Kettensäge? Machen Eichen in der Drosteallee zu viel Dreck?

dzÄrger bei Anwohnern

Die Anwohner der Drosteallee sind genervt: Die großen Eichen dort machen in ihren Augen viel zu viel Dreck. Sie sollen gefällt werden. Das muss sich aber erst einmal der Bauausschuss ansehen.

Südlohn

, 28.08.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die amerikanischen Eichen in der Drosteallee sind den Anwohnern ein Dorn im Auge: Unmengen von Laub auf der Straße, in Lichtschächten und Regenrinnen, Eicheln und Pollen, die alles verstopfen, Vögel, die in den Ästen sitzen und ihren Dreck unter sich fallen lassen, Wurzeln, die Pflaster und Gartenmauern anheben – kurz: Die massiven Bäume sollen weg. Zumindest zum Teil: In einem Bürgerantrag hatten sich Anwohner an die Verwaltung gewandt. Sie fordern darin, dass zunächst jeder zweite Baum gefällt und durch erträglichere Bäume ersetzt wird. Sobald die neuen Bäume angewachsen sind, soll dann die andere Hälfte der Bäume gefällt werden.

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Ferner fürchten sie, dass die Wurzeln die Kanäle unter der Straße beschädigen. Auch würden die Bäume zu viel Grundwasser abziehen. „Diese Bäume gehören in einen Wald und nicht in ein Wohngebiet“, schreiben sie.

Doch im Rat kamen sie mit ihrem Antrag erst einmal nicht weit. „Zugegeben, die Bäume sind sehr hoch, aber auch sehr gesund“, hatte Bürgermeister Christian Vedder eingangs erklärt.

Rat stimmt erst einmal nicht dafür, gesunde Bäume zu fällen

Barbara Seidensticker-Beining (SPD) machte den – pathetischen – Aufschlag: „Erst stirbt der Baum, dann stirbt der Mensch“, erklärte sie. Mit ihrer Fraktion sei es jedenfalls nicht zu machen, gesunde Bäume zu fällen, nur weil Äste und Laub herumlägen. „Das ist eben manchmal nicht zu verhindern“, sagte sie. Klar sei aber, dass es in der Gemeinde eine Lösung für die Annahme von Grünabfall geben müsse. Karin Schmittmann (UWG) schloss sich ihr an: „Die letzten drei trockenen Sommer haben ohnehin viele Bäume nicht überlebt. Da dürfen wir jetzt nicht einfach gesunde Bäume fällen“, sagte sie.

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Alois Kahmen (CDU) erinnerte daran, dass es sich bei den Bäumen um schnellwachsende amerikanische Eichen handele. Den Anwohnern sei vor Jahren versprochen worden, dass sie zurückgeschnitten werden sollten. „Der letzte Rückschnitt war dabei bestenfalls eine leichte Maniküre“, erklärte er. Außerdem wünschte er sich eine klare Positionierung der Verwaltung. Die hatte die Empfehlung in der Vorlage offen gelassen. Auch Christel Sicking (CDU) stellte sich auf die Seite der Anwohner: „Sie müssen unterstützt werden“, erklärte sie. Und auch Maik van de Sand (fraktionslos) erklärte, dass es mit Laubbehältern nicht getan sei. Absprachen seien nicht eingehalten worden und Einfriedungen der angrenzenden Grundstücke würden hochgedrückt. Er schlug zunächst ein Gespräch mit den Anwohnern vor.

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Bauamtsleiter Dirk Vahlmann hielt dagegen, dass es sich dabei um einen fachgerechten Rückschnitt gehandelt habe. Auch die Kanäle seien untersucht worden und unbeschädigt.

Bauausschuss soll sich vor Ort mit dem Thema beschäftigen

Frank Engbers (CDU) regte schließlich an, den Antrag im Bauausschuss zu beraten und bei einem Vor-Ort-Termin zu klären, wie mit den Bäumen verfahren werden soll. „Das ist Sache des Bauausschusses“, erklärte er.

Das wiederum rang Bürgermeister Christian Vedder ein Lächeln ab: „Wir wollten den Bürgerantrag möglichst schnell öffentlich machen. Aber wie man es macht, ist es falsch“, sagte er. Zuletzt war mehrfach Kritik an der Verwaltung laut geworden, weil Bürgeranträge erst nach langer Wartezeit von den jeweiligen Fachausschüssen behandelt wurden.

Laubkörbe werden von der Verwaltung aufgestellt

Am Ende folgte die Verschiebung: Der Bauausschuss wird sich in einer der kommenden Sitzungen vor Ort ein Bild von der Lage machen und dann weiter beraten. Bei acht Enthaltungen aus Reihen der CDU stimmte der Rat außerdem dafür, dass die Verwaltung an einigen Straßen Laubcontainer oder -körbe aufstellen soll, die dann regelmäßig vom Bauhof geleert werden. Anwohner sollen darin das Laub der Straßenbäume entsorgen.

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