenzunterricht zurückkehren zu können.“

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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