Siegfried Osterholt, der Vorsitzende des Heimatvereins (l.), und Thomas Wesseling, der Vorsitzende der KKG, holten die Fahnen aus dem Keller des Oedinger Bürgerhauses. © Georg Beining
Karneval und Corona

KKG-Karnevalisten lassen Fahnen wehen und rufen zu bunter Aktion auf

Nicht nur, dass vor dem Bürgerhaus in Oeding jetzt die Vereinsfahnen der KKG wehen: Die Karnevalisten machen darüber hinaus mit einer Aktion auf sich aufmerksam: „Karneval“.

Falls es manch einer nicht wusste: Im Vorgarten des Bürgerhauses an der Jakobistraße gibt es eine Reihe von vier Sockeln, auf die Fahnenmasten aufgeschraubt werden können.

Die beiden mittleren sind jetzt allerdings besetzt. Seit Mittwochnachmittag wehen vor dem ehemaligen Pfarrhaus quasi als weithin sichtbares Lebenszeichen nun die beiden rotweißen Fahnen der heimischen Kappenball-Karnevalsgesellschaft KKG.

Um das zu realisieren, trafen sich an selbigem Mittag im geräumigen Keller des Bürgerhauses Siegfried Osterholt, der Vorsitzende des Heimatvereins, und von der KKG Christoph Steinberg, der Präsident, Thomas Weddeling, der Vorsitzende der Narrenvereinigung sowie Tamara I. (Rogge) und Wolfgang I. (Wedmann), das KKG-Prinzenpaar mit der coronabedingten verdoppelten Mindesthaltbarkeit von zwei Jahren.

„Coronagraue“ Gemeinde ist ein bisschen bunter geworden

Seit rund einem Jahr hatten die beiden Vereinsflaggen im Keller des Bürgerhauses geschlummert. Nun aber war es Zeit für ein Lebenszeichen, hatten die Karnevalisten befunden. Ein paar technische Details – Anbringung der Karabinerhaken und deren Fixierung an der Schnurtraverse – waren schnell geklärt. Dann ging es hinaus in den Sprühregen, und mit vereinten Kräften wurden die Fahnenmasten installiert. Nach nicht einmal einer halben Stunde ließen die beiden rotweißen Aushängeschilder die „coronagraue“ Grenzgemeinde ein bisschen bunter erscheinen.

„Kappenball at Home“

Dass der heimische Karneval lebt, machten Christoph Steinberg und Thomas Weddeling auch mit ihrem neuesten Projekt deutlich: „Kappenball at Home“ – so heißt die Aktion, an der sich jeder und jede in der Grenzgemeinde beteiligen kann. Ein spannendes Projekt, wie Thomas Weddeling erläuterte: „Es fallen ja dieses Mal alle offiziellen Gemeinschaftsveranstaltungen im Karneval aus. Also haben wir uns überlegt, dass die Leute ebenso gut zu Hause feiern können.“

Als zusätzlichen Anreiz kommen noch Gewinnchancen dazu, so der Vorsitzende: „Die Leute sollen sich natürlich auch verkleiden, wie beim normalen Kappenball.“ Davon sollen Fotos gemacht werden, die dann per WhatsApp oder mit einem anderen Messenger an die KKG geschickt werden können. Eine Jury aus Mitgliedern der KKG wird jeweils das beste Einzelkostüm und die beste Familie oder Gruppe – natürlich coronabedingt in Form einer Foto-Collage – prämieren, ganz ähnlich wie im „großen“ Kappenball.

Zu gewinnen gibt es einmal drei und einmal sechs Eintrittskarten für den nächsten Kappenball – „Wann immer der stattfindet“, wie Christoph Steinberg schulterzuckend kommentiert. Anmelden können sich ab sofort Familien, (Online)-Gruppen und (Online)-Stammtische unter der Handy-Nummer 0160 74 58 775. Die Aktion läuft bis zum Rosenmontag um 24 Uhr.

Brief und Präsente für die Tanzgarden

Eine weitere Aktion ist noch geplant: In nächster Zeit werden die Akteurinnen der drei KKG-Tanzgarden und ihre Familien einen Brief und ein kleines Präsent von den KKG-Verantwortlichen bekommen. Thomas Weddeling fühlt mit den kleinen und großen Tänzerinnen mit: „Wegen dieses Totalausfalls tun mir die Mädels in den Garden total leid. Die hätten sich so auf ihre Auftritte gefreut.“ Der Vorsitzende ist andererseits begeistert vom gleichwohl großen Zusammenhalt im Verein: „Wir haben uns so ein wenig zur Selbsthilfegruppe der geschlagenen Karnevalisten entwickelt“, erklärt er nicht ohne Augenzwinkern.

Und eigentlich wäre in diesem Jahr auch noch ein närrisches Jubiläum fällig gewesen: 66 Jahre Kappenball in der Grenzgemeinde.

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