Coronakonform mit FFP2-Masken, die im Kartoffeldruck aufgepeppt wurden, waren ein paar Südlohner Karnevalisten am Karnevalssamstag unterwegs. © Bernd Schlusemann
Karneval 2021

KFK verzichtet am Samstag nicht so ganz auf den Karneval

Eigentlich wären am Samstag Karnevalswagen durch Südlohn gerollt und das „Südlohn Helau“ wäre vielfach erklungen. Corona machte es nicht möglich. Stattdessen gab es drei kleine, närrische Besuche.

Karnevalssamstag, 13.00 Uhr in Südlohn. Dort, wo sich außerhalb von Corona jetzt eigentlich die Umzugswagen aufstellen würden: Leere. Und dort, wo sich eigentlich um diese Zeit schon die ersten Gruppen und Nachbarschaften versammeln, um sich gemeinsam den Umzug des KFK Rot-Weiß (Kinder-Familien-Karneval) anzuschauen: Leere.

Einzig zwei Jugendliche, die fröstelnd über die Bahnhofstraße huschen. Doch auch sie sehen in ihren dicken Winterjacken so gar nicht karnevalistisch aus. – Corona bremst den närrischen Frohsinn überall aus.

Neben dem St. Niklas und dem Haus Georg war auch das Henricus-Stift am Samstag das Ziel der Mitglieder des KFD Rot-Weiß.
Neben dem St. Niklas und dem Haus Georg war auch das Henricus-Stift am Samstag das Ziel der Mitglieder des KFD Rot-Weiß. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Aber so ganz ohne Karneval wollte der KFK den Karnevalssamstag aber nicht verstreichen lassen. Gegen 13 Uhr treffen sich drei Mitglieder des Karnevalsvereins vor dem Henricus-Stift am Breul. Natürlich im KFK-Ornat und natürlich närrisch maskiert: Die FFP2-Masken gegen die Coronaviren wurden im Kartoffeldruck mit Herzchen, Kleeblättern und Konfetti aufgepeppt.

Sessionsorden des KFK überreicht

In die Tasche steckt sich Vorstandsmitglied Robert Gröting schnell noch den aktuellen Sessionsorden. Viele kann er davon in diesem Jahr nicht verteilen, er ist aber fest entschlossen, diesen gleich zu überreichen. „Coronakonform“, wie er betont.

Coronakonform überreicht Robert Gröting einen Sessionsorden an Einrichtungsleiter Jochen Albers (links).
Coronakonform überreicht Robert Gröting einen Sessionsorden an Einrichtungsleiter Jochen Albers (links). © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Zusammen mit Hofdame Tanja Gröting und KFK-Geschäftsführerin Nadine Wansing geht es zum Haupteingang des Altenwohn- und Pflegeheims. Nach dem Druck auf die Klingel dauert es einen Moment und ein Mann in Uniform öffnet die Tür. „Das war Soldat Benjamin“, erklärt Heimleiter Jochen Albers später, dass es für die Alteneinrichtung zurzeit Unterstützung durch die Bundeswehr gibt.

Närrische Rede vor den Türen des Henricus-Stift

Der Soldat holt den Heimleiter und als Jochen Albers vor das Stift tritt, wird es einen Moment karnevalistisch. Robert Gröting hat eine närrische Rede vorbereitet. „Corona kriegt uns niemals klein, darum feiern wir in diesem Jahr daheim. Drum schicken wir euch dieses kleine Hilfspaket, damit es euch karnevalistisch etwas besser geht“, heißt es darin unter anderem. Und wie sollte es anders sein, die Rede des Zeremonienmeisters endet natürlich mit einem deutlichen „Südlohn Helau!“.

Für Jochen Albers war es das letzte
Für Jochen Albers war es der letzte „Karneval“ im Henricus-Stift. Er verlässt das Haus. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Normalerweise besucht das Prinzenpaar des KFK am Altweibertag die Pflegeeinrichtungen in Südlohn. Zusammen mit Vorstand und Tanzgarden bringen die Mitglieder des Karnevalsvereins dann etwas närrischen Frohsinn in die Häuser.

Weil das in diesem Jahr – wie der gesamte Karneval – ausfallen muss, haben Robert Gröting und seine Begleiterinnen einen kleinen Ausgleich für die Hausbewohner dabei. An Jochen Albers überreicht er einen Korb mit Leckereien.

Erste-Hilfe-Notfall-Beutel überreicht

Darunter ist auch eine unscheinbare rote Hülle, die es aber in sich hat. „Erste-Hilfe-Notfall-Beutel“ nennt der Karnevalist sein Präsent. Heftpflaster oder gar Mullbinden sind darin aber nicht enthalten. Dafür ein Gute-Laune-Bonbon, ein Flaschenöffner und Pfefferminz für den guten Atem beim Bützen.

Da dieses Notfallpaket aber nicht für alle Mitarbeiter und Bewohner des Henricus-Stifts ausreichen dürfte, haben Tanja Gröting und Nadine Wansing noch ein paar Kartons mit Quarkbällchen dabei. Die sind noch warm und sollen die Bewohnern des Hauses einen Moment daran erinnern, dass an diesem Tag eigentlich Karneval in der Hochburg Südlohn wäre.

„Die Bewohner hätten sich sicher gefreut“, meint Jochen Albers am Ende und bedauert, dass er die Karnevalisten nicht ins Haus lassen konnte, damit diese die Präsente direkt an die Hausbewohner überreichen.

Corona macht das aber nicht möglich. Trotzdem: „Man muss sich halt etwas einfallen lassen“, meint Robert Gröting am Ende des Besuches und freut sich, dass der KFK doch „etwas Karneval“ in das Henricus-Stift bringen konnte.

Und nicht nur das: Die Karnevalisten zogen direkt weiter: Auch dem Seniorenheim St. Niklas und dem Haus Georg statteten die Mitglieder des KFK einen kleinen närrischen Besuch ab.

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Redaktion Ahaus
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Bernd Schlusemann

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