Mehr Gewaltkriminalität in Südlohn – doch das Dorf bleibt ein sicherer Ort

dzKriminalitätsstatistik

19 Fälle von Gewaltkriminalität wurden 2019 in Südlohn verzeichnet. Das bedeutet ein Plus von 14 Fällen oder 280 Prozent. Nicht nur hier stiegen die Kriminalitätszahlen.

Südlohn

, 10.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hätte Südlohn 100.000 Einwohner, wären 205 von ihnen 2019 Opfer von Gewaltkriminalität geworden. Die Vergleichszahl aus dem Vorjahr: 54. Damit klettert die Gemeinde in der Rangfolge im Kreis Borken vom hervorragenden vorletzten Platz auf Platz 4 hinter Legden, Gronau und Schöppingen. Auch der Schnitt im Kreis liegt mit dem Wert 162 deutlich niedriger. Mit den Kriminalitätshäufigkeitszahlen lassen sich auch Gemeinden mit unterschiedlichen Einwohnerzahlen vergleichen.

Die Entwicklung bei der Gewaltkriminalität wirkt sich auch bei der Zahl der Gesamtstraftaten aus. Im Jahr 2019 wurden in Südlohn insgesamt 405 Straftaten registriert, 39 mehr als im Vorjahr. Der Vergleich aus der Kriminalitätsstatistik der Polizei des Kreises Borken ist allerdings erst aussagekräftig, wenn man weiter zurückblickt. 407 im Jahr 2015, dann 380, dann 415, dann 366 und jetzt eben 405: Es ist ein Auf und Ab.

Nicht in vielen Gemeinden sind die Zahlen gestiegen

Das gilt auch für die Gewaltkriminalität. Auch hier gab es 2016 schon mal 14 Fälle, 2015 und 2016 wurden jeweils 8 Fälle verzeichnet, 2018 waren es nur 5. „Südlohn ist eine der wenigen Gemeinden im Kreis, in denen die Zahl angestiegen ist“, sagt Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizei.

Grund zur Sorge haben die Südlohner aber nicht, so Rentmeister. Prozentual hört sich mancher Wert dramatisch an – Raubdelikte plus 400 Prozent, Diebstahl von Kraftwagen plus 200 Prozent – doch nur vier Raubdelikte und drei gestohlene Wagen dürften das Sicherheitsgefühl der Südlohner nicht verschlechtern.

Ähnlich unterschiedlich entwickeln sich auch die Zahlen bei den Wohnungseinbrüchen. Nach 17 Fällen im Jahr 2017 und 5 im Jahr 2018 wurden 2019 dann 10 Einbrüche in Wohnungen registriert: plus 100 Prozent also, aber dennoch nicht einmal ein Einbruch im Monat. Konnten im Vorjahr noch 40 Prozent aufgeklärt werden, konnte 2019 keiner der Einbrecher gefasst werden.

Gute Aufklärungszahlen

Anders ist das bei der Gewaltkriminalität. Hier sind die Aufklärungszahlen mit 100 Prozent in 2018 und 73,7 Prozent in 2019 sehr gut. Gute Aufklärungszahlen gibt es auch im Bereich Körperverletzung. Bei 83,7 Prozent der 43 Fälle (2018: 42 Fälle) wurden Tatverdächtige ermittelt. Und auch drei der vier Ladendiebstähle wurden aufgeklärt.

Ein größerer Anstieg wird auch beim Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz verzeichnet. Von 61 stieg die Zahl auf 101. „Das ist theoretisch fast der gesamte Anstieg an Straftaten in Südlohn“, sagt Frank Rentmeister. Allerdings handele es sich hier um ein Kontrolldelikt. Deshalb lasse sich aus den Zahlen kein Schluss ziehen, ob tatsächlich die Zahl der Straftaten gestiegen seien.

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