„Man ist den Autos schutzlos ausgeliefert“ – Eschlohner fordern Radweg nach Südlohn

dzRadweg Eschlohn

Mehrere Familien haben am Donnerstag bei einem Treffen mit Bürgermeister Christian Vedder ihrem Ärger Luft gemacht. Sie fordern zu ihrer eigenen Sicherheit einen Radweg bis nach Südlohn.

Südlohn

, 17.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Freundlich, aber entschlossen haben einige Anwohner der Eschlohner Straße (K53) am Donnerstag Bürgermeister Christian Vedder ihr Anliegen mitgeteilt. Denn ihnen reicht es. Sie fordern einen Radweg, der die Bauerschaft Eschlohn mit dem Südlohner Ortskern verbindet. „Als Fahrradfahrer ist man auf der K53 den Autos schutzlos ausgeliefert. Es kommt ständig zu Ereignissen, die sehr, sehr gefährlich sind“, klagt Josef Große Kintrup. Die sowieso schon schmale Straße sei durch schlechten Lichteinfall und die scharfe Kurve auf Höhe des Hofes Vennekamp ein Risikofaktor.

Gemeinsam mit seiner Frau Nadine entschloss er sich vor einiger Zeit, etwas an der bisher unbefriedigenden Situation zu ändern. Sie zogen durch Südlohn und und sammelten Unterschriften. „Wir haben sehr viel Zuspruch erhalten – vor allem von anderen Eltern“, erklärt Nadine Große Kentrup. „Die Straße ist so schmal, dass es selbst ohne Radfahrer schon manchmal eng wird. An eine sichere Fahrt ist nicht zu denken.“

Große Sorge um die Sicherheit der Kinder

Um wen sie sich die größten Sorgen macht, wird beim Vor-Ort-Termin schnell deutlich: die Kinder in der Nachbarschaft. „Es ist schade, aber aktuell kann ich meinem Sohn nicht erlauben, alleine zu seinem Kumpel fahren zu lassen. Daran ist überhaupt nicht zu denken“, sagte Kerstin Strauß. Gemeinsam mit ihrem Mann, den Große Kintrups und zwei weiteren betroffenen Familien konnten sie nun 165 Unterschriften dem Bürgermeister übergeben.

„Man ist den Autos schutzlos ausgeliefert“ – Eschlohner fordern Radweg nach Südlohn

Nadine Große Kintrup übergab die Unterschriften stellvertretend an Christian Vedder. © Johannes Schmittmann

Der zeigte Verständnis für den wachsenden Unmut. „Ich halte einen Radweg an dieser Stelle für eine gute Idee. Ich werde das Anliegen der Betroffenen mit in die nächste Ratssitzung nehmen“, versprach Christian Vedder. Und der Bürgermeister denkt schon größer. „Den Radweg könnte man auch touristisch nutzen, wenn er direkt bis nach Gescher reichen würde.“ Eine schnelle Behebung der Gefahrensituation stellte er allerdings nicht in Aussicht.

Finanzen könnten zum Stolperstein werden

„Pläne, die eine solche Investition nach sich ziehen könnten, werden nicht nur einmal Thema im Rat sein.“ Die Finanzen sind es auch, die trotz der breiten Zustimmung für die Idee, zum Stolperstein werden könnten. „Die Finanzierung eines Radweges liegt bei einer Kreisstraße nicht in unserer Hand.“

Damit überraschte er am Donnerstag aber keinen der Anwesenden. „Wir sind realistisch und wissen, dass es seine Zeit dauern wird. Wir wollen den Stein aber jetzt ins Rollen bringen. Auch mit Blick auf die nächste Generation“, zog Nadine Große Kintrup ein positives Fazit nach dem Treffen mit dem Bürgermeister. Auch, weil dieser versprach, die Familien regelmäßig persönlich auf dem Laufenden zu halten.

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