Kurs in Oeding: Wie sich Jugendliche am besten wehren

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Jugendliche müssen sich wehren können, auch gegen ältere und stärkere. Horst Watenpuhl hat ihnen gezeigt, wie das am besten funktioniert.

Südlohn

, 08.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Du darfst schreien! Du sollst sogar schreien!“ Horst Watenpuhl schaut mit gespielter Grimmigkeit auf das höchstens vierzehnjährige Mädchen hinunter, das sichtlich beeindruckt und gute drei Köpfe kleiner dem kräftigen Mann gegenübersteht. „Du musst deinen Angreifer schocken, laut ‚Stop‘ brüllen“, redet der ehemalige Einsatztrainer bei der Kreispolizei weiter auf das Mädchen ein. „Das muss für den nur eines heißen: Komm mir nicht zu nahe!“ Selbstverteidigung für Jugendliche steht an diesem Samstagnachmittag im Gemeinschaftsraum der Feuerwehr am Woorteweg auf dem Programm.

Christina Dogan von der mobilen Jugendarbeit in der Gemeinde – die personifizierte Schnittstelle zwischen den beiden Jugendhäusern in den Gemeindeteilen – hat diesen Selbstverteidigungskurs ins Leben gerufen. Immerhin sieben Jugendliche aus Südlohn und Oeding sind gekommen, um sich von Horst Watenpuhl zeigen zu lassen, wie man sich gegen Aggressionen Anderer wirksam zur Wehr setzen kann.

Jugendliche haben schlechte Erfahrungen gemacht

„Wir haben vor dem Training in der Vorstellungsrunde unsere Erfahrungen ausgetauscht“, erzählt Christina Dogan. Zugleich betont sie, dass diese Berichte „unter uns“ bleiben müssten und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Nur so viel verrät sie: „Es sind Jugendliche dabei, die schon negative Erfahrungen gemacht haben – auch schon mehrfach.“

Und wenn man dem Kursleiter und den Jugendlichen so zuschaut, ist klar, dass auch keiner von den Letzteren überhaupt Zeit und Lust für ein Interview hätte, so ernsthaft, wie sie bei der Sache sind. „Dabei sind die jungen Leute eigentlich gar nicht so meine Zielgruppe“, räumt Horst Watenpuhl während einer kurzen Verschnaufpause ein. Sonst trainiere er in der Regel Mitarbeiter von Stadtverwaltungen, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter.

Und er ist sich im Klaren: „Das wird immer wichtiger, weil die zunehmend mehr Anfeindungen während ihrer Arbeit ausgesetzt sind. Die haben fast alle schon ihre schlechten Erfahrungen gemacht. Deshalb kann ich auch anders mit ihnen umgehen.“

Die Arbeit mit den Kids macht dem Trainer aber offenbar viel Spaß, so wie er bei der Sache ist: „Los, ihr Helden, es geht weiter!“

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