Hier ist das Baugebiet Horst/Elpidiusstraße geplant. Die Fläche praktisch gegenüber der Einfahrt zum Gelände des SC Südlohn soll Platz für 20 Wohnbaugrundstücke liefern. Wenn denn das noch ausstehende Geruchsgutachten dem keinen Strich durch die Rechnung macht. © Markus Gehring
Baugrundstücke in Südlohn

Lieber Baugebiet statt Blühwiese: CDU drängt zur Eile an der Elpidiusstraße

Im November fragte CDU-Fraktionschef Thomas Rathmer nach und jetzt noch einmal. Es blieb dabei: Das Geruchsgutachten für das Planverfahren Baugebiet Horst/Elpidiusstraße liegt noch immer nicht vor.

In der jüngsten Ratssitzung hakte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Rathmer nochmal bei der Verwaltung nach: Wie weit denn die Planungen für das Baugebiet Horst/Elpidiusstraße gediehen seien, ob das Geruchsgutachten jetzt vorliege. Die Antwort war dieselbe wie die, als er schon in der November-Ratssitzung gefragt hatte: Nein, es gebe ein Problem beim Gutachterbüro, das Geruchsgutachten liege noch nicht vor, teilte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann mit.

„Die Bürgerschaft wird im Unklaren gelassen“

Thomas Rathmer hat dafür wenig Verständnis. Als er jüngst den Artikel in der Münsterland Zeitung las, dass nun dort für ein Jahr eine Blühfläche entstehen soll, wo das kleine Baugebiet geplant ist, wuchs der Ärger: „Dann sind wir ein Jahr weiter, das kann doch nicht sein“, so Rathmer im Telefonat mit der Redaktion. „Wir sind nicht damit einverstanden, dass das so lange dauert. Die Bürgerschaft wird im Unklaren gelassen“, bringt er die Kritik der CDU-Fraktion auf den Punkt.

Die Gemeinde habe das Grundstück gekauft. 2019 sei das Gutachten in Auftrag gegeben worden, „dann hätte Bürgermeister Christian Vedder oder Bürgermeister Werner Stödtke das vorantreiben müssen“, betont er. Viele Südlohner warteten auf Baugrundstücke in Südlohn. Und schließlich habe der Rat das Bebauungsplanverfahren Ende 2019 in einem beschleunigten Verfahren angestoßen.

Beschleunigtes Verfahren durch fehlendes Gutachten ausgebremst

Die Beschleunigung ist nun durch das monatelang fehlende Gutachten ausgebremst worden. Bürgermeister Werner Stödtke räumt auf Anfrage der Redaktion ein, dass die Politik ja recht habe mit der Kritik. Stödtke konnte aber immerhin Positives vermelden: Das beauftragte Büro habe am Donnerstag zugesagt, das Gutachten innerhalb der nächsten 14 Tage zu liefern.

Das Büro habe die monatelange Warteschleife mit einem Personalproblem erklärt, aber jetzt sei die freigewordene Stelle besetzt und das Gutachten für das kleine Südlohner Baugebiet werde erledigt.

Wie Ludger Butenweg, im Rathaus für Bauleitplanungen zuständig, im Gespräch mit der Redaktion erläuterte, handele es sich bei dem Gutachten um eine Berechnung, eine Begehung der Fläche sei nicht in Auftrag gegeben worden. Für das Gutachten sei unter anderem der Tierbestand der landwirtschaftlichen Betriebe in der Nähe eine wichtige Basis – „diese Daten müssen vorliegen“.

Zehn Prozent „Jahresgeruchsstunden“ sind zumutbar

Dann geht es um Folgendes: 8760 Stunden im Jahr dürfte es in dem Baugebiet nach Landwirtschaft riechen – also zehn Prozent „Jahresgeruchsstunden“ könnte den künftigen Bewohnern dort rechtlich zugemutet werden. Und eventuell sogar ein bisschen mehr: Die Toleranzen in der Rechtsprechung gingen auf maximal 15 Prozent „Jahresgeruchsstunden“, erläutert Ludger Butenweg. Das müsse eine Kommune dann aber sehr gut begründen.

Ob das denn für die 20 Grundstücke, die auf der Wiese zwischen Doornte und Elpidiusstraße entstehen könnten, gelten würde, das muss jetzt abgewartet werden. Während diese Frage noch offen ist, sind andere schon geklärt: Das Artenschutzgutachten habe eine unproblematische Situation festgestellt, so Ludger Butenweg. Und auch die Bezirksregierung Münster hat die landesplanerische Anfrage der Gemeinde schon positiv beschieden, auch das ist ein wichtiger Schritt.

Verfahren muss dieses Jahr abgeschlossen sein

Wenn das Geruchsgutachten schließlich vorliegt, würden die nächsten Schritte im Bauleitplanverfahren angestoßen: Die Pläne werden offengelegt und die Träger öffentlicher Belange werden beteiligt und können sich zur Planung äußern.

Auf Termine will sich Ludger Butenweg lieber nicht festlegen. Aber eins steht fest: Weil es ein beschleunigtes Verfahren ist, muss es bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

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Anne Winter-Weckenbrock

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